Was nun, Deutschland?

Same-Sex Marriage is a Right, so fasst die New York Times die heutige Entscheidung des Supreme Court of the United States zusammen. So kurz und schmerzlos wie diese Überschrift es verheißt, ist die Entscheidung allerdings nicht zustande gekommen. Die Begründung des Gerichts umfasst immerhin 28 Seiten, ihr sind Sondervoten beigefügt und ist mit 5 zu 4 Stimmen ergangen. Schwer getan, ersichtlich schwer getan hat sich das Gericht. Es hat das heiße Thema jahrelang vor sich hergeschoben, bis es aufgrund der divergierenden Rechtsprechung der Appellationsgerichte nicht mehr anders konnte, als eine Entscheidung zu treffen. Die Anhörung in diesem Verfahren gehört zu den aufseheneregendsten in der us-amerikanischen Justizgeschichte. Der Supreme Court hat wieder einmal Geschichte geschrieben, indem er eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen hat. Die Bedeutung der Entscheidung liegt deshalb nicht nur in den jetzt formulierten Rechtssätzen, sondern auch in dem Weg dorthin. Weil dieser Weg so beschwerlich war, weil noch vor wenigen Jahren so eine Entscheidung für unmöglich gehalten wurde, ist sie viel mehr als nur ein juristischer Erfolg.

Wichtig ist diese Entscheidung, weil damit ein weiterer Teil der westlichen Welt schwule und lesbische Menschen nicht mehr als zweitklassige Mitglieder der Gesellschaft ansieht und damit gegen die ideologisch, religiös oder politisch bedingte zunehmende Unterdrückung schwuler Menschen in andern Teilen der Welt, Russland, Uganda, Irak seien nur als Beispiele genannt, Stellung bezieht.
Ein weiterer Teil der westlichen Welt! – Was ist mit Deutschland? Weiterlesen

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Ein paar Hinweise für die NRW CDU

Die CDU in Nordrhein-Westfalen hat auf ihrem Parteitag, auf dem Gegenrede und Widerspruch zum notenfälschenden Parteivorsitzenden Armin Laschet verboten waren, zum Thema Homo-Ehe (neuerdings euphemistisch Ehe für alle genannt) herumgeeiert. Nur eines weiß man ganz gewiss: Schwule sollen keine Kinder adoptieren dürfen. Dazu ein paar Zahlen:

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen familiärer Krisen in vorläufige Obhut der Jugendämter genommen wurden, lag 2012 so hoch wie nie zuvor in NRW. Mit 11533 Schutzmaßnahmen stieg die seit Jahren anwachsende Zahl um weitere 8,6 Prozent. Besonders dramatisch: In jedem fünften Fall ging der Behördeneinsatz auf Initiative der Kinder und Jugendlichen selbst zurück. „Die Zahl der Eltern, die überfordert sind und ihre Kinder vernachlässigen, wächst ständig“, sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. Heinz Hilgers, der WAZ.

Mehr als 11 500 Kinder, in nur einem Jahr, allein in Nordrhein-Westfalen! Eine Zahl die man sich merken sollte, wenn einmal mehr die Rede davon ist, welch große Gefahr schwule und lesbische Menschen für Kinder darstellen.

Wiederum der Kinderschutzbund, nicht die katholische Kirche, nicht die CDU, nicht die CSU, nicht die evangelikalen Weltverbesserer, teilt mit, dass bundesweit pro Woche 70 Kinder von ihren Eltern so schwer körperlich misshandelt werden, dass sie ärztlicher Versorgung bedürfen. Pro Woche! Weiterlesen

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Die Väter und Mütter des Grundgesetzes …

… sind schon lange tot. Weiterlesen

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Unterschiede

Was man schnell an ihr erkannt
war der Mangel an Verstand.
Sonst besaß sie alle Kräfte
für die Führung der Geschäfte.

Es geht um Annegret Kramp-Karrenbauer. Die stellt die Ministerpräsidentin des Saarländchens dar. Den ursprünglich von Alfred Kerr auf Kaiser Wilhelm II. gemünzten Vers habe ich mir erlaubt entsprechend umzuschreiben.

