Panini-Bilder verboten

Die kleinen Sammelbilder der Fußballstars sind besonders während großer Turniere heißbegehrt. Die ersten Schulen haben nun den Tausch der Kicker-Konterfeis verboten.

Ich dachte immer, Fußball sei so eine schöne, Freundschaft stiftende Sportart!?

Hintergrund des Verbots sind nach Angaben der Behördensprecherin Erfahrungen der Schulen, dass das Tauschen der Bilder Streit und Tätlichkeiten unter den Schülern provoziere.

Wie auf Fußballplätzen und auf den An- und Abfahrtswegen Gewalttätigkeiten ausgetobt werden, ist wohl allseits bekannt. Dass nun aber auch diese albernen Abziehbildchen - warum muss man die überhaupt sammeln? - bei Schülern zu Gewaltausbrüchen führen, ist mir neu.

Liebe Fußballspieler und Fußballfans, ihr sollten mal gründlich über Euch und Eure Sportart nachdenken. Da stimmt etwas ganz gewaltig nicht! Mit Sport hat das doch alles nichts mehr zu tun.

12 Antworten zu “Panini-Bilder verboten”

  1. gokui sagt:

    ich verstehe fußball auch nicht. und den ganzen hyp um sport eh nicht.

  2. Michael sagt:

    @gokui, es wäre schön, wenn´s solch einen Hype im “aktiven Sport” gäbe. Aber der Großteil sitzt zuhause vor dem TV mit einer Chips-Tüte und einer Kiste Bier und sieht eben anderen beim Sport zu. Diesen Hype versteh ich ehrlich gesagt auch nicht. Da bin ich lieber selber aktiv und tu mir und meinem Körper etwas Gutes dabei.

    Ich finde diese aggressive Vermarktung der Abziehbilder ohnehin nicht ganz in Ordnung. Die Werbung richtet sich gezielt an Kinder, die ihr Taschengeld dann für diese Unsinnigkeiten opfern, nur um mit den Klassenkameraden mithalten zu können. Dieserart Hypes halten sich meist dann ein oder zwei Monate und dann werden die Abziehbilder (auch die seltensten unter ihnen) zu einem Schleuderpreis bei allen möglichen Tauschbörsen verkauft…

  3. gokui sagt:

    mit dem hyp sehe ich das genauso.
    anders gesehen: ohne diesen hyp wäre aber auch keine vernünftige förderung des profisports möglich.
    nur was ist vernünftig ?
    wenn alles nur noch auf den ersten platz gerichtet ist und der notfalls auch mal mit entsprechenden “mittelchen”, wobei ich das notfalls noch als blose untertreibung sehe, erstrebt wird ?
    denn sinn und den zweck einer sinnvollen körperlichen betätigung erkennen die meisten nie oder wesentlich zu spät. viele realisieren zwar die ja immer weiderkehrenden “ermahnungen”, aber wie du schon so sagst @Michael: es endet immer mehr oder weniger am gleichen ziel.
    mit weitesgehenden verweigerung des TV konsums ist meine einstellung zur werbung eigentlich mehr als genug ausdruck verliehen. zusätzlich würde ich noch anmerken, daß der großteil der erachsenen vor dem TV nicht sehr viel mehr gehirnmasse aufbringt als die armen kinderchen.

  4. Britta sagt:

    ooch dem Beitrag habe ich noch eine Ergänzung hinzuzufügen. Mich traf bald der Schlag als ich vorletzte Woche von meiner Tochter (Sie ist in der 1. Klasse der Grundschule) einen Zettel mit nach Hause gebracht bekam auf dem allen Ernstes stand das ich unterschreiben müsse, das ich KONTROLLIEREN würde das meine Tochter keine Yugi-Oh Karten (ihr wisst schon dieses bescheuerte Monsterspiel aus der Zeichentrickserie) mit in die Schule bringt. Das Tauschen und Austauschen der Karten und die Spiele mit ihnen würden soviel Unruhe in den Klassenalltag bringen das ein geregelter Unterricht ohne diese Massnahme nicht möglich sei.

