Von Unterschichtenschwulen, AIDS und Sex im Intermediärbereich

31/12/2008

Die Forschungsgruppe Public Health bei dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat ihren Gesamtbericht zur im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung durchgeführten 8. Wiederholungsbefragung “Schwule Männer und AIDS” veröffentlicht.

Bereits vor über einem Jahr hat das WZB einen Kurzbericht über die Befragung vorgelegt, den ich mit kritischen Anmerkungen zur Kenntnis genommen habe. Nach Studium des Gesamtberichts verstärken sich meine Bedenken ob dieses Forschungsansatzes und seiner Umsetzung1.

Der Gesamtbericht trägt den vollmundigen Titel “Wie leben schwule Männer heute?”. Eine Antwort finde ich mitnichten in diesem Bericht. Es geht im Großen und Ganzen um Sex und STIs. Schwules Leben außerhalb von Betten, Darkrooms, Saunen und Arztpraxen wird nur ansatzweise beleuchtet.

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Diskriminierung: Gegenmaßnahme Schwangerschaft!

17/12/2008

Zunächst war ich etwas erstaunt, als ich auf canada.com las:

Gay teenagers at higher risk for pregnancy: Study

Aha, eine Studie. Wie schön!

The University of British Columbia study looked at adolescent health surveys of 1992, 1998, and 2003, which were random studies of about 70,000 students in Grades 7 through 12 in public schools across the province of B.C.

Bitte kurz innehalten:

70000 Schüler, verteilt auf drei Jahre (1992, 1998 und 2003) macht je Jahr 23333 Befragte, davon geschätzt die Hälfte männlichen Geschlechts, macht 11666, davon sind vielleicht 5 % schwul (oder auch nicht), macht 583. 

So, was hat lead author Elizabeth Saewyc denn nun herausgefunden?

Among boys, the numbers were also higher that same year for gay teenagers, with 9.6 of gay males and 11.6 per cent of bisexual teen boys reporting involvement with a pregnancy, compared with 1.5 per cent of heterosexual young men [Die vH-Sätze beziehen sich offenbar auf das Jahr 2003, TGD].

In absoluten Zahlen:  Im Jahr 2003 haben von den männlichen Studienteilnehmern 56 schwule Jungs Mädels geschwängert und mindestens 167 hetero- und bisexuelle Jungs haben das Gleiche gemacht. Ich frage mich, wer hat das alles so genau nachgehalten und aufgezeichnet?

Die Mär von den schwulen Männern, die nicht zur Arterhaltung beitragen, ist jedenfalls widerlegt.

Nun dachte ich immer, schwule Jungs lassen die Finger von Frauen (jeden Alters), aber Elizabeth Saewyc meldet aus Vancouver:

It is a common misconception that gay boys don’t have sex with girls.

Ok, da habe ich vorschnell von mir auf andere geschlossen.

“We assume that sexual attraction, sexual behaviour and sexual identity are going to be 100 per cent consistent for people. And that’s not the case. Especially not for teenagers,” she said from Vancouver.

Nun gut (oder auch nicht), wenn das aber so ist, woher weiß Lizbeth dann, wie viele “gay males” und “bisexual teen boys” an ihrer Studie teilgenommen haben?

“So they may know who they’re attracted to. They may identify. But they’re not necessarily only going to be having sex with their same gender.”

Aha, und warum hat ein schwuler Junge, der sich zu Jungs und Männern sexuell hingezogen wird, Sex mit Frauen?

Gay and lesbian teens may have sex with members of the opposite sex for a variety of reasons. Some do it to hide, to deflect the abuse that they see inflicted on gay, lesbian and bisexual teens. They call it “camouflage.”

The report suggests that for youth, the stigma of being gay may lead to engaging in heterosexual dating and sex as a form of “camouflage” to avoid being identified as homosexual.

“Those who experience harassment and discrimination may choose pregnancy involvement as a way to deny their orientation, to prevent further enacted stigma,” the report suggests.

Eine interessante Theorie. Die Evangelikalen und Rechtskonservativen werden die Sache natürlich umdrehen und behaupten, die schwulen Jungs seien schuld daran, dass so viele minderjährige  Frauen schwanger werden. Nicht die Diskriminierung schwuler Menschen führe zu unüberlegtem Sexualverhalten, sondern das unüberlegte Sexualverhalten sei zu geißeln und die für die Zeit nach dem Ableben angedrohten Höllenqualen seien den schwulen Menschen möglichst schon zu Lebzeiten zu bereiten. Das widerum sei keine Diskriminierung, sondern Gottes Wille.

