In Sicherheit?

Die geplante Einstufung von Algerien, Marokko und Tunesien zu so genannten „sicheren Herkunftsstaaten“ ist eine menschenrechtliche Bankrotterklärung. In allen drei Ländern gibt es politische Verfolgung, sind nicht zuletzt Schwule und Lesben massiven Verfolgungen ausgesetzt. In Algerien, Marokko und Tunesien ist einvernehmliche Sexualität unter Erwachsenen gleichen Geschlechts mit hohen Gefängnisstrafen bedroht,

schreibt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD). Es kommt selten vor, dass ich mit Manfred Bruns einer Meinung bin, vielleicht kommt es gerade jetzt zum ersten Mal vor, doch in dieser Sache er hat uneingeschränkt Recht:

Wer Algerien, Marokko und Tunesien zu „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt, rechtfertigt die Verfolgung Homosexueller. Er macht sich mitschuldig, dass dort Menschen politisch verfolgt, eingesperrt und misshandelt werden, nur weil sie anders lieben.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Dem wäre nichts hinzuzufügen, wenn nicht die Lesben und Schwulen in der Union sich zu Wort meldeten:

Die LSU unterstützt ohne jede Einschränkung den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der gesamten Bundesregierung bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation,

kriecht deren Bundesvorsitzer Alexander Vogt der Bundeskanzlei wie gewohnt schamlos in den Arsch. In seiner Pressemitteilung erdreistet sich Vogt sogar zu folgendem:

„Um dies zu gewährleisten und die Integrationsleistung der deutschen Gesellschaft nicht zu überfordern, ist eine Reduzierung der aktuellen Flüchtlingszahlen unerlässlich. Und ich glaube, das sieht auch die große Mehrheit der Lesben und Schwulen in Deutschland so“, sagte der LSU-Bundesvorsitzende abschließend.

Wie kann dieser Vogt es wagen, für die Mehrheit der Lesben und Schwulen in Deutschland zu sprechen? Weiterlesen

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Obwohl

Am 31. Januar hat die Bruno Gmünder GmbH in ihrem Online-Portal Männer die Ergebnisse einer hausgemachten Wahlumfrage veröffentlicht:

Die Große Koalition hat bei MÄNNER-Lesern keine Chance, die FDP schafft die 5 % Hürde – und: Die AfD ist drittstärkste Kraft. [16,7 %, StM] Das sind in Kürze die wichtigsten Ergebnis der MÄNNER-Wahlumfrage.

Umgefragt hat Männer offenkundig bei der eigenen Leserschaft. Über das Ergebnis gibt Männer sich leicht schockiert, was sich daraus schließen lässt, dass Männer in der Kommentierung viermal das Wort obwohl verwendet:

Und das, obwohl die Partei sich gegen die Öffnung der Ehe ausspricht (um die Ehe zu „schützen”), obwohl sie in Baden-Württemberg behauptet, es gebe „nirgendwo […] heute noch nennenswerte Diskriminierung Homosexueller und anderer sexueller Minderheiten“, obwohl Parteivize Beatrix von Storch kürzlich einen mehr als wirren Auftritt bei „Anne Will” hingelegt hat und obwohl eine Vertreterin der Partei in Thüringen Homosexuelle zahlenmäßig erfassen will, was sogar die CDU befremdlich fand: […]

Heute, ein paar Tage später, ist hinzuzufügen, dass Arschlöcher für Deutschland (AfD), die an den Grenzen alle Eindringlinge abknallen lassen wollen, sicher auch auf den Gedanken kommen, im Landesinneren unliebsame Subjekte, schwule Männer dürften solche sein, zum Schutze des deutschen Volkes wegzusperren, in Konzentrationslager zum Beispiel.

Leider geht Männer nicht der Frage nach, warum so viele schwule Menschen bereit sind zumindest mittelfristig gesehen Selbstmord zu begehen. Schon der Versuch einer Antwort zeigt, dass das Erstauen der Männer-Redaktion nicht gerechtfertig ist. Denn woher sollen die Männer-Leser wissen, was die AfD für ein Verein ist? Weiterlesen

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Gegenmaßnahmen

Am 19. Januar berichtete queer.de unter der Überschrift AfD-„Familienschutz“ sammelt Spenden für homophobe Wahlkampf-Flyer über die aktuellen Aktivitäten der Schwulenhasser um Beatrix von Storch.

Im weiteren Verlauf des Beitrags heißt es.

