„Wir müssen die Flamme und die Hetze ersticken, bevor sie uns alle zerstören.“

These flames, which are consuming all of us, cannot be extinguished with weak condemnations [by politicians]. These flames cannot be extinguished with solidarity rallies. Not even with this rally. These flames cannot be extinguished with posts on Facebook and statements in the media. These flames cannot be extinguished with repression, denial and disregard. Incitement, ridicule, frivolity, laxity and arrogance of the heart cannot extinguish the fire, but only allow it to burn stronger, with fervor, to spread in all directions, and permeate all walks of life.
We must be thorough and clear; from the educational system, to those who enforce the law, through to the leadership of the people and the country. We must put out the flames, the incitement, before they destroy us all. We will not be zealots. We will not be bullies. We will not become an anarchy.

Mit diesen Worten regierte der israelische Staatspräsident, nachdem vor aller Welt sichtbar geworden ist, mit welch unbarmherziger Gewalt die religiöse Orthodoxie gegen alles Andersartige, nicht in ihr Weltbild Passende vorgeht. Am vergangenen Donnerstag hatte ein strenggläubiger Jude in Jerusalem eine sechzehnjährige GayPride-Teilnehmerin tödlich und fünf weitere Menschen lebensgefährlich verletzt, am vergangenen Freitag ist bei einem durch jüdische Terroristen verübten Brandanschlag im Westjordanland ein achtzehn Monate alter Junge verbrannt.

Es ist eine Perversion der Geschichte, dass ausgerechnet Menschen jüdischen Glaubens zeigen wie sehr sie den Tod anderer Menschen wünschen.
Der Präsident und mit ihm die Regierung in Jerusalem merken viel zu spät was dort los ist. Weitgehend tatenlos haben sie jahrelang den Radikalen das Feld überlassen. Letztlich zeigen diese Ereignisse, das (nicht nur) schwule Menschen überall auf der Hut sein müssen. Auch in Deutschland! Weiterlesen

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Sharia-Banking

In Frankfurt am Main hat mit der Kuveyt Türk Bank (KT Bank) eine schariakonforme Bank ihre Türen geöffnet und mit dem Anlocken von Kundengeldern begonnen. Wir erwarten viel Nachfrage in Deutschland, nicht nur von den hier lebenden Muslimen, sondern von allen Menschen, die sich für ethisches Banking interessieren, sagte der eigens angereiste Hamad Abdulmohsen al-Marzouq, Verwaltungsratschef des 1977 gegründeten Kuwait Finance House, dem größten Aktionär des KT-Mutterkonzerns.

Ethisches Banking? Was soll das denn sein? Weiterlesen

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Nackte Normalität

Heftige Kritik hat der homosexuelle TV-Moderator Chris Fleischhauer am Christopher Street Day geäußert, wie er in Deutschland gefeiert wird. „Die meisten Veranstaltungen zum CSD sind nur noch auf Kommerz ausgerichtet“, sagte der 33-Jährige den Stuttgarter Nachrichten. „Immer größer, immer mehr, immer spektakulärer“ sei das Motto des Festivals für die Belange der Schwulen und Lesben – da gehe die eigentliche Botschaft unter. (Quelle: Stuttgarter Nachrichten.)

Gegen kommerzielle Großveranstaltungen ist nichts einzuwenden, sie sind für Städte wie Hamburg, Köln, München und Stuttgart wichtige Wirtschaftsfaktoren. Es schadet überhaupt nicht, wenn auch schwule und lesbische Menschen und alle anderen, die sich von CSDs angesprochen fühlen, Geld in die Städte bringen. Die örtliche Unternehmerschaft ist nicht undankbar und der Blick (nicht nur) in die USA zeigt, wie wichtig Unterstützung aus der Wirtschaft für die Belange schwuler Menschen ist.

Soweit sich die Kritik allerdings daran entzündet, dass die Massenveranstaltungen als politische Demonstrationen ausgegeben werden, ist sie berechtigt. Die Veranstalter der deutschen Groß-CSDs haben zwar alle auf dem Papier hochtrabende politische Botschaften formuliert, die allerdings nur als Feigenblatt herhalten.