Allerdings können tatsächliche oder befürchtete Diskriminierungserfahrungen nicht der alleinige Grund für die heterosexuellen Eskapaden der schwulen Jungs sein, denn

Only 18.4 per cent of gay teenage boys who were involved in getting a woman pregnant said they had experienced discrimination, while 60.4 per cent of those who were not involved in pregnancy said they had not been discriminated against.

Aber auch hierfür hat Lizzy eine Erklärung:

“For some, it may be that they’ve been told that this is abnormal and wrong and they may think: ‘Well, if I just have sex with enough opposite-gender people that will cure me,”‘ Saewyc said.

For some, it’s curiosity - ‘Well, how do I know I’m really gay until I’ve tried and decided no, I really don’t like that?”‘

Und dann noch:

Other explanations for the higher rates of pregnancy may be the higher number of gay and lesbian youth who live on the streets. The study finds that street youth - those who have run away from home, for example - are at higher risk for teen pregnancy, in part because survival sex or sexual exploitation can increase the frequency of sex and make it difficult to negotiate contraception and safer sexual practices.

Schön, dass die Jungs trotzdem artig zur Schule gehen, sich an Studien beteiligen, über ihr Sexualleben Auskunft geben und offenbar Buch über nachweislich reproduktive Sexakte führen.

Elizabeth Saewyc macht zusammen mit ihrem Team zu Recht darauf aufmerksam, dass schwule Jungs nach wie vor auch und gerade in ihrer jeweiligen Altergruppe erhebliche Probleme haben. Verbale und pysische Gewalt sind nicht selten. Ich habe keine Zweifel daran, das manch ein schwuler Junge meint, er könne durch Heterosex diese Diskriminierungen abwenden. Anzutreffen ist dieses Tarnverhalten auch bei erwachsenen Menschen. Dass es dabei zu ungewollten und gewollten Schwangerschaften kommt, zeigt den Erfolg der kirchlich verwirrten Gesellschaft, zeigt den Mißerfolg der aufgeklärten Gesellschaft.

Zweifel habe ich allerdings an dem Zahlenwerk der Studie.

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Quellen:

Discrimination and Abuse Linked to Higher Rates of Pregnancy Among LGB Teens: UBC Study

Gay teenagers at higher risk for pregnancy: Study

Gay, lesbian, bisexual teens at higher pregnancy risk than straight peers


Das heterokopulative Syndrom: Ein einziger Penis-Vagina-Kontakt genügt!

14/12/2008

Vor kurzem erzählten mir ein paar Freunde (alle schwul, keine Frage), dass sie alle schon Sex mit Frauen hatten. Früher, irgendwann einmal, versteht sich.

Ich mache mir Sorgen. Jungs, lasst die Finger (und Schwänze) davon, das ist gefährlich!

Einer meiner Leser, diese Sorgen ahnend, machte mich auf eine Veröffentlichung im International Journal of Epidemiology (Oxford University) aufmerksam. In einem Ausatz mit dem Titel “Heterocopulative Syndrome: Clinico-Pathologic Correlation of 260 Cases” heißt da zum Beispiel:

The hazards of heterosexual behaviour have been well documented. They include, but are not limited to, unplanned pregnancies, penile and cervical cancer, vaginitis, a host of sexually transmitted diseases (some of them incurable or deadly), a disproportionate propensity to engage in child molestation, global overpopulation, socially oppressive gender roles, and more. A recurring pattern of these health disorders resulting from the union of the penis and vagina has been named heterocopulative syndrome. These people could pose a serious public health threat if such practices continue unchecked and may be especially dangerous if employed as food handlers.

Und weiter:

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Attraktivität & Safer Sex

05/12/2008

Kanadische Wissenschaftler wollen einen Zusammenhang zwischen der körperlichen Attraktivität eines Mannes und dessen Safer-Sex-Verhalten herausgefunden haben:

Gay men who are not considered sexually desirable are more likely to engage in risky sexual behavior, Canadians researchers have found.

