Medienpreis 2007/2008 der Deutschen AIDS-Stiftung – Ein Gespräch mit ondamaris

25/06/2009

Die Deutsche AIDS-Stiftung hat am 24.06.2009 in St. Gallen im Rahmen des 1. Deutsch-Österreichisch-Schweizerischen AIDS-Kongress (SÖDAK 2009) ihren Medienpreis 2007/2008 verliehen. Einer der Preisträger ist Ulli Würdemann, der diesen Preis für seinen Blog ondamaris verliehen bekommen hat. SÖDAK 2009 und ondamaris – wie passt das zusammen?

Fragen und Antworten:

StM: Der Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung ist ein eher unbekannter Preis, der von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird. Was bedeutet dieser Preis für Dich?

o: In AIDS-Kreisen ist der Medienpreis sehr bekannt, wohl auch in den Medien. Er ist einer der sehr wenigen nicht-wissenschaftlichen Preise im Bereich HIV/AIDS.
Mir scheint besonders wichtig, dass nun mit ondamaris erstmals auch ein Angebot aus dem Web 2.0 als preiswürdig erachtet wird, und zudem ein Angebot von und für Menschen mit HIV.

StM: Verliehen wurde der Preis im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Deutsch-Österreichisch-Schweizerischen AIDS-Kongresses in St. Gallen. Auf Deinem Blog hast Du mehrere kritische Posts zur Rezeption dieses Kongresses verfasst beziehungsweise externe Stellungnahmen, wie zum Beispiel der Deutschen AIDS-Hilfe und der AIDS-Hilfe NRW wiedergegeben. Wogegen genau richtet sich die Kritik? Den Rest des Beitrags lesen »


Verblassende Erinnerung

11/06/2009

erinnerung

Was bleibt – eines Tages?


Bundesamt für sicheren Spontan-Sex

07/06/2009

In der Schweiz gibt’s wohl für alles eine Behörde:lol:

spontansex Den Rest des Beitrags lesen »


Boobs bei den LSU

30/05/2009

Bevor es wieder heißt, ich würde mein Feindbild ‘LSU’ pflegen: Das stimmt nicht, die LSU erledigen das für mich. Vorzugsweise in Gestalt einer Pressemitteilung:

Angesichts der [sic!] weiterhin hohen Niveaus der HIV-Neudiagnosen fordert der stellvertretende Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Björn Beck, eine [sic!] Runden Tisch zur HIV- und AIDS-Prävention, der durch das Bundesgesundheitsministerium koordiniert werden soll.

Warum? Was soll dieser Tisch tun? Wer soll an diesem Tisch sitzen? Den Rest des Beitrags lesen »


Der Angststaat

19/05/2009

Heute vor 22 Jahren machte die Bayerische Staatsregierung ihren Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS bekannt. Einen zeitgenössischer Bericht über die damalige Situation liefert die Zeit in ihrer Ausgabe vom 02.10.1987: Keine Kur nach Gauweilers Rezepten

Glücklicherweise ist das von Peter Gauweiler betriebene Vorhaben, den Maßnahmenkatalog auch auf Bundesebene durchzusetzen, gescheitert. Mit ihm scheiterte eine Politik, die mehr auf die Bekämpfung von Menschen, als auf die Zurückdrängung des HI-Virus gerichtet war.

Der Maßnahmenkatalog erschreckt nicht nur durch den Sprachgebrauch. Nicht von Menschen ist die Rede, sondern von Ausscheidern, Ausscheidungs-, Krankheits- und Ansteckungsverdächtigen. Eine Sprache, die wir auch heute noch im Infektionsschutzgesetz aus dem Jahr 2000 finden.

Erschreckend sind auch die für ‘Ausscheider’ und ‘Verdächtige’ vorgesehenen Maßnahmen. Zwangstests und polizeiliche Vorführung zu denselben sind die Mittel der Wahl.

Was sich CSU-Politiker im einzelnen darunter vorstellen, deuten sie in ihren Reden an. Infizierte und Kranke, schlug der CSU-Bundestagsabgeordnete Horst Seehofer vor, müßten künftig “in speziellen Heimen” gesammelt werden. Er sprach von “konzentrieren”, sein Parteifreund und neuer Bonner Staatssekretär Erich Riedl von “absondern”.