Entschieden zu widersprechen ist Fleischhauer allerdings bei folgendem: Weiterlesen

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Das Kreuz mit dem Kreuzchen

Stellt man eine einfache Frage, die mit ja oder nein zu beantworten wäre, so, dass sie nicht mit ja oder nein beantwortet werden kann, geschieht das nur zu einem Zweck: Man will kein eindeutiges Ergebnis, sondern ein interpretierbares Ergebnis.  So geschehen bei der Berliner CDU. Zur Beantwortung der Frage, sind Sie dafür, dass auch gleichgeschlechtliche Paare die Ehe eingehen können, hätte die Logik es geboten, als Antwortmöglichkeit  ja oder nein anzubieten. Statt dessen wurden sieben Möglichkeiten geboten:

cduberlinDas Ergebnis, ausgezählt aus rund 4500 Befragungskarten, ist nun bekannt, Weiterlesen

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Die Gartenzwerg-Partei

Wer wird sich denn in Zukunft noch so diskriminiert fühlen? Vielleicht jemand, der glaubhaft versichert, dass er nun alle seiner vier Frauen ehelichen möchte? Oder vielleicht seinen Fußballverein? Seinen heiß geliebten Gartenzwerg?

plärrt irgendein AfD-Politiker ins Mikrophon. AfD-Politiker plärren immer, genetisch bedingt können sie nicht anders.

Die AfD hat etwa 20000 Mitglieder. Genau legt sich die Partei nicht fest und auch den Medien sind keine exakten Angaben zu entnehmen. Wie es aussieht verliert die Partei gerade zahlreiche Mitglieder. Sowohl was das geistige Niveau als auch was die Mitgliederzahl angeht, handelt es sich um eine Gartenzwergpartei.

Nehmen wir zum Vergleich die Anzahl homosexueller Menschen. Bei einer angenommenen Quote von fünf Prozent werden etwa vier Millionen schwule und lesbische Menschen in Deutschland zu finden sein, Kinder und Klemmschwestern eingeschlossen. Vielleicht sind es 10 Millionen, vielleicht nur zwei Millionen. Jedenfalls gibt es in Deutschland viel mehr homosexuelle Menschen als AfD-Mitglieder. Der Unterschied liegt darin, dass die Standardmedien nur selten – und dann meistens halbseiden – über schwule Menschen berichten, während kein Tag ohne Radio- und Fernsehmeldungen über die AfD vergeht, keine Zeitungsausgabe ohne einen Beitrag über die AfD erscheint. Dabei wird auch noch so getan, als wäre die Nazitruppe eine seriöse gesellschaftliche Gruppierung.

Was die Gartenzwerge ohne weiteres Schaffen, nämlich die Medien ihren Zwecken dienstbar zu machen, gelingt schwulen Menschen nicht – das ist das eigentliche Dilemma. Weiterlesen

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Was nun, Deutschland?

Same-Sex Marriage is a Right, so fasst die New York Times die heutige Entscheidung des Supreme Court of the United States zusammen. So kurz und schmerzlos wie diese Überschrift es verheißt, ist die Entscheidung allerdings nicht zustande gekommen. Die Begründung des Gerichts umfasst immerhin 28 Seiten, ihr sind Sondervoten beigefügt und ist mit 5 zu 4 Stimmen ergangen. Schwer getan, ersichtlich schwer getan hat sich das Gericht. Es hat das heiße Thema jahrelang vor sich hergeschoben, bis es aufgrund der divergierenden Rechtsprechung der Appellationsgerichte nicht mehr anders konnte, als eine Entscheidung zu treffen. Die Anhörung in diesem Verfahren gehört zu den aufseheneregendsten in der us-amerikanischen Justizgeschichte. Der Supreme Court hat wieder einmal Geschichte geschrieben, indem er eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen hat. Die Bedeutung der Entscheidung liegt deshalb nicht nur in den jetzt formulierten Rechtssätzen, sondern auch in dem Weg dorthin. Weil dieser Weg so beschwerlich war, weil noch vor wenigen Jahren so eine Entscheidung für unmöglich gehalten wurde, ist sie viel mehr als nur ein juristischer Erfolg.

