Richtig müsste die Überschrift heißen, ‘Reich aufgrund von Schwulenhass’, und zwar aufgrund des Hasses gegen Schwule, den zwei Männer in New Jersey über Jahre hinweg erdulden mussten.
Peter deVries and Timothy Carter, ein schwules Paar, wohnten in Secaucus direkt neben einer Feuerwache. Dieses Nebeneinander war kein friedliches:
During the month-long trial, deVries and Carter, who lived on Schopmann Drive next door to the town’s North End firehouse on Paterson Plank Road, testified that they were harassed by firefighters who taunted them and threw rocks at their home at 1 a.m. on April 25, 2004, after the couple complained about a raucous party there.
The suit also alleged that Secaucus police, who did not charge anyone, failed to investigate the incident properly.
The couple alleged that the incident was not the first time they had been antagonized by the firefighters, nor was it the last - and eventually the couple moved to Jersey City.
In court, deVries and Carter testified that they had found used condoms on their patio before the incident and another time they found bloody rags outside their front door.
Polizei und Stadtverwaltung blieben untätig. Irgendwann wurde es den Beiden zu viel und sie verklagten die Stadt. Nun entscheid ein Gericht, dass ihnen rund USD 2,8 Mio Wiedergutmachung für die erlittenen emotionalen Beieinträchtigungen und den entstandenen Sachschaden zu zahlen sind und dass sie weitere USD 2 Mio für Verfahrens- und sonstige Kosten erhalten.
Mit Blick auf die, zwar grundsätzliche zu kritisierende, Punitive-Damage-Rechtsprechung in den USA halte ich diese Enscheidung für angemessen, obwohl mit Geld das erlittene Unrecht kaum wieder gut zu machen ist.
Ganz anders ist ein Fall in South Carolina ausgegangen. Dort überlebte der 20jährige Sean Kennedy ein schwulenfeindliches Hassverbrechen nicht.
Stephen Moller and Sean Kennedy were outside Brews bar on Pelham Road when Moller used a slur and punched Kennedy, who was openly gay.Â
Kennedy fell to the ground and hit his head on the pavement. He died about 20 hours later.
Der Faustschlag war so stark, dass sämliche Gesichtsknochen von Sean gebrochen waren. Durch den Aufprall auf dem Gehweg wurde Gehirn und Hirnstamm voneinander getrennt.
Ein paar Minuten nach der Tat rief Moller einen Freund des soeben von ihm ermordeten Menschen an und hinterließ folgende Nachricht auf dem Anrufbeantworter:
Hey. (laughter) Whoa stop. (laughter) Hey, I was just wondering how your boyfriend’s feeling right about now. (laughter) (??) knocked the f— out. (laughter). The f—— faggot. He ought to never stick his mother-f—— nose (??) Where are you going? Just a minute. (laughter). Yea boy, your boy is knocked out, man. The mother——-. Tell him he owes me $500.00 for breaking my god—- hand on his teeth that f—— bitch.
Das Urteil lautet auf drei Jahre Haft mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung. Die Untersuchungshaft wird angerechnet. Der Verteidiger rechnet damit, dass Moller maximal 1 1/2 Jahre im Gefängnis verbringen wird. Er erklärte:
In my opinion, I think it’s too [...]. But I think it’s just a freak incident that he died.
Das Leben eines schwulen Menschen hat in den Augen dieses Verteidigers und dieses Gerichts keinen Wert.
Tierquälerei wird in Sout Carolina mit einem halben Jahr bis zu fünf Jahren Haft bestraft, das Veranstalten sogenannter Hahnenkämpfen wird mit Haftstrafen von einem bis drei Jahren Haft und/oder USD 1000 Geldstrafe belegt.
(via Box Turtle Bulletin)


13/06/2008 um 6:22 Uhr nachmittags
Auch wenn es nichts mit dem Thema zu tun hat: von Secaucus nach Jersey City zu ziehen ist aber auch eine Strafe. Eigentlich ist ganz New Jersey eine Strafe.
13/06/2008 um 9:50 Uhr nachmittags
Warum?
13/06/2008 um 11:23 Uhr nachmittags
Du warst noch nie dort?
14/06/2008 um 9:37 Uhr vormittags
Nein. Ich hatte noch keinen Anlaß.
14/06/2008 um 11:11 Uhr vormittags
Bei einen USA Besuch haben wir uns auch diesen Staat angeschaut (muss man aber nicht!!): NJ ist ein eigenartiger Bundesstaat. Arm und nicht sexy. Ich glaube dort ist der größte Arbeitgeber die staatliche Transport- und Hafenbehörde. Und bei der soll das Geschmäckle Mafia/Gewerkschaft/Politik besonders ausgeprägt sein. Es gibt ein Zugpendlernezt von Philadelphia nach NYC, dann riesige alte Autobahnen (Beeindruckend: vier Spuren PKW, daneben vier Spuren LKW), viel zerstörte Umwelt und Atlantic City, die hässliche Spielerschwester von Las Vegas. Selbst das Parlamentsgebäude sollte man nicht von hinten sehen. Damit es überhaupt etwas her macht, wurde das Haus gegenüber dem Capitol abgerissen: (http://picasaweb.google.com/lpoweronl/TrentonNJ111607/photo#5134787834520910962). BTW: Trenton, die Haupstadt ist auch keinen Besuch wert.
tom
14/06/2008 um 1:36 Uhr nachmittags
Trenton spielt doch in der us-amerikanischen Geschichte eine bedeutende Rolle (Battle of Trenton).