Es kommt darauf an, …

Nichts ist so schlecht, als dass es nicht doch für etwas gut wäre. Das gilt auch für die LSU. Für etwas unterhaltsame Aufregung sind sie gut. Da hat sich doch tatsächlich der Berliner Landesvorsitzende der LSU, Jurgen Daenens, ein weiß angepinseltes Holzkreuzchen geschnappt und ist mit einem Haufen durchgeknallter Typen durch Berlin gerannt. Marsch für das Leben hieß die Veranstaltung. Keiner hätte davon erfahren, wenn Daenens sich nicht direkt vor eine Kamera des ZDF manövriert und munter drauflosgeplappert hätte. Seither wissen wir alle wer Jurgen Daenens ist und das er wie Beatrix von Storch zum Holzkreuzfetischismus neigt.

Groß ist die Aufregung in der schwulen Medienwelt. Weiterlesen

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Schwuler Stolz

Die CSD-Saison 2014 ist vorbei. Was bleibt mit Blick auf die deutsche CSD-Landschaft?
Erstens: Blankes Entsetzen, wenn ich an das lächerliche Theater in Berlin denke.
Zweitens: Leere.

Nein, ich übersehe nicht was gerade abseits der Berliner, Hamburger, Kölner, Münchener und Stuttgarter Großveranstaltungen geleistet wird. Auf dem Lande, in den mittelgroßen und kleinen Städten wird mit sehr viel Engagement und ohne viel Sponsorengeld oft Großartiges auf die Beine gestellt; da gibt es nicht viel zu meckern. Was mich heute ins Grübeln bringt, ist die Verwendung des Wortes Pride. Da gibt es, allen voran, den berühmten ColognePride, früher war er auch mal berüchtigt.
Pride = Stolz. Gay Pride = schwuler Stolz.

Welchen Grund haben schwule Menschen eigentlich stolz zu sein? Worauf können sie stolz sein und ist es gerechtfertigt, diesen Stolz auf der Straße zu zelebrieren?

Die sexuelle Orientierung kann nicht der Grund für diesen Stolz sein. Jedenfalls, da homosexuelle Menschen sich ihre sexuelle Orientierung ebenso wenig aussuchen können wie heterosexuelle Menschen, haben schwule Menschen keinen besonderen Grund, auf etwas Naturgegebenes stolz zu sein. Da schwule Menschen es aber zweifellos wesentlich schwerer haben, offen zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen, können schwule Menschen, die offen und frei mit ihrer Homosexualität umgehen, genau darauf stolz sein. Je schwieriger die Rahmenbedingungen, desto größer darf der Stolz ausfallen.
In diesem Zusammenhang fallen die Bemühungen des LSVD, homosexuellen Menschen ein Leben im Verborgenen zu ermöglichen, aus dem Rahmen. Wer in Deutschland alles daran setzt, seine sexuelle Orientierung zu verbergen (und gleichzeitig alle steuerlichen und sonstigen rechtlichen Vorteile einer Lebenspartnerschaft in Anspruch nehmen will) hat keinen Grund stolz zu sein – nicht auf sich, nicht auf seine Partnerschaft. Das zwingt natürlich zu der Frage, ob es überhaupt erstrebenswert ist, auf sich und sein Leben stolz zu sein. Schließlich ist Stolz nicht sehr weit von Hochmut entfernt. Nun, ich meine, wer sich selbst gefunden hat, wer gelernt hat zu sich selber zu stehen, sich und seine Liebe nicht zu verleugnen, darf darauf durchaus stolz (im Sinne von Selbstbewusst) sein. Menschen mit Rückgrat sind schließlich seltene Exemplare. Weiterlesen

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Possenspiel um den LSVD

Denk ich an Berlin in der Nacht …

Der Nollendorfblogger Johannes Kram erwartet eine Solidaritätsnote.
Hintergrund ist ein Streit über eine Plakataktion des obskuren rechtlich unsebständigen vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) Landesverband Berlin-Brandenburg eV betriebenen Bündnisses gegen Homophobie (nicht zu verwechseln mit dem in ordentlicher Rechtsform betriebenen Aktionsbündnis gegen Homophobie eV, Trier).