Wichtig ist diese Entscheidung, weil damit ein weiterer Teil der westlichen Welt schwule und lesbische Menschen nicht mehr als zweitklassige Mitglieder der Gesellschaft ansieht und damit gegen die ideologisch, religiös oder politisch bedingte zunehmende Unterdrückung schwuler Menschen in andern Teilen der Welt, Russland, Uganda, Irak seien nur als Beispiele genannt, Stellung bezieht.
Ein weiterer Teil der westlichen Welt! – Was ist mit Deutschland? Weiterlesen

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Ein paar Hinweise für die NRW CDU

Die CDU in Nordrhein-Westfalen hat auf ihrem Parteitag, auf dem Gegenrede und Widerspruch zum notenfälschenden Parteivorsitzenden Armin Laschet verboten waren, zum Thema Homo-Ehe (neuerdings euphemistisch Ehe für alle genannt) herumgeeiert. Nur eines weiß man ganz gewiss: Schwule sollen keine Kinder adoptieren dürfen. Dazu ein paar Zahlen:

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen familiärer Krisen in vorläufige Obhut der Jugendämter genommen wurden, lag 2012 so hoch wie nie zuvor in NRW. Mit 11533 Schutzmaßnahmen stieg die seit Jahren anwachsende Zahl um weitere 8,6 Prozent. Besonders dramatisch: In jedem fünften Fall ging der Behördeneinsatz auf Initiative der Kinder und Jugendlichen selbst zurück. „Die Zahl der Eltern, die überfordert sind und ihre Kinder vernachlässigen, wächst ständig“, sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. Heinz Hilgers, der WAZ.

Mehr als 11 500 Kinder, in nur einem Jahr, allein in Nordrhein-Westfalen! Eine Zahl die man sich merken sollte, wenn einmal mehr die Rede davon ist, welch große Gefahr schwule und lesbische Menschen für Kinder darstellen.

Wiederum der Kinderschutzbund, nicht die katholische Kirche, nicht die CDU, nicht die CSU, nicht die evangelikalen Weltverbesserer, teilt mit, dass bundesweit pro Woche 70 Kinder von ihren Eltern so schwer körperlich misshandelt werden, dass sie ärztlicher Versorgung bedürfen. Pro Woche! Weiterlesen

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Die Väter und Mütter des Grundgesetzes …

… sind schon lange tot. Weiterlesen

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Unterschiede

Was man schnell an ihr erkannt
war der Mangel an Verstand.
Sonst besaß sie alle Kräfte
für die Führung der Geschäfte.

Es geht um Annegret Kramp-Karrenbauer. Die stellt die Ministerpräsidentin des Saarländchens dar. Den ursprünglich von Alfred Kerr auf Kaiser Wilhelm II. gemünzten Vers habe ich mir erlaubt entsprechend umzuschreiben.

Bevor ich mich näher mit der Aufregung um Frau Kramp-Knarrenbauer beschäftige, ein Blick auf eine andere Nachricht dieser Woche. Anis Ferchichi darf seinen „Song“ Hass ohne Grund wieder ungehindert plärren lassen. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat sich, so scheint es, Ferchichis Absicht, Schwuchteln zu foltern, und die Aufffassung, es wäre ganz normal, dass Männer keine Schwänze lutschen, zu eigen gemacht. Die Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wurde suspendiert. Formaljuristisch hat das Gericht die Sache zur weiteren Sachverhaltsaufklärung an die Vorinstanz zurückverwiesen. Allerdings ist das völliger Blödsinn, denn am Sachverhalt ist nichts aufzuklären.  Nach allem, was über die Gerichtsentscheidung zu lesen ist, verdichtet sich bei mir der Eindruck, dass Gericht halte den Wunsch, schwule Männer zu foltern, für Kunst.

Regt sich über die Oberverwaltungsgerichtsentscheidung jemand auf? Nein. Mainstream- und schwule Medien haben berichtet, damit ist die Sache erledigt. Verlautbarungen hierzu von den üblichen schwulen Lautsprechern lese und höre ich nicht. Eine Strafanzeige gegen die Richter des Oberwaltungsgerichts ist, soweit ersichtlich, nicht erfolgt.

Halten wir die Rufer nach Folter für schwule Männer und die richterlichen Kunstexperten im Hinterkopf, wenn wir uns der Empörung über Kramp-Knarrenbauer zuwenden. Weiterlesen