Bevor ich mich näher mit der Aufregung um Frau Kramp-Knarrenbauer beschäftige, ein Blick auf eine andere Nachricht dieser Woche. Anis Ferchichi darf seinen “Song” Hass ohne Grund wieder ungehindert plärren lassen. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat sich, so scheint es, Ferchichis Absicht, Schwuchteln zu foltern, und die Aufffassung, es wäre ganz normal, dass Männer keine Schwänze lutschen, zu eigen gemacht. Die Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wurde suspendiert. Formaljuristisch hat das Gericht die Sache zur weiteren Sachverhaltsaufklärung an die Vorinstanz zurückverwiesen. Allerdings ist das völliger Blödsinn, denn am Sachverhalt ist nichts aufzuklären.  Nach allem, was über die Gerichtsentscheidung zu lesen ist, verdichtet sich bei mir der Eindruck, dass Gericht halte den Wunsch, schwule Männer zu foltern, für Kunst.

Regt sich über die Oberverwaltungsgerichtsentscheidung jemand auf? Nein. Mainstream- und schwule Medien haben berichtet, damit ist die Sache erledigt. Verlautbarungen hierzu von den üblichen schwulen Lautsprechern lese und höre ich nicht. Eine Strafanzeige gegen die Richter des Oberwaltungsgerichts ist, soweit ersichtlich, nicht erfolgt.

Halten wir die Rufer nach Folter für schwule Männer und die richterlichen Kunstexperten im Hinterkopf, wenn wir uns der Empörung über Kramp-Knarrenbauer zuwenden. Weiterlesen

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Lebenslust und Todesangst

Ein Buch, nach sechs Monaten hat es den beschwerlichen Weg an die Spitze meines Lesestapels geschafft. Ich bin da noch ganz altmodisch, ein Buch besteht für mich aus gebundenen Blättern. Bedruckte Blätter. Man speichert es nicht, sondern legt es irgendwo hin. Lässt es liegen, bis es dran ist. Im Zug gucken die Leute immer ganz komisch, wenn ich mit so einem Papierbündel herumhantiere. Was hat der da? Ist das gefährlich? Das ist bestimmt nicht gut für die Augen.
Egal. In diesem Buch, oben vom Stapel, steht schon auf der ersten Druckseite das, was Titel dieses Posts geworden ist: Lebenslust und Todesangst. Dieses Buch* aus dem Jahr 1989 beschäftig sich mit Aids. Damals hat man noch Aids gesagt und geschrieben. Heute heißt es HIV. Ich spreche es H-I-V aus, also jeden Buchstaben einzeln, andere sagen Hiv (also Hif oder Hifffff). Klingt lockerer, weniger förmlich wie H-I-V. Hiv wie hip (nicht die Babynahrung). Oder Hiv wie Pfiff, ganz flott und unbeschwert. Etwa bis zur Jahrtausendwende hieß es aber meistens Aids. Nicht schön. Das Kunstwort brennt beim Aussprechen auf der Zunge und Krankheit und Tod schwingen mit. Todesangst.
Todesangst als Folge der Lebensfreude.
Vor wenigen Tagen traf ich eine Frau. Mitte sechzig. Alt sah sie aus. Alt und krank. Lungenkrebs. Vor wenigen Wochen festgestellt. Mit der Diagnose kam gleich die Prognose. Ein paar Monate noch, mehr nicht. Natürlich bietet die kleinstädtische Medizin auf, was kleinstädtische Medizin aufzubieten hat. Chemotherapie. Klingt auch nicht gut. Der Frau nützt es nichts, der Medizin auch nicht. Geforscht wird da nicht in dem Kleinstadtkrankenhaus, nur ausprobiert. Es nützt den Angehörigen, die können sich damit beruhigen, dass alles getan wird für die Patientin.
Warum ausgerechnet ich? Weiterlesen

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Neue Bündnisse

Anlässlich des wunderbaren Geschenks, dass die irische Bevölkerungsmehrheit ihren schwulen und lesbischen Mitmenschen gemacht hat, schreibt Micha Schulze (queer.de) mit Blick auf die Situation in Deutschland :

Wir müssen neue Bündnisse schmieden!
[…]
Mit dem starken Rückenwind aus Irland müssen wir jetzt anfangen, neue Bündnisse zu schmieden, unsere Strategien überdenken. Wenn sich die schwarz-rote Bundesregierung eben nicht bewegen will, dann müssen wir mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen und einer klaren Botschaft den Druck auf Berlin erhöhen.

Klare Botschaft! – Nicht LGBTQQIAA, das ist Quatsch, das versteht keiner. Da kommt doch beim Empfänger nur an, schwule Männer wollen sich die Schwänze abschneiden lassen, um dann als Frau asexuell zu leben. Es liegt in der Natur der Menschen, sich nicht gerne auf Ungewisses und Unüberschaubares einzulassen.

