Heterosexuelle Selbstabwertung

Ein Thema schiebe ich es schon eine Weile vor mir her, genauer: seit dem 19. November 2014, dem Tag, als queer.de unter der Überschrift DGSS-Präsident gegen “Abwertung” von Heteros meldete:

Pastötter [das ist der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung, StM]  selbst gehört zu den wenigen Unterzeichnern der “Prinzipien Sexualpädagogik”, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurden und bereits von den Bildungsplan-Gegnern und von ultrareligiösen Seiten gefeiert werden. Darin wird u.a. gefordert, die heterosexuelle Kleinfamilie aus Vater, Mutter, Kind zur “Regel” zu erheben, sowie vor der “Abwertung” von Mehrheiten und der “Idealisierung” von Minderheiten gewarnt. Wörtlich heißt es: […] Minderheiten werden weder diskriminiert noch idealisiert, Mehrheiten weder unterschlagen noch abgewertet.”

Ich bin noch gar nicht darauf gekommen, dass die Abwertung von Mehrheiten möglich ist. Aber zumindest auf die heterosexuelle Mehrheit bezogen scheint es so zu sein, denn sonst wäre die Abwertungsangst ja gegenstandslos.
Da diese Sorge, als heterosexueller Mensch abgewertet zu werden, in Zusammenhang mit der Darstellung von Homosexualität in der Schule geäußert werden, lohnt sich ein genauerer Blick.
Und siehe da, es gibt sie tatsächlich, diese Abwertung der gemeinen Heterosexualität. Sie, die Abwertung, geht aber keineswegs von schwulen Menschen aus, sondern von den heterosexuellen Menschen selber. Sie sind es, die ihr Leben lust- und freudlos machen. Weiterlesen

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“Wegen Homosexualität getötet”

Die islamistische Terrorgruppe “Islamischer Staat” (IS) hat am Donnerstag in ihren sozialen Accounts eine Reihe von Bildern veröffentlicht, die die Exekution von Personen zeigen. Unter den Opfern sind auch zwei Männer, denen angeblich Homosexualität vorgeworfen wurde.

berichtet queer.de. In dem Artikel findet sich auch die Formulierung, “wegen Homosexualität getötet”. Pinknews schreibt: execution of two men for being gay.

Im Alltagsgeschäft – leider gehört die Ermorderung schwuler Männer in islamischen Ländern zum Alltag – ist so etwas schnell geschrieben. Schnell und ohne Bedacht, auch bei mir. Der Stern schludert sogar die Formulierung, für Homosexualität verurteilt, hin.

Bei genauem Hinsehen ist diese Wortwahl falsch. Weiterlesen

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Freiheit im Kleinen

17 Menschen wurden in der vergangenen Woche in Paris ermordet. Die Medien überschlagen sich in der Berichterstattung, die aber doch an der Oberfläche bleibt. Dramatische, erschreckende Bilder bekommen wir zu sehen, Stoff zum Nachdenken muss man sich selber suchen. Führende Politiker der westlichen Welt ziehen eine unglaubliche Show ab und es wird gedroht und gefordert was das Zeug hält. In Paris und vielen anderen Städte sind Menschen, hunderttausende, es werden sogar siebenstellige Zahlen genannt, auf die Straßen und Plätze gegangen, um ihr Mitgefühl mit den Familien und Freunden der Opfer, ihre Betroffenheit und ihre Sorge zum Ausdruck zu bringen.

Eine andere Nachricht habe ich in diesen Tagen ebenfalls zur Kenntnis genommen: Jedes Jahr sterben in Deutschland 30.000 bis 40.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit multiresistenten Krankenhauskeimen. Jahr für Jahr wird sozusagen die Einwohnerschaft einer Kleinstadt dahingerafft. Und diese fiesen Keime tauchen nicht nur in Krankenhäusern auf, man kann sie auch im Lebensmitteldiscounter bekommen, zum Beispiel als kostenlose Zugabe zum Putenfleisch aus der Massentierhaltung.
Medienrummel? Politikergeschwätz? Massenkundgebungen? Bei diesem Thema: Fehlanzeige!