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Lebenslust und Todesangst

Ein Buch, nach sechs Monaten hat es den beschwerlichen Weg an die Spitze meines Lesestapels geschafft. Ich bin da noch ganz altmodisch, ein Buch besteht für mich aus gebundenen Blättern. Bedruckte Blätter. Man speichert es nicht, sondern legt es irgendwo hin. Lässt es liegen, bis es dran ist. Im Zug gucken die Leute immer ganz komisch, wenn ich mit so einem Papierbündel herumhantiere. Was hat der da? Ist das gefährlich? Das ist bestimmt nicht gut für die Augen.
Egal. In diesem Buch, oben vom Stapel, steht schon auf der ersten Druckseite das, was Titel dieses Posts geworden ist: Lebenslust und Todesangst. Dieses Buch* aus dem Jahr 1989 beschäftig sich mit Aids. Damals hat man noch Aids gesagt und geschrieben. Heute heißt es HIV. Ich spreche es H-I-V aus, also jeden Buchstaben einzeln, andere sagen Hiv (also Hif oder Hifffff). Klingt lockerer, weniger förmlich wie H-I-V. Hiv wie hip (nicht die Babynahrung). Oder Hiv wie Pfiff, ganz flott und unbeschwert. Etwa bis zur Jahrtausendwende hieß es aber meistens Aids. Nicht schön. Das Kunstwort brennt beim Aussprechen auf der Zunge und Krankheit und Tod schwingen mit. Todesangst.
Todesangst als Folge der Lebensfreude.
Vor wenigen Tagen traf ich eine Frau. Mitte sechzig. Alt sah sie aus. Alt und krank. Lungenkrebs. Vor wenigen Wochen festgestellt. Mit der Diagnose kam gleich die Prognose. Ein paar Monate noch, mehr nicht. Natürlich bietet die kleinstädtische Medizin auf, was kleinstädtische Medizin aufzubieten hat. Chemotherapie. Klingt auch nicht gut. Der Frau nützt es nichts, der Medizin auch nicht. Geforscht wird da nicht in dem Kleinstadtkrankenhaus, nur ausprobiert. Es nützt den Angehörigen, die können sich damit beruhigen, dass alles getan wird für die Patientin.
Warum ausgerechnet ich? Weiterlesen

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Neue Bündnisse

Anlässlich des wunderbaren Geschenks, dass die irische Bevölkerungsmehrheit ihren schwulen und lesbischen Mitmenschen gemacht hat, schreibt Micha Schulze (queer.de) mit Blick auf die Situation in Deutschland :

Wir müssen neue Bündnisse schmieden!
[…]
Mit dem starken Rückenwind aus Irland müssen wir jetzt anfangen, neue Bündnisse zu schmieden, unsere Strategien überdenken. Wenn sich die schwarz-rote Bundesregierung eben nicht bewegen will, dann müssen wir mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen und einer klaren Botschaft den Druck auf Berlin erhöhen.

Klare Botschaft! – Nicht LGBTQQIAA, das ist Quatsch, das versteht keiner. Da kommt doch beim Empfänger nur an, schwule Männer wollen sich die Schwänze abschneiden lassen, um dann als Frau asexuell zu leben. Es liegt in der Natur der Menschen, sich nicht gerne auf Ungewisses und Unüberschaubares einzulassen.

Druck auf Berlin erhöhen! – Druck erzeugt man nur mit starken Unterstützern. Eine Ansammlung von sexuellen Minderheiten, die sich in queerem Geschwätz verheddern, beeindruckt niemanden. Ich behaupte: Jeder Buchstabe, der dem G oder (im Deutschen:) dem S hinzugefügt wird, schwächt schwule Männer insgesamt in der Wahrnehmung ihrer Interessen.

Unsere Strategien überdenken! – Haben wir überhaupt welche? Ich halte es für dringend erforderlich, dass sich schwule Männer darüber klar werden, was sie als schwule Männer politisch erreichen wollen. Es fehlt die klare, verstehbare Linie. Die Unverständlichkeit der Forderungen ist es zum Beispiel, die es den Bildungsplangegnern in Baden-Württemberg so leicht macht; sie können schwulen Männer Forderungen aus dem Bildungsplan um die Ohren hauen, die mit Homosexualität gar nichts zu tun haben.

Wenn aus der Pädophiliedebatte, auf die ich gestern in einem Post eingegangen bin, etwas zu lernen ist, dann eins: Schwule Männer müssen auf der Hut sein und genau prüfen mit wem sie sich abgeben. Weiterlesen

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Scheiß Pädophiliedebatte

Warm gehalten wird es schon lange und von Zeit zu Zeit lässt irgendwer das Thema hochkochen: Pädophilie
Dabei geht es nicht um eine sachliche Erörterung der Angelegenheit, am allerwenigsten geht es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen, obwohl das immer als zentrales Anliegen vorgegeben wird. Im Grunde geht es nur darum, mit Dreck zu werfen, so wie es gerade David Berger vormacht, der sich auf den längst verstorbenen Felix Rexhausen stürzt und ihm nachträglich den literarischen Garaus bereiten möchte. Überhaupt zeichnet sich die Debatte dadurch aus, dass sich die Angriffe oft gegen schon vor Jahren Verblichene richten, die nicht mehr zur Klärung der Vorwürfe oder bloßen Unterstellungen beitragen können. Bemerkenswert ist auch, dass heutige Schlaumeier wie Berger genau wissen, wie vor zwanzig, dreißig, vierzig und mehr Jahren Gesagtes, Geschriebenes und Getanes zu interpretieren ist.