Druck auf Berlin erhöhen! – Druck erzeugt man nur mit starken Unterstützern. Eine Ansammlung von sexuellen Minderheiten, die sich in queerem Geschwätz verheddern, beeindruckt niemanden. Ich behaupte: Jeder Buchstabe, der dem G oder (im Deutschen:) dem S hinzugefügt wird, schwächt schwule Männer insgesamt in der Wahrnehmung ihrer Interessen.

Unsere Strategien überdenken! – Haben wir überhaupt welche? Ich halte es für dringend erforderlich, dass sich schwule Männer darüber klar werden, was sie als schwule Männer politisch erreichen wollen. Es fehlt die klare, verstehbare Linie. Die Unverständlichkeit der Forderungen ist es zum Beispiel, die es den Bildungsplangegnern in Baden-Württemberg so leicht macht; sie können schwulen Männer Forderungen aus dem Bildungsplan um die Ohren hauen, die mit Homosexualität gar nichts zu tun haben.

Wenn aus der Pädophiliedebatte, auf die ich gestern in einem Post eingegangen bin, etwas zu lernen ist, dann eins: Schwule Männer müssen auf der Hut sein und genau prüfen mit wem sie sich abgeben. Weiterlesen

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Scheiß Pädophiliedebatte

Warm gehalten wird es schon lange und von Zeit zu Zeit lässt irgendwer das Thema hochkochen: Pädophilie
Dabei geht es nicht um eine sachliche Erörterung der Angelegenheit, am allerwenigsten geht es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen, obwohl das immer als zentrales Anliegen vorgegeben wird. Im Grunde geht es nur darum, mit Dreck zu werfen, so wie es gerade David Berger vormacht, der sich auf den längst verstorbenen Felix Rexhausen stürzt und ihm nachträglich den literarischen Garaus bereiten möchte. Überhaupt zeichnet sich die Debatte dadurch aus, dass sich die Angriffe oft gegen schon vor Jahren Verblichene richten, die nicht mehr zur Klärung der Vorwürfe oder bloßen Unterstellungen beitragen können. Bemerkenswert ist auch, dass heutige Schlaumeier wie Berger genau wissen, wie vor zwanzig, dreißig, vierzig und mehr Jahren Gesagtes, Geschriebenes und Getanes zu interpretieren ist.

Auffällig ist weiterhin, dass der Begriff Pädophilie fernab jeder wissenschaftlichen Definition in seinem Inhalt und der Reichweite der Bestimmung des Verachtenswerten immer weiter ausufert. Im wissenschaftlichen Kontext wird unter Pädophilie das primäre sexuelle Interesse an Kindern im präpubertären Alter verstanden. In den Medien und der ihnen folgenden Stammtisch(=facebook)schlacht wird pauschal von Kindern gesprochen und werden Altersgrenzen immer höher gezogen. So etwas geht immer einher mit Rufen nach dem Gesetzgeber. Weiterlesen

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Der Bruder mit den zwei Töchtern

OWL am Sonntag und Barbara Eggert – bis vor wenigen Tagen wusste kaum jemand was das eine und wer die andere ist. Dank queer.de ist der Homo-Hass in Ostwestfalen in aller Munde. Wenig bis gar nichts wissen wir allerdings über die beiden Männer, die da demnächst heiraten wollen und den Bruder (43) des einen, der  eine Ehe zwischen zwei Männern unpassend findet und nicht will, dass seine Kinder an dieser Hochzeit teilnehmen und sich in ihrem kindlichen Alter schon mit dem Thema der sexuellen Orientierung befassen. Nun, mit so einer Haltung schützen die Eltern nicht ihre Kinder, immerhin schon sechs und acht Jahre als, sonder nur sich selber vor möglichen Fragen der Kinder, ob die Beziehung der Eltern denn wirklich das einzige Wahre ist.

Okay, es wird in Ostwestfalen nicht wo viele schwule Paare geben, die in Hochzeitvorbereitungen stecken und von denen der Eine einen verheirateten Bruder nebst zwei Töchtern im Alter von sechs und acht Jahren hat. Das schwule Paar wird also, wenn es den Hetzartikel in der OWL am Sonntag kennt, wissen wer gemeint ist. An die Möglichkeit, dass die homophobe Eggert die Anfrage nur erfunden hat, möchte ich vorläufig nicht glauben.  Also, was soll unser schwules Paar mit dem Bruder machen? Weiterlesen

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Kurswechsel bei der SPD?