Zum Vokabular des Herrenmenschen griff Kultusminister Hans Zehetmair. Aids sei das Symptom einer maroden Gesellschaft, die gesellschaftlichen Randgruppen müßten jetzt “ausgedünnt werden”. Homosexualität gehöre in den “Randbereich der Entartung”. Zehetmair: “Das Umfeld der ethischen Werte muß wiederentdeckt werden, um diese Entartung auszudünnen.” (Quelle: Der Spiegel, 16.03.1987, 131)

Und heute, mehr als zwanzig Jahre später? Den Rest des Beitrags lesen »


Die Deutsche AIDS-Hilfe will’s wissen und besser machen

15/05/2009

Die Deutsche AIDS-Hilfe hat eine Online-Umfrage gestartet und möchte wissen, wie ihr Internetauftritt auf www.aidshilfe.de ankommt, wer ihn nutzt oder nicht nutzt, warum, beziehungsweise warum nicht, und was besser gemacht werden kann. Die Ergebnisse sollen in die für dieses Jahr geplante Neukonzeptionierung des Internetauftritts einfließen.

Also: Alle mitmachen! Auch oder gerade weil’s weder Gratisabos für Irgendwas, noch Badehandtücher zu gewinnen gibt.

Wir wollen’s wissen | Nutzerbefragung bis 24. Mai 09

Vorbildlich wie ich nun einmal bin, ähm, also,… egal, jedenfalls gibt’s hier direkt von mir den ersten Verbesserungsvorschlag. Den Rest des Beitrags lesen »


Massen-Eierbefummeln

19/04/2009

Was geschieht eigentlich, zum Beispiel nach einem Rugbyspiel, in den Umkleidekabinen?

Das hier (man achte besonders auf das alberne Rumgegackere der echten Kerle):

So, und weil der Durst nun sicher groß ist, der Wissendurst, hier noch ein paar weitere Lektionen:

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HIV in der öffentlichen Wahrnehmung

18/04/2009

In diesen Tagen wirbelt die Berichterstattung über die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa, ihre HIV-Infektion und die angebliche Weitergabe derselben an einen oder mehrere ihrer Sexpartner durch den Blätterwald.

Ich bin sehr verwundert, dass Frau Benaissa ein Geheimhaltungsinteresse für sich beansprucht. Jemand, der sich freiwillig in der medialen Welt präsentiert, ja sogar davon lebt, in der Medienwelt präsent zu sein, macht damit sein Privates zum Öffentlichen. Zu glauben, es könne gesteuert und dosiert werden, was die Medien und damit die Öffentlichkeit erfährt, wird sie als Fehleinschätzung verbuchen müssen. Wer zur Erhöhung des eigenen Marktwertes die Billigmedien und ihre primitiven Leser mit Geschichten über den Nachwuchs, Substanzmissbrauch und den Schuldenstand anlockt, darf getrost davon ausgehen, dass die Meute sich auch für staatsanwaltliche Ermittlungen, Haftbefehle und den Gesundheitsstatus interessiert. Wer seinen Rechtsbeistand gegenüber der BLÖD-Zeitung brühwarm über die Verhältnisse und Befindlichkeiten während der Untersuchungshaft berichten lässt, gleichzeitig aber dieser und anderen Zeitungen gerichtlich untersagt, über die Hintergründe des Verhaftung zu schreiben, setzt sich dem Verdacht aus, hier den Weg für eine ertragreiche Exklusivstory freihalten zu wollen.

Meine Verwunderung erstreckt sich aber auch auf das, was uns die Medien unter Hinweis auf das (angebliche) Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit präsentieren. Den Rest des Beitrags lesen »


Das Mittel gegen Heuschnupfen: Sex (wirkt nur bei Männern)

17/04/2009

GB, thank you so much for this interesting bedtime-story! :P

“Actually I think it’s just hay fever. I guess I need to ejaculate again.”

“What did you say?” I reply startled, “Did you say ‘ejaculate’??”