Die Flyer dürften dann spätestens vor der nächsten Demo für alle am 28. Februar in Stuttgart fertig sein, die zwei Wochen vor der Landtagswahl stattfinden soll. Bereits an diesem Samstag will die „Demo für alle“ in Stuttgart mit einem Symposium zum Thema Schulaufklärung homophobe Wahlkampfstimmung verbreiten. Inzwischen haben zwei Bündnisse Gegenproteste ab 9 Uhr an der Liederhalle angekündigt.

Diese Gegenproteste sind gut und richtig und sie werden hoffentlich auch am 28. Februar stattfinden. Es gibt aber noch einen anderen Ansatz, wie man seine Missbilligung der angeblichen Familienschützer zum Ausdruck bringen kann. Das geht ganz bequem von zu Hause aus. Weiterlesen

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Wir

Das Jahr 2015 ist zu Ende gegangen mit allerlei vorzeitigem Feuerwerk, einem Drama in Köln, das sich zu einem politischen Skandal in Stadt, Land und Bund auswächst und – sinnigerweise noch im alten Jahr – der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Seit Menschengedenken spricht Angela Merkel am Silvesterabend zum Stimmvieh. Ihr neues Erfolgsmotto, wir schaffen das, durfte nicht fehlen. Seit es ihr am 31. August 2015 erstmals kalkuliert herausgerutscht ist wurde viel darüber diskutiert, ob wir das wirklich schaffen und wie wir das schaffen. Die Bundeskanzlerin beschäftigt sich nicht mit der letztgenannten Frage. Details verwirren nur. Sie sagt einfach (auf dem Gefolgschaftstag der CDU): „Wir schaffen das, weil es zur Identität unseres Landes gehört, Größtes zu leisten.“
Spätestens an der Stelle muss man doch hellhörig werden. Sicher haben einzelne Deutsche auf geistes- und naturwissenschaftlichem Gebiet, in der internationalen Politik und in anderen Bereichen Großartiges zustande gebracht. Aber die Deutschen in ihrer Gesamtheit? Sie können sich einer Massenvernichtung gigantischen Ausmaßes rühmen, die nicht das Werk einzelner war, sondern bei der ganz viele mitgemacht haben und woran sich hinterher niemand erinnern wollte. Der Wiederaufbau nach dem Krieg und das sogenannte Wirtschaftswunder sind keine Leistung der Deutschen. Beides mag identitätsstiftend wirken (Trümmerfrauen und der sagenhafte deutsche Fleiß und allen voran Ludwig Erhard als Erzeuger der Deutschen Mark), geht aber auf Überlegungen der Alliierten zurück und wurde von ihnen bezahlt, weil es ihnen politisch in den Kram passte. Da gab es zum Beispiel im Jahr 1953 einen gewaltigen Schuldenerlass, ohne den Deutschland nie auf die Beine gekommen wäre. Da durften deutsche Industriekapitäne und Ingenieure auf Kosten der USA in den USA reisen und sich instruieren lassen, wie man die Stahl-, Fahrzeug- und Chemiewerke in Deutschland für die billige Massenproduktion fitt macht. Deutschland wurde zum drittgrößten Waffenexportland hochgezüchtet; da wird für den Frieden in der Welt wirklich Großes geleistet.
Und dass mit und nach der Wiedervereinigung Größtes geleistet wurden, glauben nur Helmut Kohl und Angela Merkel. Die Deutschen haben in ihrer jüngeren Geschichte viel Glück gehabt, große (positive) Leistungen der Gesamtheit der Deutschen stehen aber noch aus.