Die Dinge stellen sich wie folgt dar:

Die Berliner Landesregierung stellt dem LSVD für Zwecke dieses Aktionsbündnisses jährlich EUR 30.000 bereit. Johannes Kram hat mit Blick auf eine aktuelle Plakataktion die Verwendung der Mittel hinterfragt. Vom LSVD hat er keine Antwort auf seine Fragen bekommen. Der LSVD kommuniziert halt nicht mit jedem (was zu diesem Vorgang zu schreiben ist, wurde bereits auf Samstag ist ein guter Tag geschrieben).

Männer hat den Nollendorf-Post zu einem eigenen Artikel verarbeitet und reitet unter der Überschrift, viel Geld für Nonsense-Botschaften? Versteckspiel beim LSVD?, eine Schein-Attacke gegen den LSVD. (Man achte auf die Fragezeichen, die fehlen nämlich in meinem Folgebeitrag auf Männer.)

Merkwürdig ist das! Männer erscheint in der gerade etwas insolventen Bruno Gmünder Group GmbH i.I. Und der Bruno Gmünder Verlag ist Mitglied des Berliner Bündnisses gegen Homophobie!

Kritisiert Männer sich also selbst? Weiterlesen

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Früher war alles besser – und die Alten sind doof!

Die gute alte Zeit … Damals, zu unserer Zeit … Früher, da herrschte noch …

Ach, wer kennt das nicht von seinen Eltern oder gar Großeltern, die romantische Verklärung der Guten Alten Zeit. Jetzt fängt Elmar Kraushaar auch damit an und hat eine Menge auszusetzen an der homosexuellen Bewegung von heute. Eigentlich könnte man diesen in der taz getanen Stoßseufzer so stehen lassen; es ist nicht alles richtig, was Elmar Kraushaar schreibt, aber auch nicht alles falsch. Eine von Norman Stehr verfasste und von Männer verbreitete biestige Replik auf Kraushaars Text gibt aber Anlass zu näherer Betrachtung der beiden Texte.

Die Zeiten konsensualer Diskussionen seien vorbei, beklagt Elmar Kraushaar. Aber was ist damit gemeint? Diskussionen, in denen Einvernehmen erzielt wurde? Gab es die wirklich in einem größeren Rahmen? Mein Eindruck ist vielmehr, dass sich schwule Menschen seit alters her gerne zanken und beharken, aber selten an einem Strang ziehen. Der Kernthema ist oft das gleiche: sollen schwule Männer angepasst und leise oder unangepasst und laut sein? Witzig finde ich, dass Männer sich ganz aktuell damit rühmt, genau dieses Thema nun zur Diskussion gestellt zu haben – dabei ist das wirklich Kaffee, der schon seit Jahrzehnten warm gehalten wird und dementsprechend schmeckt. Naja, wenigsten das Facebook-Volk ist begeistert und klickt sich die Finger wund. Festzuhalten ist allerdings, dass in der Hochzeit der homosexuellen Funktionäre um Volker Beck und den LSVD, die noch nicht vorüber ist, der Konsens verordnet wurde. Deshalb sehe ich anders als Elmar Kraushaar in den aktuellen Entwicklungen durchaus Positives. Langsam aber sicher scheint die Zahl schwuler Menschen, die nicht mehr in der Lobby des Bundestages und den Gängen des Verfassungsgerichts auf die Lösung der anstehenden Fragen warten wollen, größer zu werden. Und wenn ich sehe was in Berlin unter dem Motto enough is enough auf die Beine gestellt wird, möchte ich Elmar Kraushaar zurufen: das ist doch gut, die tun wenigstens was!
Elmar Kraushaar macht aus seiner Verachtung für das neumodische Zeug keinen Hehl und hält dagegen, Weiterlesen

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Da waren’s nur noch …

Wie viele gedruckte überregionale schwule Magazine gibt es eigentlich noch? Ich meine nicht Pornoheftchen oder kostenlos verteilte, anzeigenfinanzierte Blättchen, sondern Monatszeitschriften wie Männer oder Du & Ich.
Ich komme darauf, weil Du & Ich mit der aktuellen Ausgabe das Erscheinen einstellt. Es gibt zu wenige Leser, heißt es.