“Yeah, apparently it’s a cure for hay fever.” Den Rest des Beitrags lesen »


Das Positive

11/04/2009

Die Kranken und die Armen

15/03/2009

Es ist zum Verzweifeln! Sechs kanadische schwule beziehungsweise lesbische Menschen  haben ein zehn Seiten langes Pamphlet erstellt, mit dem sie sich bei der kanadischen Menschenrechtskommission über die staatliche kanadische Gesundheitsverwaltung beschweren und fordern, die Gesundheitsbehörden mögen mehr Augenmerk auf die Belange schwuler und lesbischer Menschen legen. Zur Begründung ihrer Forderung stellen sie zusammen, warum schwule Menschen häufiger krank sind und eine geringere Lebenerwartung haben. Dabei stützen sich größtenteils auf niemals zuverlässig erhobenes oder längst überholtes Zahlenmaterial. Sie dilettieren derart, dass das Papier ein gefundenes Fressen für das homophobe Pack in Nordamerika ist.

Der ‘Ex-Gay’ David MacDonald stellt genüßlich die zusammengedichteten Zahlen zusammen: Den Rest des Beitrags lesen »


Die Menschenrechtssituation in Deutschland aus Sicht der USA

04/03/2009

Man mag es für anmaßend halten, oder auch nicht. Die Weltpolizei USA wirft in  regelmäßigen Abständen einen Blick auf die Menschenrechtslage in anderen Ländern, so auch auf die Verhältnisse in Deutschland. Nebenbei wird bemerkt:

[...] The vandalism came a week after vandals damaged a nearby memorial to gay victims of the Nazis. Den Rest des Beitrags lesen »


Partnerwahl mit der AOK

26/02/2009

Durch einen Post auf ondamaris bin ich auch eine Veröffentlichung des AOK-Bundesverbandes eV aufmerksam geworden. Im Winterheft, Seite 8, der AOK-Zeitschrift ju[gendpressedien]st darf sich eine als Psychotherapeutin und Ärztin der AOK Baden-Württemberg firmierende Sabine Hawighorst-Knapstein (angeblich promoviert) verbreiten:

Ist Aids noch ein Thema? Leider ja: Die Immunkrankheit Aids ist eine lebensstilbedingte Infektionskrankheit, die immer noch auf dem Vormarsch ist.

Lebensstilbedingte Infektionskrankheit? Diese aus der Gauweilerschule stammende Formulierung und die dahinterliegende Vorstellung von der Verderbheit bestimmter Lebensstile ist in dieser oder ähnlicher Form in den Pamphleten von proKöln und und anderen rechtsextremen Organisationen zu lesen. Derartigen idologischen Schmarrn in einem Jugendblättchen der AOK zu finden, hat mich sehr irritiert.

Hawighorst-Knapstein schreibt auch:

Ein Kondom – auch für Frauen – mindert die Gefahr der Übertragung einer Geschlechtskrankheit. Und natürlich die umsichtige Partnerwahl!

Hier hat offenbart Christl Vonholdt den Bleistift geführt, die schon seit Jahren mit ihrer evangelikal vergifteten Ideologie und Idiotie Ratschläge zur Partnerwahl erteilt und ihre Tipps früheren Vorstellungen zur Reinhaltung des Volkskörpers entnimmt.

Ich habe bei dem AOK-Bundesverband nachgefragt, Den Rest des Beitrags lesen »


Prostatakrebs und Masturbation

29/01/2009

Seit Gestern geistern Meldungen durch die Medien, in denen unter Bezugnahme auf eine Studie der University of Nottingham behauptet wird, Selbstbefriedigung (Onanie, Masturbation, Wichsen, …) in jungen Jahren erhöhe das Risiko, im Alter an Prostatakrebs zu erkranken.

Zum Beispiel

Focus:  Viel Sex begünstigt Prostatakrebs

20 Minuten: Sexuell aktiver Mann – hohes Krebs-Risiko?

Wenigstens hat 20 Minuten die Überschrift mit einem Fragezeichen versehen.

Bevor nun jemand auf den Gedanken kommt, seine sexuellen Aktivitäten zu reduzieren und weniger häufig die Dinge in die Hand zu nehmen, sei darauf hingewiesen, dass Den Rest des Beitrags lesen »


Weißt Du, was Du tust?

01/01/2009

Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück.

Neue Chancen, neues Risiko!

Ich hoffe, Ihr wisst, was Ihr tut. Wenn nicht, hat dieser nette Kerl

ein paar Info’s für Euch. Einfach an der richtigen Stelle anklicken!