Worin liegt der Unterschied zwischen diesen beiden Meldungen? Warum versetzten uns die Pariser Ereignisse in Angst und Furcht, während wir für die bis zu 40,000 Toten nur ein Schulterzucken übrig haben? Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit, einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen, weitaus geringer, als mit multiresistenten Keimen infiziert zu werden und daran zu sterben. Weiterlesen

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Die Community und ihre Vertreter

Es ist schon viel darüber geschrieben worden, ob es eine schwule Communitiy, eine schwul-lesbische Communitiy oder eine Community, die sich mit einer unverständlichen Aneinanderreihung von Buchstaben selbst etikettiert, gibt. Neben wir für Zwecke dieses Posts einmal an, dass es eine solche Community gibt, einerlei wie sie nun genau zusammengesetzt ist. Zu dieser gedachten oder tatsächlich existierenden Community gehören Menschen, die in Ruhe ihr Leben leben wollen, morgens früh aus dem Haus gehen und abends von der Arbeit wiederkommen. Vielleicht sind sie aber auch schon im Ruhestand und halten Haus und Hof in Ordnung. Vielleicht fahren sie einmal im Jahr zum CSD in der großen Stadt und zeigen dann eindrucksvoll Flagge. Manche demonstrieren auch durch gelegentliches Anklicken von Gefällt-mir-Buttons enorme Zivilcourage – für welche Sache auch immer. Verhältnismäßig wenige melden sich aktiv zu Wort. Sie nutzen die Kommentiermöglichkeiten bei queer.de und anderswo, geben bei facebook ihren Senf dazu oder, wie hier, bloggen. Für die wenigen verbliebenen Blogger kann ich feststellen, dass sie sich fast ausnahmslos nicht als selbsternannte oder auf fragwürdigem Weg ernannte Vertreter der Communitiy gerieren, sondern ihre Meinung, ihre Sicht der Dinge darstellen.

Warum diese Vorrede? Nun, zum neuen Jahr bringt Männer ein (gemeinsames) Interview mit den Vorsitzern von LSU und Schwusos, Ansgar Dittmar und Alexander Vogt. Es handelt sich um reines Politikergeschwätz, kein Satz, kein Wort, das nicht von Angela Merkel oder Sigmar Gabriel genehmigt worden wäre. Das Interview ist nicht lesenswert, wohl aber hinsichtlicher einer Aussage bemerkenswert:

Ansgar: Die Community-Vertreter wissen um unsere Arbeit und unterstützen uns. Wir arbeiten gemeinsam daran, Türen zu öffnen und für Verständnis zu sorgen. Problematisch sind die Kommentar-Schreiber in den Sozialen Medien, die uns gerne anpöbeln. Aber den meisten kann man es eh nicht recht machen.

Wer sind die Community-Vertreter? Wer hat sie (aus)gewählt? Wer hat sie beauftragt? Wer hat sie auf ihre Pöstchen gesetzt? Ist die Community jemals aufgerufen worden ihre Vertreter zu wählen? Hat es jemals eine Wahlausschreibung für die Vertreterwahl gegeben? Gab es Kandidatenlisten?

Mit Community-Vertretern sind wohl die gemeint, die von kleinen Gruppen wie dem LSVD, dem Schwulen Netzwerk NRW, den Aids-Hilfen, dem Dunstkreis um die Bundesstiftung Magnus-Hirschfeld, den CSD-Vereinen und anderen Zirkel in internen Verfahren mit bestimmten Funktionen betraut wurden. Keiner von ihnen hat eine über die jeweilige Organisation hinausgehende demokratische Berechtigung zur Vertretung der Community. Zwar glauben viele der in Minivereinen oder von elitären Kreisen aufs Podest gehobenen, sie könnten im Namen der Community Ansprüche stellen oder – schlimmer noch – Ansprüche aufgeben, legitimiert dazu sind sie nicht.

