Why so?

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Ja, es muss sein! Dieses Blog muss sein. Nicht weil es besser, schneller, informativer, objektiver oder subjektiver wäre, als andere. Sondern weil es mein Blog ist. Und weil ich das jetzt einfach machen möchte. Dieses Blog steht weder für eine bestimmte politische oder gesellschaftliche Richtung, noch lasse ich mich für irgendeine Weltanschauung vereinnahmen, außer für meine eigene; und die ist eher eine Lebenseinstellung als eine Weltanschauung. Thematisch bin ich auch nicht festgelegt. Obwohl es hier zur Zeit eher politisch zugeht, hoffe ich doch sehr, für andere Themen Zeit zu finden.

Dieses Blog ist nicht mein Leben, schon gar nicht ist es ein Spiegelbild meines Lebens. Es ist nur eine Facette von vielen. Wer an geeigneter Stelle den Suchbegriff “Threadneedle” eingibt, wird eine weitere, reich bebilderte Facette kennen lernen. Für diejenigen, die das jetzt nicht verstanden und die falsche Suchmaschine bedient haben: Ich habe nix mit Threadneedle Investments zu tun.

Die Threadneedle Street jedoch, in London, mittendrin in der City, lässt mein Herz höher schlagen. Nicht nur diese Straße, nein die ganze Stadt! London, das ist etwas anderes, als das kleine Dorf Milverton in Somerset. London ist Leben. “When a man is tired of London, he is tired of life!”, schreibt Samuel Johnson über diese Stadt. Und er hat recht. Es gibt in London so viel zu sehen und zu entdecken. So viele unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Sprachen, alte und neue Traditionen, mysteriöse Orte, Geheimnisse und Geheimnisvolles.

‘The Gay Dissenter’ als subhead für dieses Blog ist nicht das Ergebnis langer Überlegungen. Denn bei meinem langen Nachdenken über den ‘richtigen’ Blognamen ist nichts Gescheites heraus gekommen. Ende September habe ich in der NYT einen Artikel mit der Überschrift “The Dissenter” gelesen. Der Begriff gefällt mir ganz gut und die von ‘Leo’ gelieferten Übersetzungen, ‘Abweichler’, ‘Andersdenkender’, ‘Dissident’, ‘Nonkonformist’, sind ja ganz schmeichelhaft. Aber ein kurzes Googeln hat ergeben, dass es schon ein Blog dieses Namens gibt. Also habe ich, um meine verzweifelte Namenssuche zu einem Ende zu bringen, die drei Buchstaben G A Y dem Dissenter vorangestellt. Wer jetzt auf den Gedanken kommt, das sei doppelt gemoppelt, weil gay (= schwul, für diejenigen, die gerade keine Übersetzungshilfe online haben) schon eine Abweichung von der Norm darstelle und ein schwuler Abweichler so etwas wie ein weißer Schimmel sei, dem sei ins Gebetbuch geschrieben, dass das Verschulden der Menschen, die sich für ‘normal’ halten, gerade in dem normativen Anspruch liegt, den sie erheben. Wer aber unbedingt in Normen denken will, mag das tun, berücksichtige aber bitte, dass das Unnormale in sich wiederum viele Normen bildet, von denen es wiederum viele Abweichungen gibt. Will sagen: Für einen Gay Dissenter gibt es, so oder so, viel Raum zum grübeln (simmelieren nennen die rheinländischen Frönde das) und schreiben. So, genug der philosophischen Wirrungen.