Schade ist das. Okay, ich war kein begeisterter Du-&-Ich-Leser, war kein Abonnent, kein regelmäßiger Leser – es kam drauf an. Meistens kam’s auf den Cover-Boy an.

Schwulenzeitschrift, Monatsmagazin – queer.de spricht sogar von einem Traditionsmagazin -, das klingt wie von gestern. Und dann noch gedruckt – wie altmodisch.
So etwas scheint nicht mehr in eine Zeit zu passen, in der Twitter, Facebook und dergleichen für die Informationsgrundversorgung sorgen und für viele Menschen sogar die einzige Nachrichtenquelle sind. Ich fürchte, gar nicht wenige schwule Männer glauben, dass sie durch Gayromeo (verschämt: Planetromeo) oder Grindr alles wichtige erfahren.

Gedruckte Medien haben es insgesamt schwer, der Zeitgeist (ein Euphemismus für das Geistlose) hat schon zahlreiche Periodika hinweggerafft und macht vor Medien aus dem schwulen Bereich nicht halt. Zwar wird die gedruckte Information oder Unterhaltung als Nischenmarkt für diejenigen überleben, die nicht ständig irgendwelche elektrischen Geräte mit sich herumtragen wollen, aber es werden nicht alle Verlage und Redaktionen überleben.
Allerdings ist nicht das Transportmedium für die Informationen entscheidend, sondern der Inhalt. Und die Frequenz.

Nehmen wir queer.de in Deutschland oder pinknews auf den Britischen Inseln. Die müssen zwangsläufig Nachrichten im Stundentakt darbieten. Dabei wird auch so manches zur Nachricht erhoben, was bei einem längeren Intervall vielleicht ausgefiltert würde.
Worauf ich hinaus möchte: Mir ist es schlicht und ergreifend nicht möglich, all das, was da an Meldungen aus der schwulen Welt und in Zusammenhang mit dieser geliefert wird, aufzunehmen, zu bewerten und sinnvoll zu verarbeiten (und daneben gibt es ja noch den ganzen Rest der Welt mit immer neuen Eil-, Blitz- und Falschmeldungen). Was ist wirklich wichtig? Wo ist der rote Faden? Was hängt wie zusammen? Weiterlesen

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Mutiger Mann?

Ricky Martin bezeichnet Ian Thorpe, der dieser Tage lange nach seiner Karriere als Profi-Schwimmer, in einem Fernsehinterview sein Coming-out hatte, als mutigen Mann.

Ricky Martin stimmt damit in die Lobeshymnen ein, die zahlreiche Spätberufene nun über Ian Thorpe singen, ein. Die neue Kaste berufliche erfolgreicher Männer, die sich nach dem Zenit ihrer Karrieren der Welt medienwirksam, ohne allerdings ihre Motive klar zu Tage treten zu lassen, zu Ihrem Schwulsein äußern, feiert sich selber.

Ian Thorpe ist ein hervorragender Schwimmer. Geschäftstüchtig ist er wohl auch. Aber mutig, das ist er keinesfalls. Er selber sagt, Weiterlesen

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Das Maß der Dinge: ein Hauptstadt-CSD

Wann geht es schwulen Menschen gut in einem Land? Woran kann man das messen?

Die Antwort liefert der Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen, Johannes Kahrs.  Er hält ausweislich einer Pressemitteilung vom 10.07.2014 einen CSD in der Landeshauptstadt für einen exzellenten Gradmesser für die Beurteilung, ob für schwule Menschen in dem jeweiligen Land alles in Ordnung ist. Findet ein CSD statt: alles super! Findet keiner statt: Hilfe, die Menschenrechte stehen auf dem Spiel.

In Kiew findet einmal mehr ein CSD nicht statt. Sicherheitsbedenken werden vorgegeben und der Ortsbürgermeister Klitschko soll den CSD als Unterhaltungsveranstaltung abqualifiziert haben. Weiterlesen

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Lobby, homo

Warum eigentlich bloggen?, diese Frage stellte sich mir in den vergangenen Wochen. Der Datenbankanbieter, auf dessen Speichermedien sich die Dateien dieses Blogs befinden, meldete sich und wollte Geld von mir. Der Zweijahresvertrag laufe aus und wenn ich mit meinem Kram hier weitermachen wolle, dann solle ich zahlen. Für die nächsten zwölf, 24 oder, zu einem besonderen Angebotsspezialpreis, 60 Monate.