Adam Isaiah Green interviewed dozens of gay men in Toronto to determine what qualities made some men more sexually desirable than others, and what the consequences of being undesirable might be on mental and physical health.

“I found that young, white, middle-class men are considered much more sexually desirable than men who are racial minorities, over 40 and poor,” Green said in a statement.

It also highlighted cases whereby undesirable gay men will forgo safe-sex discussion and, in some cases, condom use, in the context of sex with a more attractive partner.

Üblicherweise würde ich nun ein paar Bemerkungen zum Studiendesign machen (”dozens of gay men”), aber geschenkt. Denn: Im wesentlichen entsprechen die in Toronto verkündeten Erkenntnisse meinen Beobachtungen. Ob die Kategorisierung “young, white, middle-class” hier ebenso gültig ist, mag dahingestellt bleiben.

Tatsächlich habe ich den Eindruck (virtuell und im wirklichen Leben), dass Männer, die ich für sexuell unattraktiv halte, eher (!) zu ‘unsafem Sex’ (ich lasse den Begriff jetzt einmal so unbestimmt stehen) bereit sind und sich eher in möglicherweise gefährliche Situationen (abseits von STIs) bringen, als Männer, die ich attraktiv finde.

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Von Virenzählern und Dildos

05/11/2008

Ondamaris berichtet in einem Post von einer in Bochum geplanten Studie, die Licht ins Dunkel des Rektums bringen soll. Es geht um die HIV-Infektiosität bei Analverkehr. Mit dieser Studie soll das Statement, mit dem die Eidgenössische Kommission für Aidsfragen (EKAF) erklärte, HIVpositive Menschen  mit einer Virenlast unter der Nachweisgrenze seien unter bestimmten Voraussetzungen nicht infektiös, widerlegt werden. Im Internet ist über diese Studie nichts Näheres zu erfahren. Allerdings haben an der Studienkonzeption Beteiligte in den Kommentaren auf ondamaris in auffallend volkstümlicher Sprache für Unklarheit gesorgt.

Die Studienteilnehmer, so ist den Erläuterungen zu entnehmen, sollen sich in einer Vorstudie Dildos in den Popo schieben:

Das Kompetenznetz hat das Votum der Ethik-Komission für die Stimulation mit einem künstliche Penis (Dildo) bekommen.

Außerdem - nur zur Klarstellung - sollen sich die Studienteilnehmer/innen selbst stimulieren - es steh also nicht der behandelnde Arzt im weißen Kittel hinter einem und knall den Dildo rein, bis die Hütte brennt.

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Indiana-Kondomumfrage

25/10/2008

Das Center for Sexual Health der Indiana Universität in den Vereinigten Staaten von Amerika führt eine Komdomumfrage durch.

Ist weiß nicht, warum ausgerechnet eine Universität in Indiana sich mit europäischen Kondombenutzungsfragen beschäftigt. Ich will es aber auch gar nicht wissen, denn es sind wieder einmal Dilletanten am Werk. Mit der Studienteilnahme ist die Aussicht auf einen Gewinnspielpreis verbunden:

Die Gewinner der Geschenkkarten werden aus allen Teilnehmern ausgelost. Wenn Sie sich entscheiden sollten, an dieser Studie teilzunehmen, haben Sie die Möglichkeit and einem Losverfahren teilzunehmen und eine von 10 Visa Geschenkkarten in Höhe von 50 Euro zu gewinnen. Ihre Chance eine Geschenkkarte zu gewinnen liegen bei 1:100.

Nach der Lotterie werden wir alle E-Mail-Adressen (ungefähr August 200 8) löschen.

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Homosexuelle Käfer

24/10/2008

Irgendwo muss die Bezeichnung ‘heißer Käfer’ ja herkommen:

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Schwul = Gestört

29/09/2008

Einige Londoner ‘Wissenschaftler’ haben sich aufgemacht, mal wieder das Seelenleben schwuler und lesbischer Menschen zu erforschen. Herausgekommen ist eine Art Metastudie mit der Bezeichnung 

A systematic review of mental disorder, suicide, and deliberate self harm in lesbian, gay and bisexual people 

Darin heißt es in der dem Haupttext vorangestellten Zusammenfassung 

Background

Lesbian, gay and bisexual (LGB) people may be at higher risk of mental disorders than heterosexual people. 

und 

Conclusion

LGB people are at higher risk of mental disorder, suicidal ideation, substance misuse, and deliberate self harm than heterosexual people. 

