Ich war zunächst geneigt, diesem Post die Überschrift „Universitärer Dünnschiss“ zu geben. Aber schauen wir doch erst einmal, was der Herr Cand.-Psych. zu sagen hat.
In einem von mir abonnierten Newsletter erhielt ich folgende Mitteilung:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Psychologie-Student an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. Zur Zeit arbeite ich an meiner Diplomarbeit in der es um die Erstellung eines aktuellen „Fragebogens zur Erfassung der sexuellen Orientierung“ geht.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich ca. 20 Minuten Zeit nehmen, um meinen Fragebogen auszufüllen und/oder diese E-Mail an Ihnen bekannte Lesben und Schwule weiterleiten.
Die Beantwortung und Auswertung erfolgt selbstverständlich anonym!
Den Fragebogen und weitere Informationen finden Sie auf:
http://www.psycho.uni-duesseldorf.de/abteilungen/bsp/probanden_suche
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!!
Viele Grüße
N
Auf der angegebenen Homepage heißt es:
Online-Fragebogen zur sexuellen Orientierung
Cand.-Psych. N
Dipl.-Psych. L
Prof. Dr. PWir entwickeln zurzeit einen Fragebogen zur sexuellen Orientierung. Da die Fragebögen, die zu diesem Thema in der wissenschaftlichen Praxis eingesetzt werden, aus den 1950′er Jahren stammen, halten wir es für dringend erforderlich einen zeitgemäßen und den wissenschaftlichen Normen entsprechenden Fragebogen zu entwickeln. Um dies zu erreichen ist es wichtig, dass möglichst viele lesbische Frauen und schwule Männer diesen Fragebogen ausfüllen.
Wir verfolgen dabei keinerlei finanzielle Interessen!
Bei eventuellen Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Aha, ein Fragebogen zur Entwicklung eines Fragebogens? Merkwürdig! Und es sollen möglichst viele Schwule und Lesben teilnehmen. Noch merkwürdiger!
Finanzielle Interessen werden angeblich nicht verfolgt. Um welche Interesse geht es dann? Welche Ziele werden tatsächlich verfolgt? Wem nützt die ganz Aktion? Vor welchen Karren sollen Schwule und Lesben jetzt wieder gespannt werden?
Es ist sehr erhellend, sich durch den Online-Fragebogen zu klicken. Schnell wird klar, dass es hier nicht um die Interessen schwuler und lesbischer Menschen geht, sondern vielmehr darum, Stoff zu sammeln, den man bei vielfacher Gelegenheit gegen schwule und lesbische Menschen verwenden kann.
Wer sich nicht der langwierigen Mühe unterziehen will, sich durch den Fragebogen zu arbeiten; ich habe hier ein paar der Fragen zusammengestellt. Als Antwort wird entweder Freitext erwartet oder es stehen folgende Auswahlfelder zur Verfügung
- eindeutig nicht zutreffend
- nicht zutreffend
- weder zutreffend noch nicht zutreffend
- zutreffend
- eindeutig zutreffend
Ich frage mich, wo der Unterschied zwischen „eindeutig nicht zutreffend“ und „nicht zutreffend“ sein soll. Wenn etwas ‘eindeutig nicht zutreffend’ ist, ist auch ‘nicht zutreffend’, und umgekehrt. Allein diese Art der Abfrage (neben ihrer mangelnden Repräsentativität) lässt befürchten, dass die zu erwartenden unbrauchbaren Ergebnisse in gewünschte Aussagen ummanipuliert werden.
Hier nun Auszüge aus dem von wissenschaftlicher Tiefe geprägten Fragebogen:
Händigkeit: Linkshänder, Rechtshänder, Beides, Umtrainiert
Betrachten Sie bitte die Innenfläche ihrer rechten Hand.
Welcher Finger ist länger?
Hat Ihre Mutter noch andere Kinder?
Welcher Religionsgesellschaft gehören Sie an?
Üben Sie Sportarten aus?
Welche Sportarten üben Sie aus?
Ich trinke lieber Prosecco als Bier.
Für mein Alter habe ich einen überdurchschnittlich hohen Lebensstandard.
Ich denke, dass homosexuelle Männer heterosexuell sein könnten, wenn sie es wirklich wollten.
In meiner Freizeit mache ich gerne kreative Handarbeiten. (Bsp.: Malen, Basteln, Stricken etc.)
Ich bedauere es, jemals sexuelle Kontakte zu Männern gehabt zu haben.