    Leute - lasst uns eine Zeitmaschine bauen und unsere Kinder mitnehmen in UNSERE Kindheit - zu der selbst die KLASSENLEHRER noch Glanzbildchen für Glanzleistungen vergaben und Poesiealben noch Poesie enthielten und keine Manga-Aufkleber.
    Wenn LEHRER heute schon nicht mehr in der Lage sind, Klassen mit unter zum Teil 20 Kindern zu bändigen - wie schafften sie es damals mit 35 Kindern oder mehr? Ganz einfach - sie mussten für ihr Geld noch ARBEITEN - aber WIR haben noch was GELERNT…zwischen Mathe und Lesen…SOZIAL sein nämlich…..

    …eine etwas traurige und melancholische
    Britta

  5. gokui sagt:

    @Britta:
    ich glaube das problem sind nicht unbedingt die kinderchen. natürlich sind sie zunächst der offensichtliche endpunkt des produkts ( problem ). zunächst…

    aber woher haben die lieben kinderchen den mist ?
    von den eltern etwa ?
    wenn kinder sich nicht benehmen können werden die lehrer nur sehr schwer was daran ändern können. die maßgebliche erziehung eines kindes findet schon in der ersten vier jahren statt. wer es bis zum sechsten lebensjahr nicht geschafft hat etwas ordnung in das leben des kleinen menschen zu bringen, der wird es in den folgejahren sehr sehr schwer haben.

    da haben es dann also lehrer und auch sportvereine ( karate & kampfsport allgemein ) oft schwer - denn da werden die kinderchen auch ganz gerne zum “gerademachen” abgegeben !
    ( also ich habe da schon zwei eltern gesagt das läuft so nicht… )

    und woher kennen sie diese netten abziehbildchen ?
    aus der werbung und von freunden.
    wenn vattern und muttern schon den ganzen tag, oder einen großteil davon vor der glotze hängen, weil der tag ja so bitter böse schwer ist, dann werden die kinderchen diese medium in gleicher weise übernhmen. also vorbildfunktion.

    mit einer zeitmaschiene wird den kinderchen auch nicht geholfen sein. denken wir auch mal daran, daß sie irgendwann mal wieder in der realität landen. was dann ?

  6. Britta sagt:

    @Gokui…weisst ich bin bei meiner Oma (Ostpreussin) erzogen worden die ersten 10,5 Jahre und vielleicht kann ich es damit erklären das ich bis HEUTE keinen Spass an Dingen wie Fernsehen, Video oder Kino habe dafür aber an der freien Natur, das ich die Krise bekomme wenn Kinder bei schönem Wetter in der Bude hängen und bei schlechtem Wetter nichts zu tun finden ausser mich zu fragen ob sie fernsehn dürfen, wenn ein Kind ab einem bestimmten Alter es NICHT schafft die Ellenbogen beim Essen am Körper zu behalten und Messer und Gabel zu bedienen…..diese Liste liesse sich endlos fortsetzen. Ich habe durch Zufall mal ein Gespräch meiner Grossen mit ihrer Schulfreundin belauschen dürfen - welche da sagte:”Deine Mutter klingt immer wie ein General….!” und wenn ich mir selber zuhöre hat sie nicht Unrecht. Aber auch wenn man mir vorwirft manchmal zu streng zu sein…Meine Kinder sind noch KINDER und nicht willenlose Produkte einer Wegwerf- und Konsumgesellschaft die auf Volksverdummung setzt

  7. TheGayDissenter sagt:

    Meiner Einschätzung nach hilft der Hinweis auf frühere und damit vermeintlich bessere Kindheiten nicht. Ähnliches habe ich auch von meinen Eltern gehört, führt aber im Grunde nicht weiter, da wir im Hier und Jetzt leben - und wer kann schon entscheiden, welches Schräubchen der Zeitmaschine das richtige ‘zum dran drehen’ ist.

    Mir scheint, dass den Kindern (und auch vielen Erwachsenen) Rückzugsräume fehlen. Morgens beginnt die Beschallung, via CD-Player, Fernsehen, Radio, setzt sich auf dem Schulweg fort via Handy und sonstiger Technik, wird in der Schule mit PCs fortgesetzt, ebenso wie am Nachmittag bis in den späten abend hinein. Wann sind die Kinder eigentlich noch sie selbst und nicht am Haken der modernen Technik. Dabei bin ich gewiss kein Technikfeind, jedoch sehe ich gerade junge und sehr junge Menschen in eine Technikabhängigkeit driften. Die Antwort auf die Frage, wem es nutzt, liegt wohl auf der Hand.

