Transparenz, 20 Jahre über den Tod hinaus

In den nächsten Wochen erhalten alle in Deutschland Steuerpflichtigen ein sogenanntes bundeseinheitliches Identifikationsmerkmal zugeteilt, unter der alle steuerlich relevanten Vorgänge erfasst und die dazugehörigen Daten gespeichert werden sollen. Die Begründung des Gesetzgebers:

 

Damit wird Bürokratie abgebaut und die Transparenz des Besteuerungsverfahrens erhöht. 

 

Gemeint ist  freilich nicht, dass das Besteuerungsverfahren für den Steuerzahler durchschaubarer, sondern dass der Steuerzahler im Besteuerungsverfahren durchsichtiger wird.

 

Zuteilt wird die Identifikationsnummer jedem gegenwärtig lebenden Steuerpflichtigen, soweit er von den Finanzbehörden oder Einwohnermeldeämtern erfasst ist, und jedem zukünftig entstehenden Steuerpflichtigen (=Neugeborene). Ungültig wird diese Nummer erst zwanzig Jahre nach dem Ableben. Vermutlich möchte der Gesetzgeber die Voraussetzungen dafür schaffen, zumindest übergangsweise im Jenseits weiterbesteuern zu können. 

 

Wer Fragen hat, findet Antworten vielleicht hier.

4 Antworten zu “Transparenz, 20 Jahre über den Tod hinaus”

  1. axyron sagt:

    “Begründung” und “Antworten” verweisen auf “404 nicht gefunden”. Ich kann nicht sagen, daß mich dieses Ergebnis unbefriedigt läßt.

    Ich plädiere übrigens seit Jahren schon für einen eingebrannten Strichcode auf der Stirn…

  2. ondamaris sagt:

    unter gesichtspunkten des datenschutzes wird mir bei diesem thema ja mal wieder ganz flau im magen …

    ich eirnnere mich, als vor vielen jahren die volkszählung viele menschen mobilisierte, die bedenken hatten, welche aushorchung denn da welchen sinn haben soll … und bin erstaunt, dass eine weitere einheitliche identifizierende nummer so anstands- und beinahe protestlos eingeführt wird, als sei das ein rein technischer vorgang …

    persönlich finde ich den gedanken, von geburt bis 20 jahre über den tod hinaus (!) eine nummer zu sein (in der finanzbürokratie) ja ziemlich unangenehm …

  3. TheGayDissenter sagt:

    @ axyron:

    Ich habe die Verlinkung korrigiert. Mal schauen wann die Seiten erneut umziehen.

    Über einen Fall von Selbstcodierung schrieb ich hier:

    http://stevenmilverton.com/2008/02/06/penisbilder/

    @ ondamaris:

    Wenn die Verwendung und der Datenzugriff auf die Finanzbürokratie beschränkt bliebe, würde ich mich gelassen zurücklehnen. Aber es wird nicht lagen dauern, und es wird auch andere Stellen geben, die Zugriff nehmen.

    Ähnlich wie seinerzeit beim Kontenabrufverfahren wird erst ganz klein angefangen (erst Geldwäschebekämpfung, dann Steuerhinterziehungsbekämpfung) und immer mehr ausgeweitet. Jetzt wird alles mögliche bekämpft - vor allem die Freiheit der Bürger.

  4. ondamaris sagt:

    @ TGD:
    zustimmung - genau darauf zielen meine bedenken, auf die schleichende ausweitung der anwendung, natürlich stets aus sachzwängen und höheren interessen …

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