Auffällig ist weiterhin, dass der Begriff Pädophilie fernab jeder wissenschaftlichen Definition in seinem Inhalt und der Reichweite der Bestimmung des Verachtenswerten immer weiter ausufert. Im wissenschaftlichen Kontext wird unter Pädophilie das primäre sexuelle Interesse an Kindern im präpubertären Alter verstanden. In den Medien und der ihnen folgenden Stammtisch(=facebook)schlacht wird pauschal von Kindern gesprochen und werden Altersgrenzen immer höher gezogen. So etwas geht immer einher mit Rufen nach dem Gesetzgeber. Weiterlesen

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Der Bruder mit den zwei Töchtern

OWL am Sonntag und Barbara Eggert – bis vor wenigen Tagen wusste kaum jemand was das eine und wer die andere ist. Dank queer.de ist der Homo-Hass in Ostwestfalen in aller Munde. Wenig bis gar nichts wissen wir allerdings über die beiden Männer, die da demnächst heiraten wollen und den Bruder (43) des einen, der  eine Ehe zwischen zwei Männern unpassend findet und nicht will, dass seine Kinder an dieser Hochzeit teilnehmen und sich in ihrem kindlichen Alter schon mit dem Thema der sexuellen Orientierung befassen. Nun, mit so einer Haltung schützen die Eltern nicht ihre Kinder, immerhin schon sechs und acht Jahre als, sonder nur sich selber vor möglichen Fragen der Kinder, ob die Beziehung der Eltern denn wirklich das einzige Wahre ist.

Okay, es wird in Ostwestfalen nicht wo viele schwule Paare geben, die in Hochzeitvorbereitungen stecken und von denen der Eine einen verheirateten Bruder nebst zwei Töchtern im Alter von sechs und acht Jahren hat. Das schwule Paar wird also, wenn es den Hetzartikel in der OWL am Sonntag kennt, wissen wer gemeint ist. An die Möglichkeit, dass die homophobe Eggert die Anfrage nur erfunden hat, möchte ich vorläufig nicht glauben.  Also, was soll unser schwules Paar mit dem Bruder machen? Weiterlesen

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Kurswechsel bei der SPD?

Seit dem Jahr 2007 gibt es diesen Blog. Und seit dem Jahr 2007 erlaube ich mir in schöner Regelmäßigkeit darauf hinzuweisen, dass die SPD nicht auf der Seite schwuler Menschen steht. Immerwieder laufen führenden SPD-Mitglieder Amok und poltern gegen schwule Menschen. Immer wieder, vorzugsweise auf Bundesebene, duckt sich die SPD weg, wenn sie gefragt ist für die Rechte schwuler Menschen zu stimmen. Gewiss: die SPD hat seinerzeit für das Lebenspartnerschaftsgesetz und das Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz gestimmt, obwohl es damals noch keinen Druck aus Karlsruhe gab. Aber sie hat eben auch nur für diese Gesetze gestimmt und war und ist nicht bereit einen Schritt mehr zu tun. Gewiss: in dem einen oder anderen Bundesland, in dem die SPD auf der Regierungsbank rumkrabbeln darf, gibt es Feigenblattprojekte, die, so hoffe ich, die Situation hier und da auf einem Schulhof vielleicht entschärfen, aber nichts an der rechtlichen Situation schwuler Menschen ändern.

Die SPD ist allerdings nicht erst homophob, seit es diesen Blog gibt. Weiterlesen

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Auf den Leim gegangen

Die römisch-katholischen Bischöfen haben ihren Hass auf schwule Menschen neu formuliert und eine neue Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse vorgelegt. Sie unterscheidet sich inhaltlich von ihrer Vorgängerfassung nur darin, dass das Eingehen einer Lebenspartnerschaft nicht mehr automatisch zur Entlassung aus dem Kirchendienst führt, sondern der jeweilige Ortbischof willkürlich zur Tat schreiten soll.

Manfred Bruns vom LSVD ist den Bischöfen auf den Leim gegangen und lässt am 05.05.2015 wissen (Hervorgebung durch mich): Weiterlesen

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