Auch die schwul-lesbischen Grüppchen in den Parteien und ihre Funktionäre halten sich für Community-Vertreter. Dittmar und Vogt gehören zu diesen Vertretern, die glauben zu wissen was gut für schwule und lesbische Menschen ist. Nun sind es gerade diese beiden Herren, die mit Wonne alles verraten, was für schwule Männer wichtig ist (ist vermute, dass lesbische Frauen die Eskapaden dieser Herren nicht anders beurteilen). Namentlich Dittmar Weiterlesen

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“… dass Heterosexualität nicht die Norm darstellt, …”

Bild 2Die Apotheken Umschau aus dem Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co KG, Baierbrunn, gehört nicht zu meiner regelmäßigen Lektüre.
Nachdem mir aber die Ausgabe vom 15.11.2014 in die Hände geworfen wurde, habe ich hingeschaut. Und, siehe da, ich fand Bemerkenswertes. Unter der Überschrift eine gesunde Liebe geht es auf sechs Seiten um lesbische und schwule Menschen. Weiterlesen

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Sing-along

Manchester, 1. November 2014. Zwei Freunde, 19 und 25 Jahre alt, fahren spät in der Nacht mit der Straßenbahn durch Manchester. Sie sind guter Stimmung und singen Lieder aus dem Musical Wicked. Plötzlich werden sie von einem anderen Fahrgast beleidigt. Um einem weiteren Streit aus dem Weg zu gehen, verlassen die beiden Freunde die Bahn. Doch der andere Fahrgast verfolgt sie. Es gelingt ihm, zu irgendwelchem Pack, das da des Nachts in Manchester herumlungert, Kontakt aufzunehmen. 15 (fünfzehn!) weitere Männer stellen sich den beiden Jungs in den Weg. Sie haben keine Chance zu entkommen, werden brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt. Mitten in Manchester.

Manchester gilt als ausgesprochen schwulenfreundliche Stadt. Doch die Polizei hat innerhalb eines Jahres 466 Hassverbrechen gegen schwule Männer registriert. Die Hälfte, so wird geschätzt, der schwulen Männer in Manchester soll schon einmal Opfer schwulenfeindlicher Gewalt geworden sein. Es wird aber auch geschätzt, dass gut 60 % der Hassverbrechen gar nicht zur Anzeige gebracht werden.

16 gegen zwei. Schwulenhasser sind nicht nur dumm, sie sind auch feige.

Die beiden Jungs werden sie wieder erholen. Es wird lange dauern, bis sie sich nachts wieder auf die Straße trauen, aber irgendwann wird es wieder gehen. Die Täter wurden bisher nicht gefasst, aber es gibt CCTV-Aufnahmen, die den Angriff dokumentieren. Die Polizei wertet die Aufnahmen aus.

Wie geht man mit so einem Verbrechen um? Wie reagieren schwule Menschen in Manchester darauf, sofern sie überhaupt zu einer gemeinschaftlichen Reaktion fähig sind? Weiterlesen

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Kleine Schritte, ganz kleine Schritte

Für den 24. November hatte der Verein Leadership Berlin zusammen mit dem Völklinger Kreis und dem LSVD im Rahmen des Projekts meet2respect zu einer Moschee-Führung in der Sehitlik-Moschee (Tempelhof) mit anschließender Diskussion eingeladen.

Das Treffen findet nicht wie vereinbar statt, der vom Land Berlin als gemeinnützig (!) anerkannte Moschee-Verein will auf Druck aus der Türkei nun doch keine schwulen Menschen in seiner Moschee sehen. Das Treffen soll an einem anderen Ort stattfinden.

Im Vorfeld ist dieses Treffen in seiner ursprünglich geplanten Form mit allerlei Erwartungen überfrachtet worden, entsprechend groß sind jetzt die Aufregung und Empörung. Leadership und Völklinger Kreis sind mit der Verlegung des Treffens an einen anderen Platz – zähneknirschend – einverstanden; sie möchten den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen. Dafür ernten sie reichlich Kritik. Von Anbiederung ist die Rede und solche Treffen nützten nur dem Islam, der ja anerkanntermaßen homophob sei. Unterwürfig und heuchlerisch sei das Verhalten von Leadership und Völklinger Kreis. Mehr oder weniger unverhohlen heißt es, nun müsse klare Kante gezeigt werden. Was das bedeuten soll, erschließt sich mir nicht. Der LSVD will nicht mehr mitspielen, ist gewohnheitsmäßig empört und bezeichnet das örtlich verschobene Treffen als Alibi-Veranstaltung. Erstaunt bin ich über den Drang mancher schwuler Männer, unbedingt in die Sehitlik-Moschee hineinzukommen. Weiterlesen

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“Männer wie Sie, Herr Berger, das ist’s, was wir brauchen!”