Ich verschiebe manchmal etwas auf morgen, obwohl ich es eigentlich heute tun müsste.
In einer Partnerschaft übernehme ich in alltäglichen Situation eher die „typisch weibliche“ Rolle. (Bsp.: Putzen, Lebensmitteleinkauf, Kochen, etc.)
Ich tratsche manchmal über andere Leute.
Beim Sex übernehme ich überwiegend die „typisch weibliche“ Rolle.
Ich kann mich sprachlich gut ausdrücken.
Ich habe heimlich außerpartnerschaftliche sexuelle Kontakte.
Krankenhäuser sollten meiner Meinung nach keine schwulen Ärzte einstellen.
Ich mag Madonna.
Ich kann mir vorstellen eine Beziehung zu führen, in der mein/e Partner/in und ich sexuellen Kontakt zu anderen Personen haben.
Ich bin kulturell interessiert. (Beispiel: Theater, Oper, Museum, Musical, etc.)
Ich habe häufig Sex mit mir völlig unbekannten Personen.
Ich denke, dass Ärzte und Psychologen sich bemühen sollten, eine Heilung für männliche Homosexualität zu finden.
Ich finde, dass viele Männer unangenehm riechen.
Ich mag Katzen.
Schwule Männer wollen zu viele Rechte.
Ich konsumiere heimlich Pornographie mit homoerotischen Inhalten.
Ich gebe Geld für sexuelle Dienstleistungen mit anderen Männern aus.
Ich habe gelegentlich Gedanken und Vorstellungen, von denen ich nicht möchte, dass andere sie erfahren.
Ich benutze Sex-Spielzeug.
Sobald ich Alkohol getrunken habe, lasse ich homosexuelle Kontakte eher zu.
Ich finde, dass viele Frauen unangenehm riechen.
Ich würde gerne professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um meine sexuelle Orientierung zu ändern.
Ich habe in meinem Leben schon gelogen.
Ich denke, dass Schwule ihre sexuellen Triebe nicht kontrollieren können.
Ich bezeichne mich selbst als feinfühlig.
Ich mag Musicals.
Ich lege viel Wert auf mein äußeres Erscheinungsbild.
Ich koche gerne.
Ich tanze gerne.
Drogerie-/Kosmetikartikel einzukaufen macht mir Spaß.
Ich gehe gerne ins Fitnessstudio.
Ich hatte in der Kindheit gewollten sexuellen Kontakt mit Mädchen. (Bsp.: Doktorspiele)
Als Kind habe ich mich männlich gefühlt.
Als Kind hätte ich gerne mehr „typisch weibliche“ Spiele gespielt.
Als Kind habe ich mit Make-Up und Schmuck experimentiert.
Als Kind habe ich pornographisches Material gesehen, das Frauen darstellte und war darüber schockiert
Als Kind habe ich immer sofort und ohne Murren getan, was man von mir verlangt hat.
In der Kindheit habe ich gleichaltrige Jungen als geheimnisvoll erlebt.
Ich vermute, meine Eltern hätten anstelle eines Sohnes lieber eine Tochter bekommen.
Als Kind hätte ich gerne getanzt. (Bsp.: Ballett)
Führen ihre Eltern momentan noch eine Liebesbeziehung?
Warum sind Sie ihrer Meinung nach hetero-, homo- bzw. bisexuell?
| Anzahl der gesamten bisherigen männlichen Sexualpartner: | 0 1 – 10 11 – 50 51 – 100 101 – 1000 über 1000 keine Angabe |
Anzahl der vermutlich schwulen/lesbischen/bisexuellen Verwandten:
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22/04/2008 um 1:59 |
Tach, also ich finde nix schlimmes an dem Fragebogen. Man kann ihm nicht genau entnehmen, um welche Aspekte es letztlich genau geht, aber das wird bei Fragebogen-Studien häufig so gemacht, und das macht ja auch Sinn. Die etlichen doppeltgemoppelten Fragen machen auch Sinn zwecks Ausfilterns von Fakern. Manche Dinge sind wirklich schrecklich klischeehaft formuliert, aber auch das macht sicher Sinn, wenn es ein Fragebogen für jedermann sein soll. Alles in allem wirkt es doch sehr seriös. Das Anschreiben ist wirklich etwas verwirrend, aber ich glaube, daß das mit Absicht gemacht wurde, damit man beim Ausfüllen nicht an irgendeine zugrundeliegende Fragestellung denkt (welche es mit Sicherheit gibt.)