Verlängerung oder Veränderung – ich musste mich entscheiden. Beeinflusst in der Entscheidungsfindung hat mich die aktuelle Diskussion um die Homo-Lobby. Die Feinde schwuler Menschen, einerlei ob osteuropäische und afrikanische Diktatoren oder der gegenwärtige Papst-Darsteller, fühlen sich von der Homo-Lobby bedroht und wollen sie zerschlagen. Extern wird dieser Begriff gerne verwendet, um die Behauptung, es gäbe schwule Geheimbünde und verschwörerische Weltherrschaftspläne schwuler Menschen, faktenfrei zu unterstützen. Intern, also unter schwulen Menschen, ist streitig, ob es so eine Homo-Lobby, deren Struktur und Ziel wohl kaum etwas mit den Vorstellung paranoider Christen, Rechtsextremisten und Erzkonservativer zu tun haben können, überhaupt gibt oder geben müsste.
Der letzte Diskussionsbeitrag in dieser Sache stammt, soweit ersichtlich, von Dirk Ludigs in Du & Ich (Schwule Strippenzieher in der Ausgabe Juni/Juli 2014). Ausgehend von David Bergers Ruf nach einer schlagkräftigen Homo-Lobby beleuchtete Dirk Ludigs die Befindlichkeit des deutschen Schwulen-Lobbyismus. Ob es allerdings in Deutschland eine Homo-Lobby (im Sinne von zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung und des Gesetzgebers koordiniert handelnden Individuen) gibt oder geben sollte, lässt er, wenn ich ihn recht verstehe, dahingestellt.

Viele schwule Menschen zucken zusammen und dementieren, wenn von den Schwulenhassern der Begriff Homo-Lobby durch die Medien geschleudert wird. Dabei ist Lobbyismus nichts Schlechtes. Anzunehmen, dass es in einer Demokratie ausreicht, seine Anliegen sachlich vorzutragen, und bei der dann folgenden Abstimmung die Vernunft siegen und sich alles zum Guten wenden wird, ist weltfremd. Es wird vielmehr das nachgeplappert, was vorgeplappert wird – und dementsprechend wird abgestimmt. Deshalb müssen schwule Menschen mitplappern, also Lobbyarbeit leisten. Es gibt eine Katholiken-Lobby, eine Evangelikalen-Lobby, die übrigens problemlos politische Spitzenämter besetzt, eine Rechtsextremisten-Lobby, deren Einfluss auf die Verfassungsschutz- und Strafverfolgungsbehörden im Zusammenhang mit den NSU-Morden offen zu Tage getreten ist, eine Hochfinanz-Lobby, eine Umweltschützer-Lobby, … Warum also soll es keine Schwulen-Lobby geben?

Die Frage, ob es eine Homo-Lobby in Deutschland geben soll, kann nur mit Weiterlesen

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Sven Heibel, ein Glücksfall für die CDU

Ach, was eine Aufregung. Sven Heibel, CDU-Bürgermeister in irgendwo, hat die Hosen runtergelassen und zum Vorschein ist gekommen: nichts. Jedenfalls nichts Neues. Er fordert sinngemäß die Eindämmung der Homosexualität mit Hilfe des Strafrechts und selbstverständlich denkt und handelt er nur zum Schutz der Kinder (die er allerdings gar nicht hat).

Wie üblich wird geschimpft und gezetert. Rücktrittforderungen und dergleichen mehr. Queer.de dokumentiert.

Schadet das Heibel? Nein, der ist ohnehin schwer gestört und bekommt nicht viel mit. Er erklärt ja selber, dass ihm die Abschaffung des § 175 StGB entgangen sei. Die politisch Rechtsüberdrehten werden ihm natürlich zujubeln und zum Helden der Meinungsfreiheit machen.

Wem nützt das alles?