Seit dem Jahr 2007 gibt es diesen Blog. Und seit dem Jahr 2007 erlaube ich mir in schöner Regelmäßigkeit darauf hinzuweisen, dass die SPD nicht auf der Seite schwuler Menschen steht. Immerwieder laufen führenden SPD-Mitglieder Amok und poltern gegen schwule Menschen. Immer wieder, vorzugsweise auf Bundesebene, duckt sich die SPD weg, wenn sie gefragt ist für die Rechte schwuler Menschen zu stimmen. Gewiss: die SPD hat seinerzeit für das Lebenspartnerschaftsgesetz und das Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz gestimmt, obwohl es damals noch keinen Druck aus Karlsruhe gab. Aber sie hat eben auch nur für diese Gesetze gestimmt und war und ist nicht bereit einen Schritt mehr zu tun. Gewiss: in dem einen oder anderen Bundesland, in dem die SPD auf der Regierungsbank rumkrabbeln darf, gibt es Feigenblattprojekte, die, so hoffe ich, die Situation hier und da auf einem Schulhof vielleicht entschärfen, aber nichts an der rechtlichen Situation schwuler Menschen ändern.

Die SPD ist allerdings nicht erst homophob, seit es diesen Blog gibt. Weiterlesen

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Auf den Leim gegangen

Die römisch-katholischen Bischöfen haben ihren Hass auf schwule Menschen neu formuliert und eine neue Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse vorgelegt. Sie unterscheidet sich inhaltlich von ihrer Vorgängerfassung nur darin, dass das Eingehen einer Lebenspartnerschaft nicht mehr automatisch zur Entlassung aus dem Kirchendienst führt, sondern der jeweilige Ortbischof willkürlich zur Tat schreiten soll.

Manfred Bruns vom LSVD ist den Bischöfen auf den Leim gegangen und lässt am 05.05.2015 wissen (Hervorgebung durch mich): Weiterlesen

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„Das Virus ist tot“

Das Virus ist tot, schreibt der Vangardist. Effektheischender Journalismus ist jedoch nicht totzukriegen. Jeder mag selber beurteilen, ob das progressive Männermagazin Vangardist mit seiner Limited Edition, einer angeblich mit dem Blut HIV-positiver Menschen gedruckten Ausgabe, die Aufmerksamkeit auf HIV und AIDS lenken möchte – oder auf das eigene Magazin.

Wenn ihr die “infizierte” Printausgabe in Händen haltet, werdet ihr mit HIV in Kontakt kommen wie niemals zuvor,

schreibt der Chefredakteur und die eigens für die internationale Vermarktung (des Heftes, nicht des Themas!) engagierte Werbeagentur liefert die internationale Dimension:

Trotz 30 Jahren Aktivismus und Forschung bleibt HIV die sechstgrößte Todesursache auf der Welt. Trotzdem scheint der Virus für viele Leute kalter Kaffee zu sein.

Nach Zahlenangaben der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2012 sind weltweit 2,9 % der Todesfälle auf eine HIV-Infektion zurückzuführen. In Deutschland liegt die Quote übrigens bei weniger als 0,05 % (für Österreich dürfte die Größenordnung ähnlich sein), aber das nur am Rande.
Wäre es so schlimm, wenn der Virus endlich zu kaltem Kaffee wird, wenn HIV und AIDS aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden?* Anders gefragt: Wem nützt es, wenn das Thema auf mehr oder weniger gelungene Weise am Köcheln gehalten wird? Weiterlesen

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Machen wir doch ein Drama draus

Schon von dem Riesenskandal gehört? Ich meine den Riesenradskandal.

Nicht? Macht nichts. Er ring mit dem berühtem chinesischen Sack um den Spitzenplatz in der Bedeutungsskala. Nur so viel:

Das London Eye gewährte mit Blick auf eine britische Fortpflanzungsangelegenheit allen Paaren, die William und Kate heißen, eine freie Drehung. Pink News, ein schwules Nachrichtenportal, dass hochfrequent Wichtiges und Unwichtiges in die Welt hinaushaut, zog sich daran hoch und hielt das für homophob. Diese Einschätzung wurde nicht überall im vergleichsweise kleinen Großbritannien geteilt. Das übliche hin- und hergeplärrte auf Facebook spielte sich ab. Damit hätte die Sache als inselinterne Angelegenheit ihr Bewenden haben können. Hatte sie aber nicht. Das Haus Gmünder ließ in seinem Nachrichtenportal Männer, dass niedrigfrequent Unwichtiges und kaum Wichtiges wispert, die Bombe platzen: Weiterlesen