Viele Grüße aus Hannover
22/04/2008 um 7:25 |
betrachten sie die innefläche ihrer rechten hand. welcher finger ist länger ? ist doch klar oder ? der stinkefinger den ich dieser umfrage zeigen würde !
also seriös hin oder her: bei deratigen fragen würde ich es ablehnen auf nur irgendetwas zu antworten.
22/04/2008 um 10:30 |
Toller Beitrag vom gaydissenter!!! Es ist prima, dass du dir die Mühe gemacht hast und den Fragebogen mal en Detail auseinandernimmst. Was eigentlich mit dieser dauernden Ausfragung passieren soll, scheint mir wirklich die Kernfrage. (Abgesehen von den Dutzendware-Umfragen, die einfaltslose StudentInnen rumschicken, um irgendwie ihr Diplom zu retten.)
22/04/2008 um 2:26 |
so eine ähnliche Sache „mit den Fingern“ findet sich übrigens auch bei Rainer Knussmann: „Lehrbuch der Anthropologie und Humangenetik“ 1980 (war bis zu Auseinandersetzungen Mitte der 1990er Lehrbuch in der Humanbiologie an der Hamburger Uni), wo als Unterscheidungsmerkmal zwischen „Normalen“ und „Devianten“ angeführt wird, dass letztere nur bedingt dazu fähig sein, den kleinen Finger gerade zu strecken
22/04/2008 um 2:35 |
„Ich mag Musicals.“
„Drogerie-/Kosmetikartikel einzukaufen macht mir Spaß.
Hab ich gelacht. Made my day, Mister Dissenter.
22/04/2008 um 8:31 |
oh gott … und müsli-essende rechtshänder, dienachts nackt duschen und dabei lügend madonna hören, sind im ergebnis wahrscheinlich schwuler als ins fitnesstudio gehende feinfühlige musical-darsteller?
wirklich wahnsinnig wichtige forschung … da hab ich lieber sexpartner als fragebögen
22/04/2008 um 10:21 |
Meistens finde ich so ‘ne Fragebogen als “ a load of happy horsesh*t.“
22/04/2008 um 11:08 |
@ andy:
Danke für die Grüße aus Hannover
Das Problem ist, dass der Fragebogen handwerklich schlecht gemacht ist und die in den Fragen formulierten Klischees gerade dazu führen, dass diese sich in der Auswertungen wiederfinden und damit verfestigen werden. Nicht zuletzt deshalb…
@ gokui:
… kann ich nur raten, Deiner Empfehlung zu folgen.
@ entdinglichung:
Danke für die wieder einmal sehr interessanten Fundstellen!
@ all:
Aus der Art der Fragestellung ist jeweils deutlich zu erkennen, welche Antworten von schwulen bzw nicht schwulen Menschen jeweils erwartet werden; insofern könnte sich der gute Tim die Fragebögen selbst ausfüllen – wahrscheinlich wird er es auch machen (müssen).
23/04/2008 um 11:19 |
Ich hätte nicht gedacht, dass ein solcher Unsinn an deutschen Unis möglich ist.
Diese Studie führt zu nichts. Vielmehr: Diese Studie sollte sofort gestoppt werden.
24/04/2008 um 1:13 |
@Deef:
Ich wünschte, ich wäre so gelassen wie du.. Als ich die Fragen gelesen habe, hab ich mich wirklich geärgert – die Fragen sind dumm und unverschämt.
24/04/2008 um 1:05 |
Es wird ja immer wieder behauptet, Sex zwischen Männern sei heute problemlos und ein Idiot, wer noch immer einer Schwulenbewegung nachträume…
Es gibt immer wieder klare Beweise – wie diesen hier – dass das nicht so ist! Sex zwischen Männern wurde immer „gemacht“ und wird heute noch viel mehr praktiziert. Nur: Denkt mal über die Umstände der Verheimlichung nach und die Bedingungen, unter welchen die meisten Kontakte stattfinden…
Mal ganz abgesehen von einer wie auch immer gearteten „Schwulenbewegung“: Wieso sollen irgendwelche Leute ohne Ahnung und Verstand darüber bestimmten, was „ein Schwuler“ sein soll?
