Mein Lieblingskardinal, der kleine Erdbeerschorsch aus Köln, war gestern im Fersehen, bei Maischberger. Ich hab’s nicht gesehen, aber QUEER.DE berichtet darüber. Unter anderem, also unter dem üblichen Geschwafel, hat er gesagt:
Gott hat den Menschen in zwei Grundausführungen ins Dasein gerufen, nämlich als Mann und als Frau und zwar mit der Bestimmung, dass die Beiden sich ergänzen und eins werden.
Das ist zwar blödsinn, aber lassen wir den kleinen Joachim in diesem Aberglauben. Doch nun leugnet der Erdbeerschorsch hartneckig, jemals mit einer Frau eins geworden zu sein. Da er aber als Oberglaubender gewiss sich nicht dem göttlichen Willen, den er zweifellos genau kennt, verweigert, bleibt nur, davon auszugehen, dass er beide “Grundausführungen” in sich vereinigt, er sich selbst ergänzt und mit sich selbst eins wird. Erklären würde das einiges…
Gloria von tut und taugt nix war auch in der Sendung und folgendes wurde von ihr gesendet:
Für Gläubige hat sie einen simplen Tipp: “Viel beten! Er (der Schwule, Red.) solle Gott um Kraft bitten, mit dieser ’schweren Versuchung’ zu Recht zu kommen. Da brauchen wir nicht darüber zu diskutieren: Es ist ein schweres Kreuz”. Daraufhin folgte eine Drohung: “Wir haben nicht viel Zeit. Irgendwann stehen wir alle mit einem Fuß im Grab… Der Weg in den Himmel ist steil und steinig. Und der Weg in die Hölle ist bequem und breit.”
Und damit spricht sie, vermutlich vollkommen unbewußt, das eigentliche Problem an: Gläubige. Und zwar Gläubige vom Schlage der Meisners und Thurn und Taxis, die hier auf der Erde alles den Bach runter gehen lassen, nur um sich selbst damit zu befriedigen, dass sie eines Tage mit einem Fuß ins Grab und mit der Restmasse in den Himmel kommen. Ihren Irrtum werden sie erst erkennen, wenn es zu spät ist.
10/09/2008 um 7:36 |
Lieber Stefan!
Gerade beschäftigt mich Ludwig Marcuse wieder. In seinem Buch “Argumente und Rezepte. Ein Wörterbuch für Zeitgenossen” steht unter dem Titel “Festigkeitslehre” etwas, das sowohl hier als auch zu vielen anderen Glaubens- und Dummheitsthemen passt, die Du hier schon abgehandelt hast. Ich zitiere:
“Festigkeitslehre
Nur vor den Dogmatikern teilt sich das Leben wie das Rote Meer vor den Juden: nichts kommt an sie heran, nichts kann sie überschwemmen.
Die Festigkeit hat ihre Größe und ihre Komik: sie ist bei den Glaubenshelden und bei den Dürren, die aus Unempfänglichkeit und Angst vor dem Neuen sich anklammern” (Ludwig Marcuse)
Herzliche Grüße sendet Markus
10/09/2008 um 10:26 |
Man kann sich das Ganze übrigens online anschauen:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/918616
10/09/2008 um 10:43 |
@ Markus:
Danke für die, gerne erwiederten, Grüße. Passendes Zitat!
@ Marco1981:
Danke für den Hinweis. Ich werd’s mir aber nicht antun.
10/09/2008 um 10:45 |
Ich möchte gerne noch inhaltlich etwas loswerden @TGD: Du schreibst:
[...] ” Und zwar Gläubige vom Schlage der Meisners und Thurn und Taxis, die hier auf der Erde alles den Bach runter gehen lassen, nur um sich selbst damit zu befriedigen, dass sie eines Tage mit einem Fuß ins Grab und mit der Restmasse in den Himmel kommen.
Das wiederum ist mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Für Jesus war der Begriff des “Reich Gottes” immer im Hier und Jetzt definiert. Somit eben gerade nicht in der Transzendenz.
Man könnte also viel eher sagen, dass Meißner und die Schnacksel-Fürstin diese elementare Botschaft nicht verstanden haben.
10/09/2008 um 11:18 |
@ Marco1981:
Bitte. Inhaltliches wirst Du hier immer los.
Meine Haltung zu Glaubenfragen habe ich vor einiger Zeit zu html gebracht:
Glaubensfragen – Glauben oder Fragen?
10/09/2008 um 11:32 |
@TGD: Danke für den interessanten Link und deine Ansichten.
In der Tat ist es die größte Gefahr, dass der an sich positive Glaube von der katholisch-muslimischen-oder-sonstigen Pfaffenschaft ständig als “Opium fürs Volk” für die Rechtfertigung einer reaktionären Agenda missbraucht wird.
Gruß aus Köln,
Marco
11/09/2008 um 9:42 |
. . . . wobei so n bischen opium hat einen – was imo den inhalt einer jeden religion betrifft – sehr förderlichen aspekt. es entspannt – macht friedlich – das hirn leer und zeichnet dem opium genießenden ein lächeln auf s gesicht. wenn ein zehntel davon eine jede religion bzw. deren interpretierer zustande bringen würden . . . .dann wäre die welt eine bessere und das miteinander um einiges friedlicher – lebenswerter.
14/09/2008 um 6:03 |
[...] sei Dir gesungen Nach dem Fersehauftritt von Gloria von tut und taucht nix war zu erwarten, dass die BLÖD-Zeitung hinhechelt und um ein Interview nachsucht. Und da Frau [...]
15/09/2008 um 12:19 |
die ideologische fulda-variante -in bester dyba-tradition- liefert herr algermissen, dortiger bischof: der spricht von der “kulturellen Revolution der Homo- und Lesbenorganisationen” zur Schaffung des “neuen Gender-Menschen” …
http://www.welt.de/welt_print/article2444971/Papsttreue-Katholiken-sehen-Deutschland-im-Kulturkampf.html
15/09/2008 um 5:29 |
@ ondamaris:
Danke für den Hinweis! Anzumerken ist noch, dass in den Augen der Fundamentalkatholiken mit Kulturkampf nichts anderes als Vernichtung von Kultur gemeint ist.