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Narr ohne Hof

Vor ein paar Tagen hat David Berger ein Textchen über Felix Rexhausen verfasst. Das ist sein gutes Recht. Er hat das Textchen auch veröffentlich, was ebenfalls sein gutes Recht ist. Erschienen ist das Textchen (es ist kein richtiger Text, es ist disparat zusammengesetztes Zeug) in der weitgehend schmerzfreien deutschen Ausgabe der Huffington Post. So weit, so belanglos. Queer.de, die im Gegensatz zur Post in meiner Leseliste enthalten ist, berichtet nun, dass es in Köln Menschen gibt, welche die Huffington Post und Berger für Quellen der Erkenntnis halten. Tatsächlich glaubt die Stadt Köln in Gestalt eines ihrer vielen Bezirksbürgermeister, nämlich des Andreas Hupke, grün und ängstlich, zu wissen: Felix Rexhausen hat der Pädophilie das Wort geredet. Die für den 17.5. vorgesehene feierliche Enthüllung des Schildes einer nach Rexhausen benannten Straße (hat Felix Rexhausen nicht mehr verdient?) wurde flugs abgesagt. Da kann sich der David Berger ganz doll auf die Schulter klopfen (oder von seinen Claqueren klopfen lassen), da hat er doch wieder ganz doll etwas erreicht.

David Berger, nur zur Erinnerung, ist jemand, der Menschen, die nicht seiner Meinung sind, nicht hören und nicht sehen will, schon gar nicht in Talkshow. Umgekehrt zickt er rum, Weiterlesen

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Das Blut schwuler Männer

Blut ist ein ganz besonderer Saft, die weiter an Dynamik gewinnende Diskussion um Regelungen, die schwulen Männer das Blutspenden verbieten, macht es deutlich. Als Vorwand für das Blutspendeverbot wird die angegliche Sicherheit der Blutspendeempfänger ins Feld geführt. In keinem anderen Lebensbereich gibt es ein solches ultimatives Sicherheitsbedürfnis. Bedenkenlos dürfen Idioten und verkehrsuntaugliche Personen am Straßenverkehr teilnehmen, Lebensmittelsicherheit existiert nur auf dem Papier und gegen fahrlässig oder vorsätzlich militärische Auseinandersetzungen herbeiführende Politiker unternimmt niemand etwas. Nur beim Blut, da sind die Reaktionen empfindlich. Zu erklären ist das nicht mit vernünftigen Erwägungen, wohl aber mit hartgesottener Homophobie. Denn bei genauem Hinsehen geht es nicht um die Sicherheit der Spendenempfänger, sondern um den Wunsch, kein schwules Blut in Umlauf zu bringen. Die Gerichtsbarkeit der Europäischen Union hatte die Chance, mit dieser Diskriminierung Schluss zu machen. Die Chance ist vertan, der Gerichtshof in Luxemburg lässt den Gegnern schwuler Männer das Blutspendeverbot als Waffe. Weiterlesen

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Fakten schaffen

Die FAZ ist sich für nichts zu schade, wenn es darum geht, Attacken gegen homosexuelle Männer zu reiten. In einem tendenziösen Artikel über das Wohl und Wehe von Leihmüttern darf die Feministin und Emma-Schreibtante Martina Lenzen-Schulte (im folgenden nur: L-Z) Fakten schaffen.

Deine Zwillinge gehören mir,

mit dieser Überschrift offenbart L-Z, dass Kinder ihrer Ansicht nach Sachen sind, die irgendjemanden sachenrechtlich gehören. Damit liegt sie auf einer streng heterosexuellen Linie, schiebt dieses Besitzstandsdenken aber schwulen Männern unter:

In vielen Ländern boomt das Baby-Geschäft für Homosexuelle

Aus den vielen Ländern werden im Laufe Ihres Geschreibsels so wenige, dass man nicht mal eine Hand braucht, um sie abzuzählen, Beweise bleibt sie schuldig, Tatsachenbehauptungen stellt sie zahlreich auf. Zum Beispiel:

Ein Fertilitätszentrum in Kanada hat beispielsweise dokumentiert, dass in den Jahren zwischen 2007 und 2011 mehr als zwanzigmal so viele schwule Paare zu seinen Kunden gehörten wie noch in dem halben Jahrzehnt davor.

Diese Information ist nicht validierbar. Sie ist aber auch belanglos, Weiterlesen

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