Erst im Haupttext werden mögliche Ursachen angedeutet: 

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Die Bindungsfähigkeit von heterosexuellen Männern entspricht der von Wühlmäusen

19/09/2008

Die Damen und Herren des schwedischen Karolinska Institut in Stockholm haben wieder etwas ganz Aufregendes herausgefunden: 

Das Gen bildet einen Rezeptor für den Hirnbotenstoff Arginin-Vasopressin, kurz AVP. Frühere Untersuchung hatten gezeigt, dass es bei Wühlmäusen Monogamie [Anm TGD: Muss es nicht Monotonie heißen?] begünstigt. Paul Lichtenstein vom schwedischen Karolinska Institut in Stockholm und seine Mitarbeiter untersuchten nun, ob dasselbe Gen auch beim Menschen die Bindungsfähigkeit beeinflusst.

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“Du siehst aus wie meine Mutter”

17/09/2008

Durch unglaublich wichtige Studien ist nun geklärt worden, nach welchen Kriterien sich nicht schwule Menschen ihre Lebenspartner/-innen aussuchen: 

Der Partner einer Frau sieht oft ihrem Papa ähnlich - das haben ungarische Forscher jetzt genau ausgemessen. Das Gesicht der eigenen Eltern beeinflusst ihrer Studie zufolge die spätere Partnerwahl. Das gelte auch für Männer: Söhne bevorzugten Partnerinnen, die ähnliche Gesichtszüge wie ihre Mutter haben,

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“Studie: Kinky-Sex macht glücklich”

16/09/2008

schreibt die Queer. 

Wer auf SM-Praktiken steht, ist glücklicher als diejenigen, die den “normalen” Sex bevorzugen. Das ist das Resultat einer wissenschaftlichen Untersuchung aus Australien. 

und der kleine TGD freut sich, weil er jetzt endlich weiß, warum er glücklich ist. 

Studie? Da war doch was? Genau, bei Studien dieser Art schaut der kleine TGD doch immer ganz genau hin. 

Wie sind die Damen den Herren in Australien denn vorgegangen? 

In Australia in 2001–2002 [sic!, also kalter Kaffee, TGD], a representative sample of 19,307 respondents aged 16–59 years was interviewed by telephone. 

Geil, Telefonsexinterview:  

Guten Tag, ich rufe sie im Auftrag der School of Public Health and Community Medicine, University of New South Wales, Sydney. Sagen sie mal, stehen sie auf Bondage und Disziplin, Sadomasochismus oder Dominanz und Unterwerfung?” 

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Wissenschaft zum Erbrechen

30/08/2008

Nun gut, Wissenschaft an sich ist nicht zum Erbrechen. Aber wenn dumme Schreiberlinge sich aufmachen, halbseidene wissenschaftliche Erkenntnisse zu einem Zeitschriftenartikel zu verrühren, löst das schon gewisse unangenehme Reize aus. 

In der schweizerischen Weltwoche äußert sich ein gewisser Rolf Degen zur Evolutionsbiologie und würfelt dabei einige der Studien und Thesen, in der letzten Zeit durch die Weltgeschichte geisterten, zusammen.

Er beginnt seine Ausführungen mit der spannenden Frage 

Warum gibt es Homosexuelle? 

Und ich möchte mit der Gegenfrage antworten: Warum gibt es Heterosexuelle?

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Ein guter Bauer erkennt seine Schweine am Gang

24/08/2008

Ich bin mir nicht sicher, mit welchem Grad an Ernsthaftigkeit ich diesen Post schreiben soll.

Andrej König hat studiert, und zwar den Gang von Menschen. An der Ruhr-Universität Bochum kann man das studieren und sogar darüber dissertieren. Herausgekommen ist dabei eine Studie. Wie immer höchst repräsentativ, denn immerhin 34 Probanden, davon zwei homosexuelle Männer, wurden für Zwecke der Studie heran gezogen. Sie mussten den Gang von Menschen, also die Art und Weise, wie sie gehen, beurteilen.

Dabei sind vollkommen neue und bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen worden: 

Heterosexuelle Frauen und Männer fanden erwartungsgemäß Läufer des jeweils anderen Geschlechts attraktiver, die beiden homosexuellen Versuchspersonen bevorzugten gleichgeschlechtliche Läufer.