Jetzt, Ende Oktober 2007, gibt’s dieses Blog seit einem Monat, und ich darf ebenso betrübt wie erheitert feststellen, dass die Bloggerwelt nach den gleichen Prinzipien funktioniert, wie der Rest der virtuellen Welt und auch wie die reale Welt. Die meisten Klicks und Kommentare bisher hat mir die Dumbledore-Meldung gebracht. Dabei habe ich mit diesem Dumbledore gar nichts am (Zauber-)Hut. Offensichtlich hat der von den Medien inszenierte Outing-Skandal seine Schockwellen auch in die Blogosphäre gesandt. Und auch hier gilt: Sex sells. Meine eher veralbernden Anmerkung zum Hetero-Sex am Valentinstag wurde auch sehr gerne angeklickt. Aber für meine Bundesfinanzhof-Glosse, mit der ich mir echt viel Mühe gemacht habe, interessiert sich kaum jemand. Das führt zu der Frage, für wen ich hier eigentlich blogge. In erster Linie für mich selber, nicht weil ich niemanden hätte, mit dem ich reden könnte, sondern weil ich Spaß am Bloggen gefunden habe. Und wer mag, kann es gerne lesen und bei Bedarf auch kommentieren. Allerdings fühle ich mich nicht verpflichtet, auf alle Kommentare zu reagieren.

Nunmehr, im Dezember des Jahres 2007 kommt mit dem Jahrende auch die Erkenntnis, dass ich ich nicht nur viel mehr gepostet habe, als ich vor drei Monaten, zu Beginn meines Bloggerdaseins, vermutete, sondern auch ein ziemliches Durcheinander auf meinem Blog angerichtet habe. Deshalb gibt es nun eine neue Seite ‘Basics‘, auf der ich die Posts zusammengestellt habe, die mir besonders wichtig sind.

Der Oktober 2008 brachte mir die Gelegenheit, einen ersten Jahresrückblick zu schreiben:

Jahresrückblick

Wer mag, kann mich auch per eMail erreichen.

St

 

9 Antworten zu “Why so?”

  1. Britta sagt:

    Hallo Du,
    also ich habe ja noch nicht viel gelesen – aber ICH finde…JA das MUSS sein – denn diese Art zu denken und dieser Humor dürfen nicht in irgendeiner Schublade verschwinden….ich bin normal nicht dumm aber wenn ICH drei Anläufe brauche um einen Satz den ich aus Interesse zu lesen versuche auch zu verstehen – DANN ist meine Neugier geweckt. Somit hast du einen Platz in meinen Favoriten ergattert und mein Versprechen das ich sicher öfter mal nen Blick reinwerfen werde und will. Ach und wenn du nen ähnlichen Querdenker weiblicherseits kennen lernen willst….hab dir die Addy MEINES Blogs da gelassen *lach*

    Also – auf zum weisse Schimmel züchten
    Liebe Grüsse
    Britta

  2. TheGayDissenter sagt:

    Danke! Ich werde mich gelegentlich bei Dir bemerkbar machen… ;)

  3. rosaschaf sagt:

    Ja es muss sein und ich lese gern bei dir mit, nicht zu letzt weil mich das Thema jetzt scheinbar betrifft und ich erschreckend feststelle, mit was für Fragen/Themen ich rund um Homosexuaität konfrontiert werde.
    Liebe Grüße
    das Rosaschaf

    http://rosaschafwordpress.com

  4. TheGayDissenter sagt:

    @ rosaschaf:

    Willkommen im Club!

  5. Nitro_Klitzer_INN sagt:

    Hallo,

    Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Drückst Dich sehr vorsichtig und geschickt aus. Ehrlich gesagt, zögerte ich zuerst, bei der Idee ein Kommentar zu hinterlassen. Ich stehe dem netten Tool internet momentan etwas skeptisch gegenüber. “Nachts um 3″ trifft den Nagel auf den Kopf. Da fallen einem dann so Sprichworte ein, wie: reden ist silber, schweigen ist gold. Kurz um: ich mag Typen, habe keine gekünzelten Verhaltensmuster, Rede geschickt und habe das Gefühl, dass… nichts so ist wie es scheint.

  6. TheGayDissenter sagt:

    Na, dann zöger demnächst doch weniger… ;)

  7. shaveskin sagt:

    ja muss sein, mag deinen blog. ;)

    gruss aus berlin

    shavi

  8. TheGayDissenter sagt:

    @ shaveskin:

    Danke sehr!

  9. cat sagt:

    Ich schließe mich dem Rest an… DAS muss wirklich sein. Ich mag deinen Schreibstil, den du bitte auf jeden Fall beibehalten solltest :) wirklich klasse.

    Ganz lieber Gruß von Ab-und-zu-Bloggerin Berit ;)

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