Von Unterschichtenschwulen, AIDS und Sex im Intermediärbereich

31/12/2008

Die Forschungsgruppe Public Health bei dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat ihren Gesamtbericht zur im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung durchgeführten 8. Wiederholungsbefragung “Schwule Männer und AIDS” veröffentlicht.

Bereits vor über einem Jahr hat das WZB einen Kurzbericht über die Befragung vorgelegt, den ich mit kritischen Anmerkungen zur Kenntnis genommen habe. Nach Studium des Gesamtberichts verstärken sich meine Bedenken ob dieses Forschungsansatzes und seiner Umsetzung1.

Der Gesamtbericht trägt den vollmundigen Titel “Wie leben schwule Männer heute?”. Eine Antwort finde ich mitnichten in diesem Bericht. Es geht im Großen und Ganzen um Sex und STIs. Schwules Leben außerhalb von Betten, Darkrooms, Saunen und Arztpraxen wird nur ansatzweise beleuchtet. Den Rest des Beitrags lesen »


„Komm lass Dich umarmen!”

21/12/2008

Lesetipp:

“Verbrüderung der Sterblichen” auf Termabox.


Das heterokopulative Syndrom: Ein einziger Penis-Vagina-Kontakt genügt!

14/12/2008

Vor kurzem erzählten mir ein paar Freunde (alle schwul, keine Frage), dass sie alle schon Sex mit Frauen hatten. Früher, irgendwann einmal, versteht sich.

Ich mache mir Sorgen. Jungs, lasst die Finger (und Schwänze) davon, das ist gefährlich!

Einer meiner Leser, diese Sorgen ahnend, machte mich auf eine Veröffentlichung im International Journal of Epidemiology (Oxford University) aufmerksam. In einem Ausatz mit dem Titel “Heterocopulative Syndrome: Clinico-Pathologic Correlation of 260 Cases” heißt da zum Beispiel:

The hazards of heterosexual behaviour have been well documented. They include, but are not limited to, unplanned pregnancies, penile and cervical cancer, vaginitis, a host of sexually transmitted diseases (some of them incurable or deadly), a disproportionate propensity to engage in child molestation, global overpopulation, socially oppressive gender roles, and more. A recurring pattern of these health disorders resulting from the union of the penis and vagina has been named heterocopulative syndrome. These people could pose a serious public health threat if such practices continue unchecked and may be especially dangerous if employed as food handlers.

Und weiter: Den Rest des Beitrags lesen »


Prävention durch Stigmatisierung

14/12/2008

Machmal, so scheint es, wird in der Diskussion über HIV und AIDS die Stigmatisierung von HIVpostiven Menschen als geeignetes Mittel der Prävention gesehen. Den Rest des Beitrags lesen »


Schwarzer Humor?

05/12/2008

Nein, es ist kein Humor, weder schwarzer noch weißer, sondern eine mehrfache Verumglimpfung und Entgleisung, die sich Exit da geleistet hat. Blogger Takatukaland schreibt sehr zu recht:

Mir fällt es sehr schwer das noch als eine unüberlegte, unreflektierte oder dumme Handlung abzutun. Den Rest des Beitrags lesen »


Attraktivität & Safer Sex

05/12/2008

Kanadische Wissenschaftler wollen einen Zusammenhang zwischen der körperlichen Attraktivität eines Mannes und dessen Safer-Sex-Verhalten herausgefunden haben:

Gay men who are not considered sexually desirable are more likely to engage in risky sexual behavior, Canadians researchers have found.

Adam Isaiah Green interviewed dozens of gay men in Toronto to determine what qualities made some men more sexually desirable than others, and what the consequences of being undesirable might be on mental and physical health.

“I found that young, white, middle-class men are considered much more sexually desirable than men who are racial minorities, over 40 and poor,” Green said in a statement.

It also highlighted cases whereby undesirable gay men will forgo safe-sex discussion and, in some cases, condom use, in the context of sex with a more attractive partner.

Üblicherweise würde ich nun ein paar Bemerkungen zum Studiendesign machen (”dozens of gay men”), aber geschenkt. Denn: Im wesentlichen entsprechen die in Toronto verkündeten Erkenntnisse meinen Beobachtungen. Ob die Kategorisierung “young, white, middle-class” hier ebenso gültig ist, mag dahingestellt bleiben.