Ich lese gerne was David Berger schreibt. Ja, wirklich! :roll:
Insbesondere, wenn er sich einer bildhaften Sprache bedient, wie „dieses Dogma ist in der Homo-Welt derzeit am Zerfallen“ (in The European) oder „die Kulisse der homofreundlichen Linken ist am Zerbrechen“ (in The Huffington Post). Da kann ich mir richtig vorstellen, wie der Kalk aus dem Dogma rieselt und die Kulisse klirrend und scheppert zerbirst und die Laiendarstellerschar unter sich begräbt.

Aber ernsthaft, David Berger hat recht, wenn er die überkommene Selbsteinteilung schwuler Menschen in gute und böse Schwule hinterfragt und verwirft. Die Welt verändert sich und mit ihr verändern sich die Sichtweisen auf schwule Menschen – hier zum Besseren, dort zum Schlechteren. Das alte Blockdenken und die damit verbundenen Vorverurteilungen haben ihre Berechtigung verloren. Und, ich möchte es klarer Formulieren als Berger es möglicherweise gemeint hat, der dem linken politischen Spektrum gewährte Vertrauensvorschuss hat nie seine Berechtigung gehabt.

Okay, ich will es erklären: Das Problem sind die Begriffe „links“, „Linke“. Wer oder was links ist, ist kaum greifbar. Die mir bekannten Definitionen sind allenfalls halbgar, es wird gezankt, was als linke Position zu gelten hat und was nicht. Manch einer hechelt danach, seine Positionen als links auszugeben und klassisch linkes Gedankengut wird von den modernen Linken rundweg abgelehnt. Das linke Politik gut für schwule Menschen ist, ist ein Glaubenssatz – mehr nicht. Wer oder was konservativ ist, ist schnell geklärt. Das sind die, die nicht so wollen, wie man selber will. Deswegen sind sie rückständig und bleiben in alten Zeiten hängen. Zeiten, die die Konservativen selber als die gute alte Zeit bezeichnen. Adenauers Zeit oder die Zeit vor Adenauer, kurz vor Adenauer. Weil Samstage gute Tage sind, gibt es dort das Sündenregister der Konservativen zum Nachlesen. Volker Beck bezeichnet sich auch als konservativ. Wertkonservativ sagt er und der Wert soll das Konservative aufwerten, so dass es klingt, als wäre es eine tolle Sache: Stabilität und Verlässlichkeit, die urdeutschen Tugenden. Was Recht ist muss Recht bleiben. Mark bleibt Mark.
Volker Beck ist einer von den Bündnisgrünen und wir lernen: die Grünen sind die Konservativen – nur halt in grün. Wer’s nicht glaubt, der frage sich, wie ein Grüner ausgerechnet in Baden-Württemberg Ministerpräsident werden konnte. Die Grünen sind also schon mal nicht links. Oder doch? Und wenn auf Samstag ist ein guter Tag zu lesen ist,

[Konservative Schwule] werden es “den linken” Schwulen (also vor allem den Grünen und den Sozis) nie verzeihen, dass diese die wesentlichen Rechte für Schwule und Lesben erstritten haben,

erlaube ich mir den kleinen Hinweis, dass zum Beispiel die mit viel Jubel begrüßte und zweifellos wegweisende Verfassungsgerichtsentscheidung zur betrieblichen Altersversorgung für Lebenspartner aus dem Jahr 2009 von einem Senat getroffen wurde, der zur Hälfte mit CDU/CSU-Mitgliedern besetzt war. Haben wir es womöglich mit einem linksgerichteten Gericht zu tun? Allen Ruhm nun den linken Schwulen zuweisen zu wollen, wird jedenfalls weder dem aktuellen Geschehen noch der Geschichte gerecht. Weiterlesen

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Alles gut?