Das Problem endet an dem Punkt, wo keiner mehr Versteck spielt, sondern genauso stolz darauf ist, gefickt worden zu sein, wie ein tumber Hetero, der herumprahlt, es dieser und jener „besorgt“ zu haben…
24/04/2008 um 1:13 |
…. und hier noch einen obendrauf !
http://gaywest.wordpress.com/2008/04/23/moggis-welt/
Nein, wer sich öffentlich abschmust, gegenseitig an den Pimmel greift, dazu noch ein Stadion mit Infrastruktur betreibt, tausende Zuschauer braucht, der ist garantiert nicht „schwul“. Schwul, das sind diejenigen, die unter der Dusche jeden Mann bespringen!
24/04/2008 um 11:09 |
Liebe Leute,
vielleicht solltet Ihr einfach mal überlegen, dass so eine Studie auch gerade für die Homosexuelle Bevölkerung sinnvoll ist!
Na klar werden Klischees abgefragt!! Aber warum? Damit man diese Vorurteile nach einer statischen Auswertung endlichen widerlegen kann! Und warum noch?? Damit letztlich gerade im klinschen Bereich (hierauf zielt dieser Fragebogen offensichtlich ab!!) für psychisch erkrankte Lesben und Schwule optimierte Therapiekonzepte entwickelt werden können. Was soll daran falsch oder vor allem „anti-schwul“ sein??
Ich verstehe nicht, warum sich die Homosexuelle Minderheit so sehr selbst blockiert und bekämpft?? Dieser Fragebogen ist offensichtlich NICHT-Homophob ausgerichtet!
Reflektiertes Denken ist angesagt!
25/04/2008 um 1:06 |
Aus Sicht eines Diplom-Psychologen – der ich bin – ist an dem Fragebogen nichts auszusetzen. Wer also nicht vom Fach kommt, sollte sich also lieber bedeckt halten: „Das Problem ist, dass der Fragebogen handwerklich schlecht gemacht ist…“, da kann ich nicht zustimmen. Es ergibt durchaus Sinn, einen Fragebogen in dieser Art und Weise zu erstellen. Sowohl von den einzelnen Fragen her, als auch von den Antwortalternativen.
Dass dort Klischees aufgelistet werden, ist klar. Für die Forschung ist es jedoch unerlässlich, die Fragestellung in einem Rahmen zu präsentieren, in dem den Teilnehmern nicht direkt klar wird, worum es geht. Sonst wäre es ja sinnlos. Ich denke, dass das hier der Fall ist.
@ TheGayDissenter:
Wenn man diesen Fragebogen als albern empfindet, sollte man sich mal Gedanken darüber machen, warum man dann überhaupt so viel Zeit damit verbringt, den ganzen Bogen im Detail zu lesen, im Internet darüber zu schreiben und absurde „Verschwörungstheorien“ gegen Schwule daraus abzuleiten.
25/04/2008 um 9:38 |
@ SchwulUndGutSo:
Manche Vertreter der nicht exakten Wissenschaften, wie die Psychologie, stützen sich auf Statistiken, um zu suggerieren, dass ihre Disziplin bestimmte Gesetzmäßigkeiten kennt.
@ J
1. „zutreffend – eindeutig zutreffend“: Zwischen diesen beiden Antwortmöglichkeiten gibt es keinen logischen Unterschied. Jedenfalls reduziert sich die Zahl der Antwortmöglichkeiten von fünf auf drei, und selbst die mittlere der verbleibenden Beantwortungsalternativen ist eine logische Katastrophe. Aber im Bereich der nicht exakten Wissenschaften kommt es wohl auf Logik nicht an
2. „Betrachten Sie bitte die Innenfläche ihrer rechten Hand. Welcher Finger ist länger?“: Wenn Sie diese Frage beantworten können, haben Sie nur zwei Finger, die zudem ungleich lang sein müssen. Der Mittelfinger meiner rechten Hand ist zB länger als mein Zeigefinger derselben Hand, dieser wiederum ist länger als der Daumen dieser Hand. Auch dieser Logikfehler, der es den meisten Menschen unmöglich macht, diese Frage zu beantworten, spielt in der Psychologie wohl keine Rolle.
3. „Welcher Religionsgesellschaft gehören Sie an?“: Es gibt in Deutschland begrifflich keine Religionsgesellschaften.
4. … Ich könnte auf diese Weise den gesamten Fragebogen durchgehen.
Dieser Fragebogen ist schludrig gemacht. Es kommt mir vor, als habe der Verfasser aus der Bildzeitung, der Bravo und anderen ähnlich sachkundigen Quellen Papierschnipsel ausgeschnitten und zusammen geklebt. Aber das sind möglicherweise die heutigen Standards der Psychologie, die ich, „als nicht vom Fach“ (also nicht aus dieser Schublade) kommend, nicht ausreichend würdigen kann.