Tatsächlich habe ich den Eindruck (virtuell und im wirklichen Leben), dass Männer, die ich für sexuell unattraktiv halte, eher (!) zu ‘unsafem Sex’ (ich lasse den Begriff jetzt einmal so unbestimmt stehen) bereit sind und sich eher in möglicherweise gefährliche Situationen (abseits von STIs) bringen, als Männer, die ich attraktiv finde. Den Rest des Beitrags lesen »


Bundeswertpapiere als Anlageempfehlung für HIVpositive Menschen!?

03/12/2008

NWZ Online brachte vorgestern ein zum Welt AIDS Tag wohl unvermeidliches Interview mit der Frau Bundesgesundheitsministerin (vermutlich von dpa übernommen).

Auf die Frage:

Verbände weisen auf einen höheren Versorgungsbedarf der älteren HIV-Infizierten hin. Wie kann der Staat hier stärker helfen?

fand es die Redaktion von NWZ Online angemessen,  durch eine Werbeeinblendung auf die staatlichen Angebote zur Selbstveranwortung und Selbstvorsorge HIVpositiver Menschen hinzuweisen: Den Rest des Beitrags lesen »


Mein Leben mit HIV

23/11/2008

HIV begleitet mich nun schon seit mehr als zwanzig Jahren. Angefangen hat alles, als ich etwa ab der Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts der Enge der elterlichen Wohnung immer häufiger entfloh und meine ‘Beutezüge’ weit über meine Heimatstadt ausdehnte. HIV war damals kein Begriff. Wenn, dann sprachen die Leute von AIDS oder, drastisch, von der Schwulenseuche. Viel wusste ich nicht darüber, ich kannte auch keinen an AIDS erkrankten Menschen. Außerdem war ich der Meinung, dass mich das alles ohnehin nicht betraf, weil … Tja, keine Ahnung – ich habe es einfach verdrängt. Ich wollte die geilen sexuellen Aspekte meines Schwulseins, die ich gerade entdeckte, nicht durch AIDS, durch Krankheit und Tod eintrüben lassen. Und doch, die ein oder andere Schreckensmeldung und das ein oder andere Bild AIDS-kranker Menschen, hatten Spuren hinterlassen. Eher im Unterbewusstsein; da war manchmal ein ungutes Gefühl: Du kennst den doch gar nicht, wer weiß ob der nicht vielleicht, … nein besser nicht. 1980iger Jahre: Den Rest des Beitrags lesen »


“Männer steckten Opfer absichtlich mit Aids an”

17/11/2008

Stop! Nicht aufregen, noch nicht! Den Posttitel habe ich eins zu eins übernommen aus der Überschrift eines Artikels auf Welt Online. Mir ist durchaus klar, dass man sich nicht mit AIDS anstecken kann. Anscheinend fehlen aber so manchem Journalisten und Redakteur diese Grundkenntnisse, denn auch Die Zeit und Der Tagespiegel hatten zeitweise ähnliche Überschriften gebildet. Zwischenzeitlich ist dort ‘AIDS’ durch ‘HIV’ ersetzt worden.

Es geht um den folgenden Fall:

Ein Gericht im niederländischen Groningen hat zwei HIV-positive Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie mindestens 14 Schwule Männer [geändert, TGD] vergewaltigt und dann ihr Blut mit einer Spritze den Opfern injiziert haben.

Der 49-jährige Peter M. wurde wegen Vergewaltigung zu neun Jahren, sein Komplize Hans J. zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der 49-jährige Wim M., der beschuldigt wurde, die Kontakte zwischen den Tätern und den Opfern per Internet hergestellt zu haben und in dessen Haus die Taten begangen wurden, erhielt keine Haftstrafe [Queer.de irrt. Der Mann wurde zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt, aber auf freien Fuß gesetzt, weil die Dauer der Untersuchungshaft bereits die Dauer der angeordneten Gefängnisstrafe überschreitet, TGD]. Die Staatsanwaltschaft hat bereits angekündigt, das Urteil anfechten zu wollen. Sie hält es für zu milde.

Der Fall hatte im vergangenen Jahr für Bestürzung in den Niederlanden gesorgt (queer.de berichtete). Die Verurteilten sollen die Opfer zu einer Sexparty eingeladen, dann mit der Partydroge “Liquid Ecstasy” betäubt und anschließend ihre Taten begangen haben.