Der CDU! Denn nun hat die CDU wieder mal einen Sündenbock, sogar in den eigenen Reihen, wie praktisch, da lassen sich die Dinge gut steuern, auf den sie alle Schuld schieben kann. Die CDU, dass muss man wissen, Weiterlesen

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“Hauptschule ist cool, Abitur ist schwul” – zumindest in Berlin

So, die Stonewall-Gala des Berliner CSD eV am 20.06.2014 soll von Ingo Appelt moderiert werden. Damit hat man den neben Stefan Raab und Michael Mittermeier herausragendsten Garanten für Primitiv-Unterhaltung in Deutschland verpflichtet.
Ingo Appelt ließ vor sechs Jahren – für schwule Funktionäre ist das ein langer Zeitraum, der vieles aus dem Gedächtnis löscht – Kölner Hauptschüler trällern,

Hauptschule ist cool, Abitur ist schwul,

um dann im Jahr 2009 den Deutschen die Welt zu erklären:

Die FDP tritt ja mit zwei Mädchen an: Frau Koch‐Mehrin und Guido.

So ein Hohlkopf soll also nun eine Gala moderieren, die den Namen Stonewall trägt. Das könnte mir vielleicht noch egal sein. Wer da hingeht und mindestens EUR 24 Eintritt zahlt, ist blöd. Tragisch ist allerdings, dass in dieser Gala auch die Soul of Stonewall Awards verliehen werden soll. Einer der Preisträger ist Peter Tatchell. Weiterlesen

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Beschnittene Menschenrechte

Am 28.12.2012 wurde mit dem Gesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) eine Bestimmung eingefügt, die es den sorgeberechtigten Personen erlaubt, in die medizinisch nicht erforderliche Beschneidung eines nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen. In den ersten sechs Monaten nach der Geburt darf die Beschneidung ausdrücklich ohne Einhaltung medizinischer Standards durchgeführt werden. Das Einwilligungsrecht besteht allerdings dann nicht, wenn die Beschneidung das Kindeswohl gefährdet.

Eingefügt wurde diese Erlaubnis zur Verstümmelung als § 1631d in das BGB – und zwar ungeachtet des seit dem Jahr 2000 geltenden § 1631 BGB, der in seinem zweiten Absatz bestimmt:

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

Im Gesetzgebungsverfahren hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland mitgeteilt, dass jährlich etwa 46000 religiös motivierte Beschneidungen in Krankenhäusern oder von niedergelassenen Ärzten durchgeführt werden und zwar im durchschnittlichen Alter der Jungen von sieben Jahren. Der Zentralrat der Juden in Deutschland weiß von etwa 200 Beschneidungen, die an Neugeborenen vorgenommen werden. Nicht in Krankenhäusern, nicht von Ärzten, nicht einmal unter ärztlicher Aufsicht. Der Zentralrat der Juden hat dem Gesetzgeber explizit mitgeteilt, dass nur die Beschneidungen von Scharlatanen, sogenannten Mohalimen, als rituell anerkannt und die erforderliche konstitutive Wirkung für das Judensein entfalten würden.

Der Gesetzgeber ist diesen Vorstellungen vorbehaltlos gefolgt. Er hat die Religionsfreiheit der Eltern (!) höher bewertet, Weiterlesen

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Wie lange rauscht es noch im schwulen Blätterwald?

Amtsgericht Charlottenburg, Aktenzeichen: 36b IN 2053/14

In dem Verfahren über den Antrag d. der Bruno Gmünder Group GmbH, Kleiststraße 23-26, 10787 Berlin HRB 56490
vertreten durch den Geschäftsführer Henn Tino
vertreten durch den Geschäftsführer Reis Nikolaus
vertreten durch den Geschäftsführer Taubenheim Michael

-Schuldnerin-

auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen
Beschluss:
Zur Verhinderung nachteiliger Veränderungen in der Vermögenslage der Schuldnerin bis zur Entscheidung über den Antrag wird am 28.05.2014 um 12:30 Uhr angeordnet (§§ 21, 22 InsO) [...]