Wen meint Angela Merkel eigentlich mit wir? Weiterlesen

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Köln

Die Ereignisse in der Silversternacht haben Köln in die Schlagzeilen gebracht. Obgleich die Kölner Polizeiführung versuchte den Deckel drauf zu halten, nahm sich die lokale Presse der dramatischen Vorgänge bald auf ihren Internetseiten und den ersten Druckausgaben des neues Jahres an. Aus Gründen, die wohl nie aufgeklärt werden, ignorierten die großen Pressehäuser in  München, Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg zunächst das Geschehen in der viergrößten deutschen Stadt. Es wird eine Rolle gespielt haben, dass es für die politsch überkorrekten Medien die falsche mutmaßliche Tätergruppe war, die da in den Fokus rückte. Eine große Wochenzeitung jedenfalls rechtfertigte sich noch vorgestern damit, dass ja gar nicht so richtig klar sei, wer da was gemacht habe. Die Polizei ermittele ja noch und man müsse differenziert berichten und genau hingucken. – Ja, verdammt, das genaue Hingucken ist Aufgabe der Presse, nicht das Wegsehen! Erst als die Kölner Silvesternacht das zentrale Thema in den (a)sozialen Medien wurde und sich herausstellte, das nicht nur Köln von derartigen Vorfällen betroffen war, sprangen auch die Vorzeigemedien auf die Ereignisse an, brüllten energisch, das, was sie Tage zuvor überhaupt nicht interessierte, müsse nun sofort und gründlichst aufgeklärt werden und vor allem müssten Köpfe rollen. Von dort schwappten die Schlagzeilen in die internationalen Medien und wurden das Top-Thema. Die einstweilige Zurruhesetzung des Kölner Polizeipräsidenten heute war mehreren führenden Medienhäusern im angelsächsichen Raum eine Eilmeldung wert.

Soweit die Vorrede. Was ist in den schwullesbischen Medien über die Kölner Ereignisse   zu lesen? Weiterlesen

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Schwulenstaat

Die Argumente sind ebenso dumm wie falsch, im Grunde sind es gar keine Argumente, sondern Parolen voller Hass, mögen sie noch so lieblich daherkommen, aber mit ihnen gewinnt man Wahlen und Abstimmungen. So geschehen in Slowenien, wo eine für die Region untypische Regierung nicht versteht, warum homosexuelle Menschen nicht die gleichen Rechte haben sollen wie heterosexuelle Menschen. Ein Gesetz, das weitgehend gleiche Rechte bescheren sollte, wurde vorbereitet und durch das Parlament beschlossen. Das jedoch rief sogenannte Konservative, Christen und anverwandte Idioten auf den Plan, die per Volksabstimmung das Gesetz zu Fall brachten. Ihre Argumente: –
Was sie anzubieten hatten war die Behauptung, mit der ersten schwulen Ehe würde die heterosexuelle Welt untergehen, wie ja auch zuvor bereits die katholischen Länder Irland, Portugal und Spanien im Meer versunken sind. Und an die Kinder, die lieben, kleinen, unschuldigen Kinder müsse man denken.
Auch in Deutschland lässt sich damit erfolgreich Politik machen. Man gibt noch etwas Bauchgefühl der Bundeskanzlei hinzu – und schon liegt das Schicksal schwuler Menschen allein in den Händen des Verfassungsgerichts. Ein Trauerspiel für jeden Staat, der von sich behauptet eine Demokratie zu sein. Die Empörung in den Kommentarspalten bei queer.de ist groß, sie wabert durch Facebook und twittert umher. Schwule Menschen aus Deutschland sind es, die sich da empören über die Ungerechtigkeit, die ihren Schwestern und Brüder da in Slowenien widerfährt. Einer fordert sogar: LGBT’s sollten Ihren eigenen Staat gründen! Unter Heteros sind LGBT-Rechte nicht sicher! Ich komme darauf zurück.

Die Trauer spielt auch in Düsseldorf. Schwenken wir einmal dorthin, bleiben bei den schwulen und lesbischen Menschen, wechseln aber das Thema. Ich meine nicht den Gender-Wahnsinn, mit dem die Lindner-FDP auf sich aufmerksam machen will, sondern Mach’s mit, die längst ausgelutschte Kondomkampagne, versus „Wir machen’s ohne – Safer Sex durch HIV-Therapie“. Weiterlesen

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Die Erde ist keine Scheibe

Xavier Naidoo, noch rechtzeitig gescheiterter ESC-Kandidat, wird mit den sich selbst so nennenden Reichsbürgern in Verbindung gebracht.
Zur Erläuterung, was es mit diesen Reichsbürgern auf sich hat, möchte ich einen Beschluss des Amtsgerichts Duisburg vom 26.01.2006 (46 K 361/04) wiedergeben (Hervorhebungen durch mich): Weiterlesen

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Diskriminierung

Die neu gewählte kanadische Regierung hat beschlossen zunächst nur Frauen, Kinder, Familien und Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden, als Flüchtlinge zu akzeptieren. Queerpride sieht darin eine Diskriminierung:

Diskriminierung mal anders rum: Kanada will schwule Flüchtlinge bevorzugen

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*

Queer.de hält den Beschluss für mutig,

In allen Parteidokumenten soll künftig nicht mehr von „Bürgerinnen und Bürgern“, sondern von „Bürger*innen“ die Rede sein.