Tja, lieber Leser, ich habe mich auch erstmal hingesetzt. Darauf wäre wir doch nie gekommen!

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Heiratsantrag ist Männersache…

11/08/2008

schreibt der Stadt-Anzeiger unter Berufung auf die Apotheken-Rundschau (boah!).

Ja, was denn sonst?? Ist doch normal! Wenn ich meinem Freund einen Heiratsantrag mache (ich hab’s schon getan), ist das naturgemäß Männersache. Wenn mein Freund mir einen Heiratsantrag macht, ist das ebenso naturgemäß ebenfalls Männersache - ist also ganz natürlich, geht gar nicht anders! Einer Studie hätte es dafür nicht bedurft.


Die Ursache der Heterosexualität…

03/07/2008

… wird wohl nie ergründet werden.

Schon seit Jahrzehnten wird geforscht, gedacht und verdächtigt. Die einen sagen, die Gene seien schuld, die anderen meinen, die Hormonmischung in der Muttermilch habe Auswirkungen. Manche Menschen halten heterosexuelle Verführungen im Kindesalter für ursächlich und Glaubende glauben, Heterosexualität sei eine freie Willensentscheidung.

Das berüchtigte Karolinska Institut in Stockholm, welches immer wieder durch missglückte Studien auffällt, schickte nun 43808 zwischen 1959 und 1985 geborenen Zwillingen in Schweden jeweils einen Fragebogen zu. 3826 scheinbar brauchbar ausgefüllte Fragebogen wurden an das Institut zurückgesandt. Und dann wurde monatelang analysiert, geschaut, welches Gen denn nun die Menschen heterosexuell macht. Oder, wenn schon nicht die Gene, dann doch die falsche Erziehung, oder zumindest ein paar Umwelteinflüsse wollte man verantwortlich machen. Die Antworten wurden hin und her gewendet, Zahlen hoch und runter gerechnet.

Und was fanden die hochmögenden Gelehrten heraus: Nichts!

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Super schwul = Super hetero

23/06/2008

Wissenschaftler, diesmal italienische, sind einmal mehr dem schwulen Gen auf der Spur.  Das, was sie herausgefunden zu haben glauben, präsentieren sie in einer Studie (wie könnte es anders sein?):

 

Sexually Antagonistic Selection in Human Male Homosexuality 

 

Kurz zusammen gefasst: Die Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass die Frauen in den Familien, in denen es homosexuelle Männer gibt, besonders fruchtbar sind. So sollen Mütter von schwulen Söhnen in Durchschnitt 2,7 Kinder bekommen, und Mütter, die keine schwulen Söhne haben, bekommen im Durchschnitt 2,3 Söhne. Im Verhältnis Tante zu schwulen beziehungsweise nicht schwulen Neffen soll es einen ähnlichen Trend geben. Daraus wird nun geschlossen, dass das gleiche Gen (oder mehrere Gene, wirklich sicher ist man sich nicht), welches für die Homosexualität von Männern verantwortlich sein soll, bei den weiblichen Verwandten dieser Männer dafür sorgt, dass diese Frauen ganz besonders heiß auf Männer sind.

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Schwule und Fußball - Eine fragwürdige Umfrage

21/06/2008

Schon wieder eine Umfrage, vor der ich nur warnen kann!

Queer.de berichtet:

Forscher der Justus-Liebig-Universität in Gießen wollen in einer Online-Umfrage feststellen, wie hoch der tatsächliche Anteil Schwuler im Vereinsfußball ist und wie viel Interesse Homosexuelle an dem Massensport haben.

Um die nur wenige Fragen umfassende Umfrage möglichst vertraulich zu halten, bedienen sich die Forscher der Randomized-Response-Technik. Teilnehmer sind aufgefordert, vor der Beantwortung der Frage “Sind Sie homosexuell/bisexuell orientiert?” zwei Mal in Folge eine Münze zu werfen. Wenn man zwei Mal “Zahl” oder zwei Mal “Kopf” als Antwort erhält, soll man die Frage ehrlich beantworten. Im anderen Fall soll man “ja” antworten, auch wenn man keine homosexuellen Neigungen hat. Die Forscher können am Ende herausrechnen, wie viele “Ja”-Antworten münzwurfbedingt sind und wie viele “echt” sind. Damit wollen sie auch Menschen erreichen, die selbst anonymen Internet-Befragungen kritisch gegenüber stehen.

