Ein frivoler Evangelikaler

God has delivered them into our hands. Boom boom boom … there’s twenty! Ca-ching! Glory, glory to god.

so tönte im Jahr 2003 der christlich-evangelikale Pastor Grant Storm in Wisconsin anlässlich einer Veranstaltung von ‘Christians United’ zum Thema ’Homo-Faschismus’ (!!).

Als ihm darauf hin vorgehalten wurde, er rufe zum Mord an schwulen Menschen auf, zog der Pastor (!) vor Gericht. Er sei ein an Gott glaubender Mensch und schon deshalb missverstanden worden, wie bekanntlich alle an Gott glaubenden Menschen immer missverstanden werden. Was er vielmehr sagen wollte:

The speech was about killing the “homosexual movement” but not gay people.

Der Prediger und sein Rechtsverdreher trieben die Sache bis zum Supreme Court of Wisconsin. Dort fühlten sich die Richter mächtig verarscht, legten dem Reverent und seinem Anwalt die Verfahrenskosten von rund USD 120000 auf und nannten die Argumentation der Beiden ‘frivolous’.

 

 

 

11 Antworten zu “Ein frivoler Evangelikaler”

  1. entdinglichung sagt:

    Grant Storm … da war doch noch was

  2. ondamaris sagt:

    es ist interessant - in letzter zeit taucht an völlig verschiedenen plätzen ab und an der selbe gedanke auf, dass es eine homo-mafia gebe, die viel zu viel macht habe, etc - hier scheinbar sogar in der übersteigerten form des vorwurfs des homo-faschismus’

    kaum haben schwule und lesben an einigen kleinen stellen gesellschaftliche fortschritte erreicht, wird (von interessierten kreisen) so getan als sei nun das alles ein zu skandalisierender machtmissbrauch … eine strategie, die es im auge zu behalten gilt

  3. MithrasX sagt:

    Die Frage ist: Wie könnte man sich dagegen wehren?

  4. entdinglichung sagt:

    Gary Bushell verkörpert eine “säkularistische” Variante dieser homophoben Verschwörungstheorien, indem er u.a. behauptet, “die Schwulen” würden insgeheim die britischen Medien beherrschen

  5. TheGayDissenter sagt:

    @ ondamaris:

    Ich habe die selbe Beobachtung gemacht.

    @ all:

    Wenn man sich die Vertreter der Verschwörungsthesen (dank an entdinglichung für das Beisteuern von zwei weiteren Protagonisten) anschaut, ist wohl eher von einer Verschwörung der Homophoben zu sprechen, denn die Scheinargumente sind doch sehr ähnlich, mal mit mehr, mal mit weniger religiösem Einschlag.

    Leider ist das Publikum, besonders, aber nicht nur, das us-amerikanische, für solche Verschwörungs- und Weltbedrohungstheorien sehr empfänglich. Vergleich mit dem McCarthyismus sind wohl nicht ganz fernliegend.

  6. ondamaris sagt:

    @ TheGayDissenter:
    zustimmung. zu dieser empfänglichkeit kommt hinzu, dass es auch hierzulande genügend menschen (auch politiker) gibt, die die entwicklungen de rletzten jahre nur zähneknirschend hingenommen haben und nur auf den anlass warten, um zu einem rollback zu blasen.

    genau wegen dieser empfänglichkeiten sind achtsamkeit und rechtzeitiges alarmschlagen manchmal angebracht …

  7. TheGayDissenter sagt:

    @ ondamaris: Vor allem gibt es hier hochrangige Richter, die das Rad zurück drehen wollen (und können).

  8. MithrasX sagt:

    Und genau deshalb ärgere ich mich über alle Schwulen die sich freuen, daß alles erreicht wurde und die sagen, daß CSDs als politische Veranstaltung nicht mehr ins Bild passen…

    Keine “Errungenschaft”, und es ist zweifelhaft ob die eingetragene Partnerschaft wirklich diesen Namen verdiehnt, ist für immer. Man muss immer darauf achten, daß die Verhältnisse für uns nicht wieder schlechter werden.

  9. ondamaris sagt:

    @ MithrasX:
    da stimme ich dir zu …
    nur dass ich mir die csds wieder politischer wünsche. das was sich aus berlin und köln als csd erlebe, kann ich kaum noch als (halbwegs ausreichend) politisch empfinden …
    aber das ist ein anderes thema …

  10. MithrasX sagt:

    Ich wünsche mir ja auch politischere CSDs.

    Ficken und Feiern (sorry für die offenen Worte) sollen dazu gehören. Aber im Vordergrund soll die Message stehen und nicht die Sponsoren.

  11. ondamaris sagt:

    @ MithrasX:
    ficken, feiern und denken können schließen sich ja auch nicht aus - und bei besonders spannenden menschen fällt es sogar zusammen ;-))

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