Seit meinem letzten Post sind fast vier Wochen vergangen. Und nun sitze ich hier und überlege, ob und worüber sich zu schreiben lohnt. Beim Durchsehen von queer.de, Männer off- und online, Siegessäule und anderen Medien und verschiedenen Blogs ist mir nichts Besonderes aufgefallen. Die einen arbeiten sich an der Berichterstattung der FAZ über die Bildungspläne in Hessen ab, die anderen schreiben dies und das. Im Großen und Ganzen sehe ich nur kleinteilige Berichterstattungen und dementsprechende Kommentierungen. Der LSVD hat nichts zu vermelden.
Große Aufreger mit übergreifender Beachtung habe ich keine entdeckt. Ja, ich weiß, iGay. Tim Cook ist schwul. Das ist aber nicht neu für mich und jetzt wissen’s halt auch die, die es nicht glauben wollten.

Okay, vielleicht bin ich mittlerweile betriebsblind und/oder abgehärtet (abgestumpft?), aber es scheint alles gut zu sein.

Wenn ich schaue, was den schwul-lesbischen Medien alles eine Meldung wert ist, frage ich mich, was aus den großen Themen der letzten Monate geworden ist. Und solche Themen gab es reichlich. Russland, Uganda, das Berlin-CSD-Drama, …
Was ist daraus geworden? Ist in Russland die Welt wieder in Ordnung, sind schwule Männer in Uganda ihres Lebens wieder sicher? Berlin? Was war da noch gleich? Erinnert sich noch jemand an das dortige CSD-Theater? Ach ja, und ganz früher, da hatten schwule Männer noch politische Ziele und nicht nur diesen Gender-Scheiß im Kopf. Politische Ziele! Weiß noch jemand was da gefordert wurde? Weiterlesen

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Steuerklasse III für 2015 erneut beantragen!

Unter dem 07.05.2013 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, was jeder, der sich ein bisschen mit dem Grundgesetz auskennt, schon längst wusste, nämlich dass die Ungleichbehandlung von Verheirateten und  Eingetragenen Lebenspartnern im Einkommensteuerrecht eine Ungleichbehandlung wegen der sexuellen Orientierung darstellt. Es hat die entsprechenden Rechtsnormen daher mit Wirkung ab Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetz am 01.08.2001 für mit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar erklärt.

Bis heute ist es den Finanzverwaltungen der Länder nicht gelungen, die Verfassungsgerichtsentscheidung zutreffend und vollständig umzusetzen. Nach wie vor finden sich in Steuerbescheiden falsche Bezeichnungen der Steuerschulder und Mann/Frau muss den Finanzämtern wegen allem möglichen hinterher laufen. Zwar legt der nordrhein-westfälische Finanzminister neuerdings allergrößten Wert darauf, dass weibliche, unverheiratete Steuerzahlerinnen nicht mehr als Fräulein angeredet werden, und drangsaliert seine Verwaltung mit Erlassen zu diesem allerhöchstwichtigen Thema. Dass Lebenspartner in behördlichen Schreiben weiterhin respektlos als Frau und Lebenspartnerinnen weiterhin ebenso respektlos als Herr tituliert werden, scheint ihm hingegen egal zu sein.

Mit Müh und Not haben es die Finanzämter hinbekommen, lebensverpartnerten Arbeitnehmern für das Jahr 2014 die Steuerklasse III (beziehungsweise die Steuerklassenkombination III/IV) zu bescheinigen.
Wer nun glaubt, damit sei das Thema vom Tisch, der irrt.

Die Lohnsteuerklasse III hat nicht – wie es etwa bei ordnungsgemäß heterosexuellen Ehegatten der Fall ist – automatisch Gültigkeit für das Jahr 2015! Lebenspartner werden nach wie vor diskriminiert. Weiterlesen

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Interner Missstand?

Zu der verdrießlichen Aktion Wanna Play des Dries Verhoeven am Heinrichplatz in Berlin ist viel geschrieben worden. Ich habe auch meinen Senf dazugegeben.

Überraschend finde ich, dass in erster Line die Art und Weise seines Vorgehens beanstandet wird, während die angebliche Zielsetzung der Aktion für gut befunden wird. Ein ehrbarer, kulturkritischer Ansatz wird Verhoeven bescheinigt.
Nun kann man alles und jedes zur Kultur erheben und selbstredend kann man auch jede Kultur kritisieren. Es ist allerdings zu fragen, ob dies zu Recht geschieht. Aufgefallen ist mir ein offensichtlich von mehreren Autoren verfasster Beitrag auf taz.de. In mehreren merkwürdig zusammengesetzten Textfetzen setzen sich die Verfasser damit auseinander, was Verhoeven der Weltöffentlichkeit am Heinrichplatz wohl mitteilen wollte.