Psychologie scheint also ein Art Geheimwissenschaft zu sein. Forschung, die das zu beforschende Subjekt dumm hält, ist, vorsichtig formuliert fragwürdig. Forschung, die nicht hinterfragt werden will, ist nicht nur arrogant, sie ist gefährlich.
Ich habe zwar nicht geschrieben, dass ich den Fragebogen als albern empfinde, aber Sie unterstellen mir das nicht ganz zu unrecht. Mir wäre es lieber gewesen, wenn Sie mir nicht „aus der Sicht eines Diplom-Psychologen“, sondern aus der Sicht eines nüchtern denkenden vernünftigen Menschen geantwortet hätten. Dann hätten sich sich nämlich auch über die Narren, die an die pseudowissenschaftlichen Theorien mancher Schwulenerforscher glauben, amüsiert.
27/04/2008 um 10:47 |
@ TheGayDissenter
Ich bleib dabei: Der Fragebogen ist nicht nur dumm, sondern auch gefährlich.
Unseriös, normativ. Da haben wohlk einige schon im Proseminar gepennt.
28/04/2008 um 10:59 |
@all
Das Institut für Experimentelle Psychologie hat auf der Internetseite zu dem angesprochenen Fragebogen zwischenzeitlich folgende „Allgemeine Information zum Fragebogen“ veröffentlicht:
Neben dem nach wie vor aufrecht zu haltenden Vorwurf der mangelnden Klarheit des Untersuchungsziels verstärkt sich der Eindruck der Sachunkundigkeit.
Bsp: „…wie die Frage danach, warum Menschen sich selbst als homo-, bi-, oder heterosexuell bezeichnen.“ Ich benutze zwar die Begriffe, verwende aber, wie viele andere schwule Männer auch, keinen davon als Selbstbezeichnung.
28/04/2008 um 11:17 |
@ Olaf:
Wie liegen in unserer Einschätzung nicht sehr weit auseinander. Einseits ist die restaurative Rezeption des Studienansatzes, trotz gegenteiliger Beteuerungen des Instituts, nicht zu übersehen. Andererseits ist der Vorgang ein Beleg dafür, dass das Pisa-Phänomen nicht für die deutschen Schulen, sondern auch für die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf zu konstatieren ist.
30/04/2008 um 4:07 |
[...] Online-Fragebogen zur sexuellen Orientierung Ich habe mich hier vor ein paar Tagen über Vorhaben zur Entwicklung eines Fragebogen zur sexuellen Orientierung [...]
30/04/2008 um 6:06 |
…hatte begonnen das Ding auszufüllen..(.so wie auch gerne andere solcher Fragenkataloge) ..die Frage nach der Länger meiner Finger war schon eigenartig, bei der ‘Häkelfrage’ habe ich den Quatsch abgebrochen….
Sollten die cand. psch’s hier tatsächlich (natürlich mit Hilfe der Statistik) gesamtgesellschaftliche Schlüsse ziehen wollen …na dann mal auf die Couch (ich meine hier die Freud’sche !) mit ihnen !
01/05/2008 um 11:39 |
Ehrlich gesagt könnte man deinen (also den original Post über diese Umfrage) so beschreiben:
Du hast keinerlei Ahnung über die erstellung von Umfragen und dem Sinn dort enthaltener Fragen, keinerlei Ahnung über den Zweck und dieser Umfrage und hast es anscheinend nicht für nötig empfunden, dich genauer dadrüber zu informieren bevor du diesen Eintrag in dein Blog geschrieben hast.
Durch diese völlige Ignoranz – und leider kann ich das echt nicht mehr nennen, so überheblich wie du den original Post geschrieben hast – hast du eine völlig unnötige Welle der Entrüstung in Foren, Newslettern, Blogs und ähnlichem losgetreten.
Nächstes Mal solltest du das vielleicht tun.
Den Leuten die dir lauthals zugestimmt haben, kann ich nur empfehlen, selbst mal kritisch zu überprüfen WAS sie da eigentlich zustimmen.
Dazu möchte ich noch etwas hinzufügen: Wer sich die Mühe gemacht hätte, sich mal mit den Erstellern dieser Umfrage in Verbindung zu setzen, hätte übrigens rausgefunden das es sich um zwei Lesben und einen Schwulen handelt. Eine davon sogar bereits verheiratet.
Soviel zum Thema „anti-Schwul“.