Bündnis 90/Die Grünen haben am Sonntagvormittag auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in Halle einen mutigen „Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache“ (PDF) beschlossen. Nach nur kurzer Debatte stimmte eine große Mehrheit dem Vorschlag des Bundesvorstands zu.

tatsächlich ist er aber saudumm. Weiterlesen

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Meinungsfreiheit versus Respekt

Immer dann, wenn jemand etwas außerordendlich Dummes, Saublödes, abgrundtief Falsches, ganz Erbärmliches sagt oder schreibt, beruft sich der Betreffende, sobald berechtigte Kritik aufkommt, auf „die Meinungsfreiheit“. Selbstverständlich soll jedoch nur die eigene Meinung frei sein, nicht die der Kritiker.

Meinungen müssen nicht immer vorsichtig formuliert und wohlbegründet sein. Da kann durchaus herb und heftig formuliert werden. Meinung ist nicht immer gleichbedeutend mit Wahrheit. Beleidigungen und Kränkungen können auch eine Meinung darstellen.

Gibt es eine Grenze? Weiterlesen

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“Muslime leiden besonders unter der Gewalt“

130 Menschen sind ermordet worden, über 300 Menschen wurden verletzt. Von den Verletzten sind noch längst nicht alle über den Berg.
Man sollte meinen, die Freunde und Angehörigen der Opfer und diejenigen, die in den Krankenhäusern ihre Verletzungen auskurieren und vielleicht gewärtigen müssen, dass sie dauerhafte körperliche oder seelische Beeinträchtigungen davontragen, seien die Leidtragenden der Anschläge von Paris. Oder die Menschen in Paris, die unversehrt geblieben sind, aber den Terror aus nächster Näher erlebt haben und nun traumatisiert mit den schrecklichen Bildern in ihren Köpfen zurechtkommen müssen. Oder die Menschen, nicht nur in Paris und Hannover, die allen Vernunftappellen zum Trotz Opfer ihrer Angst werden, sich nicht mehr in Fußballstadien und Konzerthäuser trauen, hinter jeder finsteren Gestalt einen Dschihadisten vermuten.

Alles falsch. Männer belehrt uns: Weiterlesen

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Weiter in der Tagesordnung?

129 ermordete Menschen, die Zahl kann noch größer werden, über 300 Verletzte. Paris an einem Herbstabend im Jahr 2015.
Die Presse versucht möglichst minutiös nachzuzeichnen was an jenem Abend passiert, wer, wann, wo wie viele Schüsse abgegeben hat. Wurden 130 Patronenhülsen gefunden oder doch nur 127? Wie heißen die Attentäter, wo kommen sie her, wie genau sind sie nach Paris gelangt, hatten sie syrische oder ägyptische Pässe? Was wusste die Polizei vorher, nachher und währenddessen?
Wofür ist das wichtig? – Die Presse glaubt irgendetwas berichten zu müssen und klammert sich an Details. In Analysen und Kommentare wird versucht, dass Schreckliche begreifbar zu machen. Ein paar gute Kommentare gibt es, aber auch reichlich Schmarrn. Hollande macht eine gute Figur in diesen Tagen, er ist kein Kriegstreiber, hetzt nicht, weiß zu differenzieren. Dass der seine Luftwaffe losschickte und von Krieg spricht – ich weiß nicht, ob das richtig ist, aber welche Wahl hatte er denn? Wäre er ein stärkerer Präsident, hätte er sich vielleicht etwas mehr Reaktionszeit nehmen können. Aber er ist kein starker Präsident und muss dem Druck der sogenannten öffentlichen Meinung, die in Frankreich massiv aus der rechten politischen Ecke befeuert wird, nachgeben. Dass er kein starker Präsident ist, verdankt er übrigens der Politik einer gewissen Frau Merkel, von deren Politik eine bestimmte Bevölkerungsschicht in Deutschland profitiert, nicht aber Deutschland insgesamt, schon gar nicht Europa. Aber das ist ein anderes Thema.

Der 13. November 2015 – geht er schwule Menschen etwas an?
Natürlich sind sie auch betroffen, mit betroffen, wie so viele andere. Sie und ihre Wortführer geben ihrer Betroffenheit und ihrem Mitgefühl mit den Menschen in Paris zum ausdruck, die einen pflichtschuldigst, die anderen aufrichtig.
Das meine ich aber nicht. Meine Frage lautet: Sind schwule Menschen in besonderer Weise betroffen von dieser Anschlagsserie? Weiterlesen

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Opa Helmut?