  8. gokui sagt:

    @TheGayDissenter: das mit den rückzugsräumen bringt es schon fast auf den punkt. je mehr man sich von den techniken, oder was daraus kommt berieseln lässt, deso mehr wird man abhängig davon. nichts gegen TV ansich: aber wenn da nur dosenkost in immer wiederkehrender wiederholungen rauskommt ? selbst auf manchen sogenannten dokusendern ? ganz zu schweigen von der musik die dabei immer und immer wieder untergespielt wird.
    überhaupt musik: den menschen von heute wird doch versucht eins unterzujubeln indem sie sich über die musik indetifizieren können. natürlich war das “früher auch nicht anders”. nur früher sind die leute zusammengekommen weil sie die musik mögen. heute kommen sie zusammen weil sie auf den styl abfahren. früher hatte musik, zumindest einen teil, noch inhalt. mein gott ich rede ja hier nicht von hochpolitischen texten, aber heute geht es doch nur noch darum das es sich irgendwie gut anhört - text - keine ahnung.
    je früher dieser prozess anfängt bei den kindern deso früher wird ihre eigene persöhnliche entwickelung beeinflusst.

    @Britta: ostpreusen 10,5 jahre. soll ich mal ehrlich sein ? so auf anhieb hat das für mich ein bischen den beigeschmack von zuchthaus. *milde-grins*
    nein natürlich hat es was anderes als in der heutigen zeit. wer von den kiedies spielt denn heute noch im dreck = natur ? und wundern sich dann die eltern wenn die lieben kleinen krank werden allergien bekommen oder einfach nur keinen bock haben.

  9. MithrasX sagt:

    OK. So ungerne ich die gemütliche “früher war alles besser” und “die Medien machen unsere Kinder kaputt” Argumentation unterbreche. Hier mach ich Einspruch geltend.

    Die Lösung ist meiner Meinung nach sicher nicht vollkommener Boykott der Medien. Denn früher oder später werden die Kinder, intensiver noch als wir heute, mit den Medien konfrontiert werden. Und von ihnen dann zu verlangen, daß sie “aus dem Stand” eine ausgereifte Medienkompetenz ausbilden ist in der freundlichsten Formulierung “naiv”.

    Meiner Meinung nach ist es wichtig, daß Kinder VON IHREN ELTERN gezielt an Fernseher und Internet herangeführt werden. Man muss mit Kindern über Themen wie “Glaubwürdigkeit der vermittelten Botschaft” und “Wirkungsweise von Werbung” reden, damit sie zu mündigen Bürgern heranwachsen. Und da sehe ich die Eltern, auch die die lieber die Augen vor der Entwicklung verschließen, in der Pflicht. Kinder von den modernen Medien fern zu halten ist genau so schlimm wie sie vor dem Fernseher zu parken. Fortpflanzung bringt halt Verantwortung mit sich….

  10. TheGayDissenter sagt:

    @ MithrasX:

    Es ist sehr richtig und wichtig, dass Du die Rolle der Eltern betonst. Denn nur all zu oft geben die Eltern die Kinder in der Schule ab und verfahren nach dem Motte, ‘Lehrer, kümmere Du Dich!’ Grundlegenden sollten die Kinder aber immer noch von ihren Eltern beigebracht bekommen. Wenn ich aber zB an die Eltern unserer Nachbarskinder denken, dann schwant mir böses.

  11. gokui sagt:

    @TheGayDissenter: dir schwant böses ? ja was denn erzähl mal. werden sie etwa auch zu bloggern ? *grins*

    einer fällt mir da noch ein:
    wir sind genau zu den typen geworden, wovor uns unsere eltern immer gewarnt haben !
    *doppelgrins*

  12. TheGayDissenter sagt:

    @ gokui:

    Das wird irgend wann einmal, wenn das Maß an mißglückter Erziehung voll ist, ein eigener Post (im besten Fall, im schlimmsten Fall, ein Fall für’s Jugendamt).

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