Wenn ich so etwas lese, weiß ich nie so recht, ob wir nur verarscht werden sollen, oder ob einfach Dilettantismus hinter so einem Studienansatz steckt.

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Schwanzvergleich

20/06/2008

In englischsprachigen Blogs wird zur Zeit eine ‘neue’ Studie mit dem Titel 

Is Homophobia Associated With Homosexual Arousal 

herumgereicht. Nun ist diese Studie keineswegs neu; sie wurde bereits im Jahr 1996 veröffentlicht. Irgendjemand hat sie offenbar wieder ausgegraben. 

Der hartnäckige Leser weiß, dass ich kaum an einer Männer betreffenden Studie so einfach vorbei gehen kann; schon gar nicht, wenn es um Schwänze geht. 

Was haben also Adams, Wright und Lohr herausgefunden? 

Ausgangspunkt für ihre Studie war die Vermutung, dass Homophobie auf versteckte Homosexualität hindeutet. 

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Die schwule Gehirnhälfte

17/06/2008

Und schon wieder eine Studie, die beweisen soll, dass Schwulsein etwas Krankhaftes ist. Diesmal lässt sich die Wissenschaft vor diesen Karren spannen: Seit Jahrzehnten schon wird immer wieder ins Feld geführt, dass homosexuelle Männer depressiv oder sonstwie Gemütskrank seien, jedenfalls häufiger als nicht homosexuelle Männer, dass sie gar per se unglücklich seien, und ähnliches mehr. Dem lässt sich ohne weiteres entgegen halten, dass dies zu einem großen Teil darauf zurück zu führen ist, wie die lieben Mitmenschen mit homosexuellen Männern umgehen. Und genau diesen Hinweis wollen Schwulenhasser, -heiler und -aussortierer nicht hören. Also muss gefälligst wissenschaftlich bewiesen werden, dass in der Homosexualität schon der Keim zu Neurosen jeder Art liegt.

Ein paar schwedische ‘Forscher’ haben sich also aufgemacht, diesen ‘Beweis’ zu führen.

Ivanka Savic und Per Lindström vom Karolinska Institute in Stockholm suchten, nach welchen Kriterien auch immer, 45 Männer und 45 Frauen zusammen. 25 der Männer sollen heterosexuell und 20 homosexuell (Welcher schwule Mann gibt sich eigentlich für solche Studien her?) sein. Wie das überprüft wurde, bleibt unklar.

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Jede 2. Ehefrau geht fremd! Oder etwa nicht?

11/06/2008

Der Kölner Express meldete am 05.06.2008:

Neue Studie enthüllt: Jede 2. Ehefrau geht fremd

„In jeder zweiten Ehe“, schätzt die Paar-Therapeutin Katja Sundermeier, „sind Frauen schon mal fremdgegangen.“ Auch die Untreue-Studie des Göttinger Psychotherapeuten und Sexualberaters Ragnar Beer spricht Bände: Für das Uni-Projekt „Theratalk“ befragte er 5934 Männer und Frauen.

55 Prozent der Frauen, auch verheiratete, gaben an, dass sie in ihrer Partnerschaft einen Seitensprung begangen haben. 

Am gleichen Tag berichtet der aus dem gleichen Hause stammende Kölner Stadt-Anzeiger  unter Bezugnahme auf das Gewis-Institut:

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Fußball statt Sex!

01/06/2008

Ein Blick in die nicht schwule Welt.

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet: 

Der Hälfte der europäischen Fußballfans ist einer Umfrage zufolge ein bedeutendes Spiel wichtiger als Sex. Besonders spanische Fans sähen sich lieber ein wichtiges Fußballspiel an, als Geschlechtsverkehr zu haben, heißt es in einer Studie des britischen Instituts Sirc für die Firma Canon. Demnach gaben 72 Prozent der Spanier bei der Internetumfrage an, lieber dem rollenden Ball zuzusehen, als Sex zu haben. Danach folgten die Norweger mit 67 Prozent sowie die Niederländer und die Deutschen mit 64 beziehungsweise 62 Prozent.

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