So jedenfalls ist wohl Israel Gutman (Yad-Vaschem-Institut, Jerusalem) zu verstehen, wenn er aus Anlass der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ausführt:
For many years after the war I had the impression that the Germans understood the immense scope of the crime of the Holocaust which they had committed … But this time, they made an error. [...] The location was particularly poorly chosen for this monument. If visitors have the impression that there was not a great difference between the suffering of Jews and those of homosexuals, it’s a scandal. A sense of proportion must be maintained. Nazis persecuted exclusively German homosexuals, many of them Nazis. They were victims of internal political battles within the NSDAP the Nazi party of Adolf Hitler.
Abgesehen davon, dass Gutmann offensichtlich die Geschichte homosexueller Menschen im Dritten Reich nicht kennt, vom ‘Rosa Winkel’ und von entsprechenden Listen der damaligen Polizei- und Ordnungsbehörden wohl noch nie gehört hat, nicht weiß, dass die ohne jeden Zweifel systematische (!) Verfolgung, Folterung und Ermordung auf national-sozialistische Strafgesetze gestützt war: Gutman’s Äußerung ist eine besonders perfide Form der Schwulenfeindlichkeit. Gewiss hat die Verfolgung jüdischer Menschen durch die Nazis Ausmaße erreicht, die quantitativ nicht mit der Verfolgung schwuler Menschen zu vergleichen ist. Aber wie kann Gutman qualitative Unterschiede machen? Wo ist der Unterschied, ob ein Menschen aufgrund seines Glaubens, seiner Herkunft, seiner Abstammung oder seiner sexuellen Orientierung durch staatliche Stellen verfolgt, mißhandelt und getötet wird?
Jeder einzelne Verfolgte ist einer zuviel! Jeder einzelne Gefolterte ist einer zuviel! Jeder einzelne Ermordete ist einer zuviel!
Aber Gutman denkt wohl anders. Er teilt die Opfer der Nazis in verschiedene Kategorien ein. Offenbar gibt es für ihn Opfer 1. Klasse und 2. Klasse. Das deutet darauf hin, dass es für ihn auch Menschen 1. Klasse und Menschen 2. Klasse gibt.


31/05/2008 um 10:25 Uhr vormittags
das erinnert mich -in übertriebener, verzerrrter form- an die diskussionen um eine nationale gedenkstätte, an der allen opfergruppen des nationalsozialismus gedacht werden sollte. die argumentation der einmaligkeit der shiah fand ich damals nachvollziehbar (auch wenn mir ein zentrales mahnmal statt der jetzigen zersplitterung lieber gewesen wäre).
was herr gutman nun dazu von sich gegeben hat ist einfach absurd und eine beleidigung der schwulen ns-opfer
31/05/2008 um 12:09 Uhr nachmittags
Viele Junden nehmen für sich offensichtlich in Anspruch, dass sie allein das Recht auf Leiden haben. Sie benehmen sich als seien teilweise wie die Axt im Wald. Etwas mehr Toleranz täte auch ihnen gut.
02/06/2008 um 8:12 Uhr nachmittags
Lieber Hans-Georg, wir reden hier von einem Historiker. Das Mahnmal hat große Unterstützung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland erhalten.
02/06/2008 um 9:09 Uhr nachmittags
@ Hans-Georg:
nur um adrian zu ergänzen - auch nahezu die gesamten einweihungs-feierlichkeiten sind mehr oder weniger von der gedenkstätte organisiert worden. es gibt also auch toleranz, dialog, zusammenarbeit …
02/06/2008 um 11:00 Uhr nachmittags
Hier in Oregon war ein Buch geschrieben und veröffentlicht, “The Pink Swastika, homosexuals and the Nazi party”. Wahrscheinlich waren die homos verantwortlich für die Nazis Erfolg. Hier ein Link,
http://www.leaderu.com/jhs/lively.html
03/06/2008 um 10:39 Uhr nachmittags
@ Lars:
Ähnliche Thesen werden auch in Deutschland vertreten und gut verkauft:
http://thegaydissenter.wordpress.com/2008/02/18/die-wohlgesinnten-ein-buch-von-jonathan-littell/