Im Milieu

Im Journalistenmilieu scheint sich die Verwendung des Begriffs ‘Homosexuellen-Milieu’ wieder einer zunehmenden Beliebtheit zu erfreuen.

In den verstaubten Redaktionsräumen der Würzburger Mainpost hat man sich folgendes ausgedacht:

Statt dem Lover kam die Kripo: Schwuler verurteilt

Erstaunlich ist, dass die Mainpost es in anderen Zusammenhängen nicht für nötig hält, die sexuelle Orientierung des Täter in der Überschrift eines Artikels hervorzuheben. Zum Beispiel wurde am 25.06.2009 gemeldet:

Vater erstach seine Tochter

und

Ehefrau verprügelt

Offenbar geht die Mainpost davon aus, dass derartige Straftaten durch heterosexuellen Menschen der Normalität entsprechen und jeder weiß, dass derartiges im Heterosexuellen-Milieu an der Tagesordnung ist. Kriminelle Handlungen durch schwule Menschen scheinen da schon eher zu überraschen.

Vielleicht ist es aber auch so, dass das fränkische Käseblatt seinen heterosexuellen Lesern nicht zumuten will zu erkennen, in was für einem verbrecherischen Milieu sie leben, ist doch das Heterosexuelle das Gute, das von Ratzinger und der CSU gewollte. Da muss man schon deutlich machen, wer in Wirklichkeit die Bösen, die Kriminellen sind:

Die Sache, die ein 21-jähriger Mann über sich hat ergehen lassen, geschah im Homosexuellen-Milieu und war gespickt mit krimineller Energie.

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