Es verwundert nicht, dass die Welt Online schon im Mai 2007, als die jetzt verhandelten Vorgänge bekannt wurden, desorientiert war und blutrünstig schrieb: Den Rest des Beitrags lesen »


Von Virenzählern und Dildos

05/11/2008

Ondamaris berichtet in einem Post von einer in Bochum geplanten Studie, die Licht ins Dunkel des Rektums bringen soll. Es geht um die HIV-Infektiosität bei Analverkehr. Mit dieser Studie soll das Statement, mit dem die Eidgenössische Kommission für Aidsfragen (EKAF) erklärte, HIVpositive Menschen  mit einer Virenlast unter der Nachweisgrenze seien unter bestimmten Voraussetzungen nicht infektiös, widerlegt werden. Im Internet ist über diese Studie nichts Näheres zu erfahren. Allerdings haben an der Studienkonzeption Beteiligte in den Kommentaren auf ondamaris in auffallend volkstümlicher Sprache für Unklarheit gesorgt.

Die Studienteilnehmer, so ist den Erläuterungen zu entnehmen, sollen sich in einer Vorstudie Dildos in den Popo schieben:

Das Kompetenznetz hat das Votum der Ethik-Komission für die Stimulation mit einem künstliche Penis (Dildo) bekommen.

Außerdem – nur zur Klarstellung – sollen sich die Studienteilnehmer/innen selbst stimulieren – es steh also nicht der behandelnde Arzt im weißen Kittel hinter einem und knall den Dildo rein, bis die Hütte brennt. Den Rest des Beitrags lesen »


HIV Stigma

03/11/2008

Ein Projekt aus Kanada: Den Rest des Beitrags lesen »


eCard danach

24/10/2008

Die pressetext Nachrichtenagentur berichtet über ein Projekt in den USA:

Einen neuen [seit 2004!, TGD] Online-Service für Menschen, bei denen nach einer Sexbeziehung eine sexuell übertragbare Erkrankung (STD) diagnostiziert wurde, bietet die Nonprofit Organisation inSPOT http://www.inspot.org. Der ehemalige Partner erhält eine anonyme elektronische Postkarte in der zu lesen ist, dass er möglicherweise an einer solchen Erkrankung leidet. Das soll den Betreffenden dazu animieren, sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Den Rest des Beitrags lesen »


Der Kölner Safe Environment Ansatz, oder: Dürfen hinter dem Vorhang das Handtuch und die Hemmungen fallen?

13/10/2008

Mal wird sie lang diskutiert, mal wird sie breit diskutiert, die Frage was Safer Sex ist, wer dafür verantwortlich ist, dass Sex safe ist und ob es Sex, der nicht safe ist, überhaupt geben darf.

In Hamburg rufen die Schwusos nach dem Staat, in Paris schreiten Bürgenwehren zum Kampf gegen gummiloses Ficken und im vergangenen Jahr forderte ein CDU-Bundestagsabgeordneter, HIVpostive Menschen beim Sex strikt von HIVnegativen Menschen zu trennen. Allen gemein ist die Forderung nach einem Verbot von Sex ohne Kondom. Für die Öffentlichkeit, die vornehmlich nur noch auf schrille Töne und grelles Forte reagiert, wird ein Anprangern sogenannter Bareback-Partys zelebriert. Detailinformationen und differenzierte Präventionsbotschaften sind für die Schaumschläger von geringem Interesse, denn sie wollen keine informierte und kritisch fragende Öffentlichkeit, die nur ihre Fernziele gefährden würde. Den Rest des Beitrags lesen »


„Ich hab HIV, willst du auch?“

26/09/2008

… so übertitelte der Kölner Stadt-Anzeiger gestern einen seiner Artikel in der Druck- und Onlineausgabe. Gut gemeint, das unterstelle ich dem Stadt-Anzeiger ohne weiteres, ist gleichwohl noch lange nicht gut gemacht.

HIV und AIDS können offenbar nicht ohne die Klärung der Schuldfrage erörtert werden. Und so erfahren wir:

Benjamin (31) wurde im Alter von 22 Jahren vergewaltigt und mit HIV angesteckt. Den Rest des Beitrags lesen »


Wunder Penis

23/09/2008

Nicht Wunderpenis oder Peniswunder, sondern wunder, schmerzhafter Penis, darum geht’s. Heute lernen wir wieder etwas: