Der Kölner Stadt-Anzeiger meldet heute
Ein Schweizer Arzt hat den ihm gespendeten Erlös der Versteigerung eines Nacktfotos von Frankreichs neuer First Lady Carla Sarkozy abgelehnt. Der in Kambodscha arbeitende Kinderarzt Beat Richner sagte der Genfer Sonntagszeitung “Le Matin Dimanche”, er habe die ihm angebotene Summe von 91 000 Dollar (knapp 58 000 Euro) nicht annehmen können. “Wir sind nicht in Hollywood. Ich habe meine Entscheidung aus Respekt gegenüber unseren Patienten und ihren Müttern getroffen”, sagte Richner. “Geld zu akzeptieren, das von der Ausbeutung des weiblichen Körpers herkommt, würde als eine Beleidigung ihrer Gefühle und ihrer Armut wahrgenommen werden.”
Erstens verstehe ich nicht, wie Mann für das fragliche Bild 58 TEUR auf den Tisch legen konnte. Weder Motiv nach künstlerische Umsetzung sind wirklich überzeugend. Zweitens kann ich die Argumentation des Arztes nicht nachvollziehen. Nun darf man durchaus fragen, woher mehr oder weniger selbstlos angebotenes Geld kommt. Geld, das aus illegalen Quellen stammt, vielleicht dem aktuellen Besitzer nur durch kriminelles Tun zugeflossen ist, wird man durchaus ablehnen können, je nach Situation sogar ablehnen müssen. Ist das Geld jedoch versteuert, legal und legitim in die Hände des Spenders gelangt, stellt sich schon die Frage, ob geistige Dümpeleien, die vom Standpunkt einer fragwürdigen Moral her zur Ablehnung angebotener Hilfe führen, sich nicht als unangebrachte Eitelkeit, flascher Stolz und fehlgeleitetes Selbstwertgefühl entpuppen. Wer dringend erforderliche Hilfe für sich und andere anlehnt, sollte prüfen, ob er sich nicht auf einem fatalen Irrweg befindet. Warum hat Herr Richner das Geld nicht genommen und es gegen die “Ausbeutung des weiblichen Körpers” eingesetzt? Beleidigte Armut macht nicht satt!