Als wäre er so eine Art Messias. Der qualmende Retter der Welt – zumindest in der Theorie. Helmut Schmidt. Das gänzlich Unerwartete, für Unmöglich gehaltene ist eingetreten: Er ist gestorben.

Was nun? Die Tabakindustrie wird zugrunde gehen, Hamburg nachträglich in der Sturmflut versinken und Maischberger wird niemanden finden, der ihr mit Nichtssagen die Sendezeit füllt.

Was ihm nun nachgerufen und nachgeschrieben wird ist schmeichlerisch, heuchlerisch, ehrfurchtsvoll, niedlich. Kriss Rudolph, der Männer-Chefredakteur schreibt gar,

ich hätte ihn und seine Frau Loki, die bereits 2010 verstorben ist, jederzeit als Großeltern adoptiert,

und macht einen Hofknicks nach dem Anderen. Der Hype um Schmidt zeigt wie arm Deutschland an Vorbildern ist. Weiterlesen

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Perverse Öffentlichkeit

Zwei Bettelbriefe, wenn ich sie so nennen darf, haben mich in der letzten Zeit erreicht.

Der LSVD lässt wissen:

Wir brauchen Euch!

Gemeint ist: Wir brauchen Euer Geld!

Der Bettelbrief des LSVD macht deutlich, dass dieser Verein einiger weniger schwuler und lesbischer Menschen in Deutschland Schwierigkeit hat, seine Daseinberechtigung zu erklären. Da ist von der Eheöffnung in Irland die Rede, lesbische Frauen in Afrika werden bemüht und der Nahe Osten kommt auch drin vor, bevor wir in Sachsen landen. Der LSVD schreibt, er brauche dafür Geld. Und er will weitermachen wie bisher. So brauchen wir also weiter den langen Atem, der die Erfolge der Vergangenheit gebracht hat, heißt es in dem Text. Dass die sogenannten Erfolge im Grunde dramatische Niederlagen sind, verschweigt der LSVD. Denn was hat dieser Verein gemacht: Weiterlesen

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Freiwild

Da kommt also so ein Kirchennazi, nennen wir ihn zur Erleichterung der Wiedererkennbarkeit Vitus Huonder, unangefochtener Gauführer der Katholiken im schweizerischen Chur, und fordert die Todesstrafe für schwule Männer (nicht für lesbische Frauen!), also deren Ermorderung. Man sollte meinen, so etwas geht im westlichen Europa nicht durch. Das darf der nicht! Die westliche Gesellschaft wird so einen Hassprediger ächten und sich gegen seine mörderischen Triebe wehren.

Doch – der darf das! Da passiert nichts. Die Staatsanwaltschat in der Schweiz meint, die Aussagen des Bischofs wiesen nicht die für die Tatbestandserfüllung geforderte Eindringlichkeit und Eindeutigkeit auf (vgl queer.de). Klar, der Bischof stand während seiner ätzenden Ansprache nicht mit dem Maschinengewehr im Anschlag da. Er will ja nicht selber morden, er stiftet nur andere an. Das zu erkennen bedürfte es allerdings des einen oder anderen unabhängigen Kopfes bei der Staatsanwaltschaft.
Vom Staat und seiner Anwaltschaft haben schwule Männer nicht viel zu erwarten, in der Schweiz nicht und im Land der Deutschen auch nicht, außer natürlich, dass sie leicht selber ins Visier der (Straf-)Verfolger geraten können. Frei nach Angela Merkel werden sich die Verfolger bei Bedarf auf ihr Bauchgefühl berufen können.

Was ist denn mit dem Arbeitgeber dieses Kirchennazis? Der könnte doch einschreiten und die Hetze des geweihten Hetzers unterbinden. Fehlanzeige. Die Konferenz der schweizerischen Bischöfe lässt wissen, dass der Mann Gottes aus Chur es gar nicht so gemeint hat, obwohl der doch selber gesagt hat, dass er es so gemeint hat, wie er es sagte. Vielleicht, der Verdacht drängt sich auf, denken die alle so, wie der aus Chur, würden nur nicht so direkt formulieren, dass die schwulen Männer gleich merken, dass man ihnen ans Leben will.

Kurzer Einschub: Erinnert sich noch jemand an Sara und Max. Weiterlesen

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