01/05/2008 um 2:35 |
@ Daniel A:
Ich bleibe dabei: Der Fragebogen ist handwerklich schlecht gemacht – Beispiele dafür habe ich angeführt. Meine inhaltlichen Bedenken sich nicht ausgeräumt; es ist jetzt Sache der Urheber dieser Fragebogenaktion zu zeigen, wie sie im Folgenden mit dem Thema umgehen.
01/05/2008 um 6:44 |
Ich habe selten einen blöderen und schlechter gemachten Fragebogen gesehen. Da kriegt frau ja das Kotzen. Hätte die Frau [Name gelöscht, TGD] und ihre stud.psych. und cand.psych. nicht vorher mal mit ein paar intelligenten lebendigen Lesben reden können, da wären sie vielleicht besser beraten worden. Allein die Frage, sollten Ehen unter Lesben legalisiert werden. Was antworte ich denn, wenn ich als moderne Feministin ohnehin ganz und gar gegen die Ehe bin. Es kann ja nur eine Verfälschung meiner Meinung resultieren. Solche Fehler habe ich nach dem 1. Semester meines Studiums nicht mehr gemacht. Ich fände besser eine Sammlung von Erfahrungsberichten nach einem bestimmten Schema auszuwerten, statt diesen wirklich horrenden Dünnschiß zu verzapfen.
Mit lesbischen Grüssen Anonyma
03/05/2008 um 3:04 |
@anonyma
dann antworte doch einfach… nichts.
emotionsausbrüche dieser art tut millionen von wählern weh, die aktuell ihr stimmrecht für homo-ehe und blitzscheidung um 500 euro gegeben haben (spanien).
@thegaydissenter
peinlich ist es schon, wenn man sich seiner verantwortung als blogbetreiber nicht einmal bewusst wird, wenn man klare hinweise über fehlschlüsse dieses postings bekommt (daniel a.)
es ist jetzt auch sache des blogbetreibers, wie er mit dem thema weiter umgeht…
03/05/2008 um 9:24 |
@kroski.meint:
Lieber Stefan, schön dass Sie mal wieder vorbei schauen! Jedoch, Sie schreiben in Rätseln. Daniel A hat nichts Erhellendes zur Diskussion beigetragen.
VG,
TGD
03/05/2008 um 12:33 |
was hast du so sehr erhellt?
1.zum einen dass der fragebogen terminologische schwächen aufweist. das sehe ich auch so.
2.aber zum anderen ist es nicht sehr glaubwürdig, einzelne fragen willkürlich herauszunehmen, um einen fragebogen zu diskreditieren, wenn man berücksichtigt, dass ein fb immer auch rückfragen, bestätigungen, hinterfragungen etc. enthält.
in summe ist es dir gelungen, s&l studenten mir einem jedenfalls terminologisch schlampig erstellten fb zu ertappen.
und jetzt?
für gleichgeschlechtlich und genauso für nicht gleichgeschlechtlich orientierte menschen bleibt einzig die anregung, fragebögen jeder art und herkunft kritisch zu hinterfragen.
das wussten wir schon immer.
03/05/2008 um 9:54 |
@ kroski.meint:
Ich hätte natürlich warten können, bis der endgültige Fragebogen auf dem Markt ist und hätte dann meinen Senf dazu gegeben. Ich habe meine Bedenken aber schon jetzt vorgetragen, so dass die Fragebogenersteller nicht ins offene Messer laufen. Das ist doch nur fair.
Aber auch wenn ich der einzige Dumme sein sollte, weil ich nicht weiß, was alle schon immer wußten, werde ich mir weiterhin erlauben, mich dem Boom-Thema ‘Studien rund ums schwule Leben’ zu widmen.
05/05/2008 um 12:57 |
[...] Anschluß an das Telefongespräch wurde ein Internetfragebogen eingesetzt. Internetfragebogen? Das hatte ich doch kürzlich erst. Mich würde doch mal interessieren, wie der New Yorker Fragebogen aussah. [...]
21/06/2008 um 12:05 |
[...] und Fußball – Eine fragwürdige Umfrage Schon wieder eine Umfrage, vor der ich nur warnen [...]
02/10/2008 um 7:36 |
[...] lässt. Empörung und eine (rechtlich unhaltbare) Verleumdungsklagendrohung erntete ich mit meiner kritischen Auseinandersetzung mit einem Düsseldorfer Studienvorhaben. Mittlerweile wundere ich mich gar nicht mehr, viele Studien werden ja von Psychologen und [...]