In jedem Monat schickt mir die Deutsche Bank AG irgendwelches Altpapier ins Haus. In dieser Woche war es X-press TRADING Februar ‘08. In diesen Altpapieren (chlorfrei gebleicht) stehen immer viele kluge Sachen. Ich erfahre, wie sich die Börsen im nächsten Monat entwickeln und mit welchen Deutsche Bank Produkten der größte Gewinn zu erzielen ist. Und jeweils einen Monat später bekomme ich erklärt, dass ich einen Gewinn erzielt hätte, wenn ich genau das Gegenteil der Vormonatsempfehlungen gemacht hätte.
In der neuesten Ausgabe kommt nun der Chef-Prophet der Deutschen Bank, Professor Doktor Norbert Walter, zu Wort. Traditionell gibt er überall dort, wo ein Würstchen heraus geholt wird, seinen Senf dazu gibt.
Dollar wird wieder steigen
Alle reden vom Euro – von der Kraft der Währung gegenüber vielen anderen – besonders dem Dollar und dem britischen Pfund. [Unsinnige Interpunktion im Original!]
[...]
“Als Währungsreserve steigt der Euro-Anteil ständig zu Lasten des Dollars”, so Walter. [Logikfehler im Original!] Für die nächsten zwei, drei Jahre wird der Dollar zwar schwach sein, die Portfolioumschichtungen werden weitergehen. Aber für die Perspektive 2020/2030 hat er keine Zweifel: “Die militärische und die politische Stärke der USA, ihre demografische Vitalität, ihre Fähigkeit zum raschen, zupackenden Strukturwandel wird auch ihre Währung wieder stärken.” [Numerusfehler im Original!] Der Dollar wird wieder steigen, die alte Rolle wieder unzweifelhaft sein.
Wunderbar Herr Walter, 2020/2030! Solche Prognosen sind das Altpapier nicht wert, das von Frankfurt am Main hierher transportiert wurde. Ich habe mich gefragt, wie er auf so etwas kommt und mir zum ersten Mal einen Greenback aus der Nähe angeschaut. Und siehe da, es steht auf jedem Dollar-Schein drauf: Gottvertrauen, IN GOD WE TRUST, steht dort zu lesen.
Und nun wird mir einiges klar. Nicht nur Walter’s Prognosen basieren auf Gottvertrauen. All die Rüstungsausgaben, die mit Dollars finanziert werden, all die Kriege, die mit Dollars bezahlt werden, all die Erdölgeschäfte mit menschenverachtenden Regimen, die in Dollar abgewickelt werden, all die großen und kleinen kriminellen Geschäfte, bei denen Dollars den Besitzer wechseln,… alles wird im Vertrauen auf Gott gemacht.
Das erklärt auch, warum der dieser Tage berühmt gewordene Durchschnittsbürger in Frankreich kein Glück hatte. Er hat seine Geschäfte nicht in Dollar abgewickelt - es fehlte ihm wohl an Gottvertrauen.

26/01/2008 um 8:54 |
was bin ich froh, dass ich manche sorgen nicht habe
)
27/01/2008 um 9:51 |
Wußtest Du das nicht welcher Spruch die Dollarnoten ziert? Andererseits aber auch logisch bei einer Nation die sich selbst als “Gods own country.” bezeichnet.
28/01/2008 um 8:46 |
Nein, Markus, ich wusste es nicht. Das mag darin liegen, dass ich ein Plastikgeldfetischist bin und so gut wie nie Dollarnoten in der Hand habe. Allerdings habe ich, nach Walters Hinweis, angefangen, welche zu drucken und einzukellern… für später…
28/05/2008 um 10:26 |
[...] denn das jüdisch-christliche Wertesystem? Was ist ein Wertesystem wert, dass auf jeden Geldschein ‘In God we trust’ druckt und damit dem schnöden Mammon huldigt? Befreit man das amerikanische Wertesystem von all [...]
10/06/2008 um 6:49 |
ich habe gespartes geld sollte ich dollar kaufen was meint ihr