So fängt die staubtrockene Mitteilung des Insolvenzgerichts an. Die Totenglocke läutet, darüber vermögen auch die Durchhalteparolen, die auf m-maenner.de zu lesen sind, nicht hinwegzutäuschen.
Freilich, für einen Nachruf ist es noch zu früh. Zur Kenntnis ist allerdings zu nehmen, dass der schwule Blätterwald immer weniger rauscht. Schwule Medien, die in gedruckter Form erscheinen, werden immer seltener. Die früher zahlreichen regionalen Zeitschriften erscheinen heute weitgehend unter dem Dach eines Verlags mit weitgehend zentralisierter Redaktion, erfolgreiche Neuankömmlinge gibt es schon lange nicht mehr und nun scheint sich mit der Gmünder Group auch das Magazin Männer zu verabschieden.

Es wäre schade drum. Gewiss, ein gedrucktes Monatsmagazin hat es schwer. Es ist nicht dafür geeignet, den Markt der Informationen, deren Halbwertszeit in Stunden gemessen wird, für sich zu erschließen. Hinzu kommt: In einer digitalisierten Welt ist Papier ein Fremdkörper. Und doch: auf Papier Gedrucktes hat was. Es hat etwas Beständiges. Papier kann ich anfassen. Schreibt nicht ein Autor für ein gedrucktes Medium anders, als jemand der seine Texte nur für ein kurzes Hin- und Herscrollen schreibt? Ich habe jedenfalls das, was ich lese gerne in der Hand. Ein Buch, ein Heft, eine Zeitung. Oder ein einzelnes Blatt. Ich kann es weglegen, weitergeben, zusammenknüllen, einrahmen, anzünden.

Niemand würde es mir abnehmen, wenn ich behauptete, ich hätte die Männer-Ausgaben der letzten zweihundert Jahre archiviert. Nein, so weit geht die Liebe wirklich nicht. Aber dennoch wäre es ein Verlust, Weiterlesen

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Miteinander kämpfen! – Wie denn?

In einer Rede zur Enough-is-Enough-Demonstration am 17.05 in Berlin hat Alfonso Pantisano die fehlende Wehrhaftigkeit und die mangelnde Solidarität beklagt. Männer fasst wie folgt zusammen:

Warum LGBTI-Rechte in aller Welt noch immer ungestraft mit Füßen getreten werden können und wir uns endlich als ein Volk verstehen müssen, eine Internationale Homo-Lobby brauchen und Homo-Hass aus den Medien verschwinden muss.

Pantisano erhebt Befund,

das worauf wir stolz sind – unsere Verschiedenheit – macht uns stark. Aber es macht es manchmal auch schwer, uns als Community zu denken, und als Community zu kämpfen. Wir sind eben kein Einheitsverein und wir wollen es auch nicht sein. Wir sind keine Nation, keine Religion, keine Rasse, keine Ideologie. Das ist gut so, denn es gibt nicht die eine Homosexuelle Identität,

übersieht aber, dass diese Erkenntnis auch erklärt, warum sein Vorschlag, uns als Einheit zu verstehen und gemeinsam zu kämpfen nicht funktionieren wird. Weiterlesen

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Feddersens Scheinheiligkeit

Conchita Wursts Sieg steht für einen eurovisionären Kontinent, der sich von homophoben Kampagnen offenbar nicht in die Irre führen lässt,

schreibt Jan Feddersen zum Ausgang des diesjährigen Eurovision Song Contest. Er vergisst zu erwähnen, dass er zu den Anführern der homophoben Kampagnen gehört:

Feddersens Ding

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Immer wieder Berlin

Die Stadt Berlin, namentlich die Schwulen und Lesben in jener Stadt, noch namentlicher: einige wenige Schwulen und Lesben in jener Stadt erheischen in diesen Wochen mehr Aufmerksamkeit, als ihnen zusteht.

Erfreulich ist, dass die politischen Partien und der LSVD am offiziellen CSD, also der vom Berliner CSD eV veranstalteten Parade, in diesem Jahr nicht teilnehmen wollen.
Was kann man sich im Zusammenhang mit einem CSD Sinnvolleres vorstellen, als eine Parade, in der nicht Parteien ihre parteipolitischen Ziele und ein Verband einiger weniger Schwulen und Lesben nicht seine Separatinteressen verfolgen?

Weniger erfreulich sind die Begleitumstände, unter denen dieses Ergebnis erreicht wurde. Da schwule und lesbische Menschen gerne Sündenböcke in den eigenen Reihen suchen, haben sie ihn auch schnell dort gefunden. Weiterlesen

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