Ein geglücktes Leben: Vater, Mutter, Tochter, Sohn und Hund

Seit drei Wochen ungefähr, Bischof Overbeck hatte mich gerade darüber belehrt, dass ich ein verunglücktes Leben führe, bin ich nun auf der Suche nach dem geglückten Leben. Was mag ein heterosexuellen Leben wohl zu etwas Besonderem, zu etwas Verteitigenswertem machen; zu verteidigen gegen alles Schwule. Was mag das für ein Leben sein, dass sich so glanzvoll glücklich gegen das sündhaft homosexuelle Leben abhebt? Was nur mag heterosexuellen Menschen die alleinige Berechtigung zur Kindererziehung verleihen? Welche besonderen Gaben mögen sie haben, dass nur sie, und nur sie allein, Kinder in der richtigen Art und Weise erziehen können?

Was nur mag das Leben dieser Menschen

Die Eltern hatten ihrer minderjährigen Tochter erlaubt, eine sexuelle Beziehung zu einem Mann einzugehen, der in der Familie ein und ausging. Die 13-Jährige wurde schwanger und brachte ein Mädchen zur Welt. Ob gegen den 38-jährigen Mann ein Verfahren wegen Verführung Minderjähriger eingeleitet wurde, kam im Prozess nicht zur Sprache. Die Eltern hatten auch nicht gehandelt, als der jüngste Sohn von seinen Geschwistern in einem Park nackt ausgezogen und an einen Baum gefesselt wurde. Die Kinder hatten einen Hund geholt, der die Genitalien des Bruders ableckte. „Er ist doch selbst schuld, wenn so etwas passiert“, soll der Vater das Geschehen kommentiert haben.

Eine Lehrerin hatte das Jugendamt eingeschaltet. Der missbrauchte Junge hatte sich ihr anvertraut und die sexuellen Übergriffe seiner Geschwister aktenkundig gemacht. Allerdings hatte die Pädagogin dem Jungen versprechen müssen, nicht die Eltern einzuweihen, denn „sonst hätte er in der Familie die Hölle auf Erden gehabt“.

in den Augen des Bischofs soviel geglückter erscheinen lassen, als mein sündiges homosexuelles?

(NB: Der hier aus der Berichterstattung des Kölner Stadt-Anzeigers übernommene Fall kam vor das Kölner Amtsgericht. Dort wurde die Mutter der Kinder freigesprochen, der Vater zu einer geringfügigen Bewährungsstrafe und ein paar Sozialstunden verurteilt. Glück gehabt, die beiden Kinder dürfen bei ihren heterosexuellen Eltern weiterhin ein geglücktes Leben führen. Man stelle sich nur vor, der Richter (oder die Medien) hätten in dem Tun und Treiben eine homosexuelle Komponente erblickt …).

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Eine Antwort auf Ein geglücktes Leben: Vater, Mutter, Tochter, Sohn und Hund

  1. Thommen sagt:

    Dies sollte immer die erste Frage vor einer Diskussion sein: Ob Homosexualität allein schon sexueller Missbrauch ist! ;)

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