Zutreffend entlarven die Autoren Verhoevens Geplapper vom „wir als Homosexuelle“ als hohle Phrase:

„Wir“ sagt überhaupt nichts aus. Es steht für den Wunsch des „ich“-sagen-Wollens: Wer „wir“ sagt, sagt in Wahrheit ganz laut „ich!“ Es ist ein großes „ich“, versteckt in einem vermeintlich-allumfassenden „wir“.

Allerdings ist das kein spezielles oder vornehmliches Phänomen bei schwulen Menschen. Wir in der CDU, wir in Bayern, wir BVB-Fans und ähnliches mehr wird formuliert. Immer, wenn jemand verbal eine große Gruppe hinter sich behauptet, sollten die Zuhörer und Leser hellhörig werden.

Der Rest des Beitrags in der taz befremdet allerdings.

[…] Homosexuelle sind gesellschaftliche Vorhut, wenn es um das Organisieren von Körperkontakten in beiderseitigem Einverständnis geht (= Sex als Spaß),

ist zu lesen. Man muss wohl schon sehr weit in das schwule Schneckenhaus gekrochen sein, um zu unterstellen, dass es heterosexuellen Menschen beim Sex nicht um Spaß geht. Die Ficken auch nicht nur, um Kinder zu zeugen! Und die machen’s meistens auch in beiderseitigem Einverständnis. Was die Autoren mit ihrer verzerrten Perspektive letztlich sagen wollen bleibt hier wie auch bei folgendem rätselhaft:

Wer im realen Leben ein Date haben will, muss in der virtuellen Welt mit allen Mitteln punkten.

Wow! Unsere Autoren entdecken das Leben. Machen wir sie zu Historikern und lassen sie die Welt vor der Erfindung des Internets erforschen. Ja, es gab auch schon im Vorinternetzeitalter Menschen, die Sex wollten. Schwule Männer haben sich damals, die ganz Uralten werden sich dunkel erinnern, in Parks auf die Pirsch gelegt, in Klappen, Bars, Clubs oder was auch immer die örtliche Infrastruktur hergab Beute gemacht. Und auch damals hat nicht jeder jeden genommen; da musste man sich auch herausputzen und die tatsächlichen oder vermeintlichen Qualitäten präsentieren. Böse könnte ich jetzt behaupten, weil nicht jeder, der Sex mit Männern suchte, nett und fein anzusehen war, sind die Darkrooms erfunden worden. Weiterlesen

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Frohe Botschaft?

Die römisch-katholische Kirche, so wird in diesen Tagen allenthalben berichtet, ändert ihren Ton gegenüber homosexuellen Menschen.

Nun, diese Kirche deutet allenfalls an, ihren Ton ändern zu wollen. Ihr Verhalten will sie keinesfalls ändern. Es ist nichts als ein neuer Giftpfeil, den der Vatikan abschießt. Und diesmal verwendet er ein besonders perfides Gift. Solange die römischen Katholiken brachial auf schwule Menschen eindreschen, die Funktionäre verbal, das Kirchenvolk hier und da auch non-verbal, war es vielen Menschen, sogar eingefleischten Katholiken, leicht, sich davon zu distanzieren. Als verkrustet und nicht zur Erneuerung fähig wurde die Kirche hingestellt. Die Medien machten sich einen Spaß daraus, vor Homophobie geifernde alte Kirchensäcke vorzuführen – ein Schauspiel übrigens auch zum Schaden schwuler Menschen.

Jetzt aber gibt sich der Vatikan handzahm, geradezu konziliant. Und es ist weitaus schwerer, Verbündete gegen die nicht im Geringsten verminderte Schwulenfeindlichkeit der Kirche zu finden, wenn der Gegner, verkörpert durch einen knitterigen alten Mann in Weiß, doch so milde und versöhnlich spricht. Die haben sich doch geändert, die sind doch gar nicht mehr so schlimm, was wollt ihr Schwulen denn noch?, wird es heißen. Hitlerjunge Ratzinger hat schwule Menschen noch als Anomalie der Schöpfung bezeichnet Weiterlesen

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Durchsichtige Spiele

Mich regt es auf, wenn auf deutschen Straßen wieder gegen Juden gehetzt wird oder Schwule in Berlin-Schöneberg fürchten müssen, von türkischen Jugendlichen verprügelt zu werden. Mit klarer Kante könnten wir hier sogar das eher linke schwule Milieu für uns gewinnen.

spiegelt Jens Spahn (CDU) der geneigten Leserschaft. Da ist es also wieder, das schwule Milieu. Allein damit hast sich Spahn entlarvt. Nebenher erklärt er noch, dass sich Schwule nur vor prügelnden türkischen Jugendlichen fürchten müssen. Werden schwule Männer hingegen von deutschen Jugendlichen verprügelt, ist das nichts, wovor sich sich hätten fürchten müssen. Es ist ja richtig, dass ein Teil der Menschen mit Migrationshintergrund mit schwulen Männern nicht gerade freundlich umgeht. Aber auch von den Menschen ohne Migrationshintergrund geht ein Teil mit schwulen Männer alles andere als freundlich um. Und dieser Anteil ohne Migrationshintergrund scheint mir nicht unbedingt kleiner zu sein, als der Anteil mit Migrationshintergrund.
Spahn ist möglichweise so getrimmt, dass er das, was Deutsche machen, per se von jeder Kritik ausnimmt. Spahn geht mit primitiven Law-and-Order-Parolen auf Baunerfängerei. Dafür, dass er das erfolgreich macht, sorgt Die Linke.

Eigentlich müsste das linke politische Spektrum Spahn demaskieren, müsste deutlich machen, dass die CDU mit “klarer Kante” auf schwule Männer eindrischt, sie aber nicht schützt, nicht vor türkischen Jugendlichen, nicht vor den in der CDU/CSU tonangebenden Schwulenhassern. Uneigentlich treibt Die Linke in Gestalt von Bodo Niendel schwule Männer geradewegs in die Arme der Spahn-CDU. Weiterlesen

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Zwischenruf zur Rolle schwuler Medien

Über die Rolle schwuler Medien, ihre Wirkung auf schwule Menschen, ihre gesamtgesellschaftliche Bedeutung, ihre Existenzberechtigung, ihren Auftrag und vieles mehr ließe sich reichlich schreiben. Ich möchte an dieser Stelle jedoch nur einen aktuellen Vorgang schlaglichtartig beleuchten:

Datingplattformen für schwule Männer sind in der letzten Zeit in die Kritik geraten, insbesondere Grindr hat in den letzten Monaten zweifelhaften Ruhm geerntet. So war es, queer.de hat darüber berichtet, ohne viel Aufwand möglich, die genauen Aufenthaltsorte der User zu bestimmen. In dem einen und anderen Land haben Behörden und privat organisierte Schwulenhasser Datingplattformen genutzt, um schwule Männer in die Falle zu locken. In Deutschland droht aber keine Gefahr, könnte man meinen.

Weit gefehlt! In Berlin wird gerade gezeigt, dass auch in Deutschland solche Datingportale eine Waffe gegen schwule Männer sein können. Und queer.de leistet offenbar bedenkenlos Schützenhilfe. Weiterlesen

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Es kommt darauf an, …

Nichts ist so schlecht, als dass es nicht doch für etwas gut wäre. Das gilt auch für die LSU. Für etwas unterhaltsame Aufregung sind sie gut. Da hat sich doch tatsächlich der Berliner Landesvorsitzende der LSU, Jurgen Daenens, ein weiß angepinseltes Holzkreuzchen geschnappt und ist mit einem Haufen durchgeknallter Typen durch Berlin gerannt. Marsch für das Leben hieß die Veranstaltung. Keiner hätte davon erfahren, wenn Daenens sich nicht direkt vor eine Kamera des ZDF manövriert und munter drauflosgeplappert hätte. Seither wissen wir alle wer Jurgen Daenens ist und das er wie Beatrix von Storch zum Holzkreuzfetischismus neigt.

Groß ist die Aufregung in der schwulen Medienwelt. Weiterlesen

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